Magisch: Künstler verwandelt sein Haus in Peter Pans Nimmerland.

Das Haus des Amerikaners James Talbot aus Austin (Texas) ist etwas ganz Besonderes. Es ist genauso charakterstark wie sein Erbauer und weiß seine Besucher mit zahlreichen Details, Eigenheiten und Spielereien zu überraschen.

In der „Casa Neverlandia“, wie James sein Haus in Anspielung auf Peter Pans Nimmerland genannt hat, gibt es für Kinder und Junggebliebene genauso viel zu entdecken wie für Freunde der Architektur.

Der Peter-Pan-Film von Disney war der erste Spielfilm, den James als Kind sah. Die magische Ästhetik von Nimmerland oder auch Alices Wunderland beeinflusste ihn und seine Kunst maßgeblich. An diesen fantastischen Orten war alles möglich und so wollte sich James einen Platz schaffen, an dem er seiner Kreativität freien Lauf lassen konnte.

Besucher machen zum Beispiel nicht mit einer schnöden Türklingel auf sich aufmerksam, sondern mit einem Glockenspiel.

Neben dem Haus errichtete James sogar einen Aussichtsturm mit einer Feuerwehrstange zum Runterrutschen. Als er sich dachte, dass er den Turm häufiger aufsuchen würde, wenn er mit dem Haus verbunden wäre, baute James einfach eine Hängebrücke dazu.

1979 war das Haus noch ein eingeschossiger Bungalow, den James damals für umgerechnet 12.300 Euro erwarb. Im Laufe der Zeit hat sich einiges geändert: James hat den Bungalow auf drei Stockwerke erweitert und die Immobilienpreise in dieser Gegend liegen mittlerweile bei umgerechnet 189.000 Euro für ein Grundstück.

All die Anbauten und Renovierungen lassen Einflüsse verschiedener Kulturen und architektonischer Stile erkennen. James verbrachte einen Großteil seines Lebens im Ausland und ließ sich von dortigen Lebens- und Denkweisen inspirieren.

Von überall, wo er war – egal, ob Spanien, die Türkei, England, Marokko oder Venezuela – brachte er Erinnerungsstücke mit, die er allesamt in sein Haus integrierte.

Die Casa Neverlandia besticht aber nicht nur durch ihren Einfallsreichtum, sondern auch durch ihre Umweltfreundlichkeit. Fast alle verwendeten Materialien sind recycelt oder aus zweiter Hand. Zudem wurden Sonnenkollektoren und Regenauffangbecken installiert.

James und seine Frau Kay verbrauchen generell wenig Strom. Ihre Stromrechnung beträgt pro Monat umgerechnet 10 bis 15 Euro, was auch daran liegt, dass sie ohne Zentralheizung und Klimaanlage auskommen. Letzteres ist für amerikanische Verhältnisse – und speziell im heißen Texas – eher ungewöhnlich. Aber wenn es im Winter zu kalt ist, kann James mit einem herrlichen Kamin für wohlige Temperaturen sorgen.

James betrachtet jede Freifläche als „eine Aufforderung zum Dekorieren“. Im Haus finden sich dementsprechend seine eigenen künstlerischen Kreationen sowie all die vielen Souvenirs von seinen Reisen. „Das Haus ist aus vielen Stücken meiner Vergangenheit gemacht“, sagt er stolz.

In Nimmerland musste man nur an etwas glauben, damit es passiert. In diesem Sinne hat sich James mit seinem eigenen Nimmerland einen Ort geschaffen, an dem seine Fantasie Wirklichkeit werden konnte. „Sobald du weißt, was du willst, hast du eine bessere Chance, es zu bekommen“, weiß James dementsprechend.

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