Aus 340 Metern Draht kreiert der junge Brite Meisterwerke.

Junge Künstler gibt es viele. Der Brite Andy Elliott wählte allerdings eine eher eigenwillige Spezialisierung aus, um sich kreativ auszuleben. Seine Werke sind das Ergebnis mühevoller Handarbeit und lösen Begeisterungsstürme bei all denjenigen aus, die sie zu Gesicht bekommen. Sie sind nicht nur wunderschön, sondern strahlen gleichzeitig eine besondere Ruhe aus. 

Das Erstaunliche an seinen Kunstwerken: Sie bestehen bis auf das Fundament lediglich aus Draht – und zwar aus einer ganzen Menge davon. Für eine einzige seiner Schöpfungen benötigt der geschickte Bastler sage und schreibe 340 m.

YouTube/Mist8k

Mit dem Projekt, das vor zwei Jahren als kleine Idee für nebenbei begann, kann Andy heute sogar sein Einkommen sichern. 

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Der Bildhauer und künstlerisch veranlagte Handwerker gestaltet eine besondere Art von Bäumen. Er widmet sich ganz und gar dem Bonsai. Eigentlich ist das Ziehen von Zwergbäumen die japanische Variante einer alten asiatischen Art der Gartenkunst. Hierzulande kennt man diese allerdings vor allem als ästhetische und schön geformte Bäumchen, die als Zimmerpflanzen bzw. Dekoration in der Wohnung dienen.

Für den Stamm verwendet Andy einen dicken Bund Draht, den er durch sorgfältiges Drehen und Biegen sich nach oben hin immer weiter verzweigen lässt.

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Beeindruckend ist außerdem Andys Liebe zum Detail: Die zahlreichen akkuraten Drahtschlaufen, die an jedem Bonsai zu Blattgebilden werden, dienen als Beweis.

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Übrigens ist die Idee nicht künstlerischer Motivation entsprungen, sondern therapeutischem Nutzen. Das ist verständlich, wenn man bedenkt, dass die Herstellung einer einzigen Skulptur eine wahre Geduldsaufgabe darstellt und viel Hingabe und Konzentration erfordert. Durchschnittlich 5 Tage braucht Andy für ein Bäumchen. 

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2016 und 2017 startete der Mann aus Manchester zwei erfolgreiche Crowdfunding-Kampagnen, die ihn mit Geld für das benötigte Material unterstützen, sodass er heute auf Kommissionsbasis arbeiten kann.

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Und nicht nur der Erfolg seiner Kampagnen, sondern auch die Anzahl seiner Follower auf YouTube gibt ihm recht. Über 300.000 Menschen interessieren sich dort für die neuesten Schöpfungen des Ausnahmetalents. Bevor er die Drahtkunstwerke ins Zentrum seines Interesses rückte, hatte er übrigens alle möglichen einzigartigen Möbel hergestellt. Viele davon kann man sich heute auf seinem Kanal der Videoplattform ansehen.

Wichtig ist auch eine gewisse Vorbildfunktion, die Andy innehat. Schließlich bleibt zu hoffen, dass viele angehende Künstler nicht nur von seiner Kreativität, sondern auch von seinem Unternehmergeist inspiriert werden. Dadurch trauen sich vielleicht mehr Talente mit ihren Werken an die Öffentlichkeit und können ihre Leidenschaft zum Beruf machen.

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