Eine Mutter beweist: Wie lange stillen richtig ist, entscheidet jeder selbst.

Die 29-jährige Emma Hudson ist Mutter von zwei Kindern und gab, wie ca. 74 Prozent der US-amerikanischen Frauen, ihrer Tochter und ihrem Sohn die Brust (in Deutschland sind es in etwa 80 Prozent). Die meisten Frauen gewöhnen ihre Kinder meist nach dem 7. Monat an Beikost – und nach dem ersten Lebensjahr bekommen die Kleinen dann ausschließlich feste Nahrung oder Brei.

Emma jedoch hörte nicht auf, ihre Erstgeborene zu stillen. Bis heute trinkt Alex an der Brust ihrer Mutter. Mittlerweile ist sie 5 Jahre alt. „Alex war schon immer ein entspanntes Baby und wenn sie aufgeregt war, wollte sie Milch. Ich bin der Meinung, dass das wichtigste am Stillen jedoch die Antikörper sind, die sie durch meine Milch bekommt, und ich bin froh, dass ich sie ihr geben kann“, erklärt Emma ihre ungewöhnlich lange Stillzeit.

Als Alex in den Kindergarten kam, zeigte sich, dass Emmas Theorie über ihre gesunde Muttermilch durchaus ihre Berechtigung hatte. „Nachdem Alex ein paar Wochen im Kindergarten war, ging irgendeine Krankheit herum und sie war das einzige Kind, das nicht angesteckt wurde“, berichtet Emma stolz.

Insgesamt seien ihre Kinder kaum krank, erzählt die junge Mutter. Ihre Muttermilch sei wie eine Art Medizin, die den Kleinen prophylaktisch helfe, ein gutes Immunsystem zu bilden und es zu erhalten. Die eigene Erfahrung der jungen Mutter steht hier in einem indirekten Kontrast zur Wissenschaft. Denn es gibt bis heute keine aussagekräftigen Studien über die Folgen des Langzeitstillens; jedenfalls nicht über die Zeit, die über das zweite Lebensjahr des Kindes hinausgeht.

Es sind somit keine Nachteile des Stillens, aber eben auch keine Vorteile bewiesen. Laut Anthropologin Katherine Dettwyler ist natürlich nicht davon auszugehen, dass die immunfördernde Kraft der Muttermilch mit dem zweiten Geburtstag des Kindes endet, sondern von da an danach langsam abnimmt.

Somit hatte Emmas Muttermilch zwar einen Einfluss auf die frühe Entwicklung ihrer Tochter, fraglich ist nur, ob das Stillen mittlerweile noch einen Nutzen hat, abgesehen von einer engen Mutter-Kind-Bindung. Die Zweifach-Mama ist jedenfalls von der Kraft ihrer Milch überzeugt und bekommt Unterstützung von ihrem Mann Stuart, der sieht, wie gut es seiner Tochter durch das Stillen geht.

Aber es gibt auch Leute, die von der stillenden Mutter abgeschreckt sind. Sie finden es eklig und lassen abwertende Kommentare fallen. „Ich habe sogar Freundinnen, die sich nicht mehr trauen, in der Öffentlichkeit zu stillen, obwohl sie viel jüngere Kinder haben als ich. Dabei ist es doch etwas ganz Natürliches.“

Nachdem Alex geboren wurde, war Emma unsicher, wie lange sie stillen sollte. Schließlich rät die WHO Müttern dazu, ihr Kind bis zum 2. Lebensjahr zu stillen, aber schon ab dem 7. Monat mit Beikost zu füttern. Als Emma hingegen die positive Auswirkung, die das Langzeitstillen auf ihre Tochter hatte, etablierte sie eine Routine.

Seitdem stillt sie ihre Tochter jeden Morgen und jeden Abend zusätzlich zum normalen Essen. So möchte sie es auch mit ihrem mittlerweile zweijährigen Sohn machen. In naher Zukunft hat die 29-Jährige nämlich nicht vor, ihren Kindern das Brusttrinken abzugewöhnen.

Sie glaube daran, dass Alex irgendwann von allein beschließen werde, nicht mehr an ihrer Brust trinken zu wollen. Auch über das sogenannte Tandemstillen gibt es keine Studien, sodass fraglich ist, dass dabei genug nährstoffreiche Milch in der Brust gebildet wird. Jedoch berichten einige Frauen, so wie Emma, über ihre positiven Erfahrung und darüber, dass die Milch ohne Probleme für zwei Kinder reichte.

Emmas Meinung nach sollten mehr Mütter ermutigt werden, ihr Kind zu stillen; vor allem, wenn sie anfangs Probleme damit haben. Das Schöne daran sei, dass „alle Frauen dadurch gleich sind, denn egal aus welchem Umfeld sie kommen, Stillen ist etwas, was alle machen können.“

Auch wenn es eine ungewöhnliche Methode ist, kann man Emma nicht vorwerfen, dass sie sich nicht um ihre Kinder kümmert. Ihr Mann und sie wollen das Beste für ihre Kleinen und sie scheinen einen Weg für sich gefunden zu haben. Letztendlich muss jede Mutter selbst entscheiden, für welchen Weg sie sich entscheidet, solange sie und das Kind sich dabei wohlfühlen.

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