22 Tipps, die mehr Frieden in deine Familie bringen.

Dass es in Familien strapazierte Nerven gibt, ist völlig normal. Mit Kindern gehen die Gefühlskurven hoch und runter wie auf einer Achterbahn. Im einen Moment würde man am liebsten alle herumliegenden Spielsachen einfach aus dem Fenster werfen, im nächsten Moment geht einem das Herz über, weil die kleinen Rotznasen ein Puppentheater einstudiert haben.

Wird der Familienzoff aber zur andauernden Belastung, kann dies gravierende Auswirkungen haben: Die Partnerschaft leidet, Konflikte fahren sich fest, sogar die Gesundheit nimmt Schaden. Hier findest du ein paar Tipps, wie du es im alltäglichen Chaos schaffen kannst, Familienstress zu reduzieren und euren Zusammenhalt zu stärken. Meinst du, es ist auch etwas für dich und deine Kids dabei?

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1.) Kreativität

Kinder lieben es, sich auszuprobieren! Sind die Eltern dabei, gewinnen sie dabei nicht nur an Sicherheit, sondern erfahren zugleich wertvolle Bestätigung. Kaum etwas schweißt so eng zusammen und gibt eurem Familienleben eine stabile Basis. 

Warum nicht mal einen kleinen Film oder ein Musikvideo drehen? Beinahe jedes moderne Handy besitzt eine Kamera. Im Internet gibt es zahlreiche kostenfreie Programme, die euch beim Schneiden der Sequenzen helfen. 

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2.) Fotoalben

Für Kinder sind selbst kurze Monate eine große Zeitspanne. Nimm dir einen Moment, mit ihnen Fotoalben anzusehen. Das stärkt Kinder in ihrer Selbstwahrnehmung und sie merken, wie wichtig sie euch Eltern sind. Kinder, die wissen, dass man immer wieder schöne gemeinsame Aktionen erlebt, sind in den Phasen dazwischen oft weniger fordernd.

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3.) Wissen, was das Kind braucht

Das, was das Kind will, ist nicht immer das, was das Kind braucht. Quengelt das Kind an der Kasse, liegt das nicht zuletzt daran, dass es dauernd im Einkaufswagen sitzen musste. Jetzt braucht der Knirps eine Art Wiedergutmachung. Umso wichtiger ist es, dass man nach dem Einkaufen etwas Kinderzeit einplant. Kleine „Bestechungen“ führen hingegen schnell zu einem Teufelskreis aus Anspruchshaltung und dem Wunsch nach etwas Besonderem. 

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4.) Gleichberechtigung beginnt im Auto

So notwendig es ist, auf seine Kinder einzugehen, so müssen Kinder auch lernen, dass ihre Eltern ebenfalls Bedürfnisse haben. Handle beispielsweise mit deinen Sprösslingen aus, dass im Auto Kinder- und Erwachsenen-CDs abwechselnd abgespielt werden.

5.) Blumen gießen

Kleine Kinder wollen im Haushalt ständig „helfen“. Das kann zuweilen lästig sein. Andererseits sollte man Kindern frühzeitig beibringen, sich im Haushalt zu beteiligen. Findet Tätigkeiten, bei denen die Kinder Verantwortung übernehmen, ohne zu stören: Blumen gießen oder Kartoffeln aus dem Keller holen zum Beispiel.

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6.) Früher aufstehen

Kinder leben im Moment. Was sonst noch zu tun ist und welche Schritte dafür erledigt werden müssen, das können die Kleinen nicht begreifen. Plane daher stets mehr Zeit ein und bereite die Hosenmätze rechtzeitig auf Anstehendes vor. Auch lohnt es sich, morgens etwas früher aufzustehen, um Hektik zu vermeiden. 

7.) Rituale

Ein regelmäßiger Tagesablauf vermindert Konfliktpotenzial. Wenn klar ist, zu welchen Zeiten ferngesehen werden darf, braucht man darüber nicht zu diskutieren. Zudem stärken Rituale den familiären Zusammenhalt und bringen Ruhe in den Alltagsstress.

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8.) Picknick auf dem Dachboden

Bei aller Liebe zu eingespielten Routinen muss man gelegentlich auch mal dem Trott entkommen. Das ermöglicht, Gewohntes aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Ein Picknick auf dem Dachboden anstelle des normalen Abendbrots motiviert die Kleinen, selbst mit anzupacken.

9.) Exklusivzeit

Kinder sind Egoisten. Das dürfen sie (in einem gewissen Rahmen) auch sein. Wenn du mehrere Kinder hast, bleibt es nicht aus, dass sie ständig um deine Aufmerksamkeit konkurrieren. Gönne daher jedem Kind regelmäßig einige Stunden mit dir allein. Geht zu zweit ins Kino, macht eine Shoppingtour oder treibt zusammen Sport. Beim nächsten Mal ist dann das nächste Kind an der Reihe.

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10.) Nicht raushalten

Die große Schwester will in Ruhe ihre Zeitschriften lesen, aber der kleine Bruder kommt ständig heran und nervt – bis die Große irgendwann zuschlägt. Das Geschrei ist groß und weder Papa noch Mama wissen, wie sie aus diesem Dilemma herauskommen. Soll man mit der Nervensäge schimpfen und heißt damit indirekt das Zuschlagen gut? Oder soll man der Großen vorwerfen, sie hätte reifer reagieren müssen – und der Kleine sieht sich in seiner Opferrolle bestätigt? Raushalten ist bei vielen Eltern die gängige Devise. Die Streithähne werden getrennt, Schluss, aus, Ende. Aber der Konflikt ist damit nicht bereinigt. Eher fühlen sich nun beide ungerecht behandelt. Der Groll gräbt sich ein und mit jedem Mal eskaliert der Streit schneller.

Kinder brauchen Unterstützung, wie man mit Auseinandersetzungen umgeht. Streiten muss man lernen! Zunächst gilt es also, die Wogen zu glätten und in Ruhe jedem Kind zuzuhören. Hat man für dessen Lage Verständnis gezeigt, geht es nun darum, ihm auch die Sicht des anderen näherzubringen sowie Möglichkeiten der Versöhnung aufzuzeigen. 

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11.) Neuzuwachs

Einzelkinder genießen einen schlechten Ruf. Sie seien verwöhnt und unsozial. Dieses Vorurteil wurde in mehreren Studien widerlegt. Einzelkinder sind gezwungen, sozial kompetent zu sein, um Kontakte pflegen zu können. Geschwister sind hingegen automatisch da – im Guten wie im Bösen. 

Damit die Erstgeborenen ein positives Verhältnis zum Familiennachwuchs entwickeln, solltest du sie von Anfang an dabei unterstützen, ihre neue Rolle in der Familie zu finden: Lass den großen Bruder oder die große Schwester beim Wickeln, Füttern und Trösten des Babys helfen. Das stärkt den Stolz und den Zusammenhalt.

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12.) Aufräumen würfeln

Wie überredet man seine Rabauken, dass Legosteine und Kuscheltiere irgendwann wieder an ihren Platz gehören? Mit einem Spiel macht das Aufräumen sogar Spaß! Eine Kehrichtschaufel wird zu einem Bagger; oder man nimmt einen Würfel: Jeder muss so viele Dinge wegräumen, wie er Punkte gewürfelt hat. 

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13.) Bei Hausaufgaben im Hintergrund

Für Kinder ist es gerade in den ersten Schuljahren ungewohnt, zu Hause still und konzentriert arbeiten zu müssen. Dabei kann man sie unterstützen. Genauso wichtig ist es allerdings, seine Grenzen zu kennen. Ist man als Elternteil wirklich dafür verantwortlich, dass keine Rechenfehler in den Schulheften sind? 

14.) Toter Mann

Abends drehen Kinder noch einmal so richtig auf: Sie springen herum, werfen mit Kissen und kriegen sich in die Haare. Ein tolles Spiel, um zur Ruhe zu kommen: Alle Kinder müssen sich regungslos auf den Boden legen; wer zuerst kichert oder zuckt, hat verloren. Die kurze Phase der Stille hilft, die Gemüter abzukühlen. 

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15.) Verbotene Wörter

Beobachte dich einmal selbst: Wie oft sagst du „immer bist du“ oder „nie machst du“? Mit solchen Generalisierungen besteht aber die Gefahr, dass sich beim Kind die unerwünschten Verhaltensweisen festigen. Es hat das Gefühl, es sei als Person ungenügend. Anreiz, an den Fehlern zu wachsen, erhält es nicht.

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16.) Sei ehrlich

Jeder hat mal einen schlechten Tag. Kinder spüren das. Geh lieber offen mit deinen Gefühlen um. Dann können sich deine Kinder darauf einstellen und verstehen es, wenn dein Geduldsfaden heute etwas dünner ist. 

17.) Keine böse Absicht unterstellen

Gelegentlich hilft es im Straßenverkehr, sich einzureden, die anderen Verkehrsteilnehmer seien schlicht unwissend und nicht doof oder gar bösartig. Schon kann man die Situation gelassener betrachten. Auch im Familienleben hilft es, wenn man seinem Gegenüber nicht gleich mit Vorwürfen begegnet, sondern auf Fehlverhalten hinweist. 

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18.) Streit als Chance

Streit verändert seinen Charakter, wenn man in ihm auch eine Chance sieht, die unterschiedlichen Interessen, Meinungen und Ansprüche in der Familie neu anzupassen und gemeinsam in der Beziehung zu wachsen.

19.) Wind aus den Segeln

Damit Zwistigkeiten konstruktiv werden können, braucht es das richtige Gesprächsklima. Nehmt euch im Zweifelsfall lieber eine kurze Auszeit, um über die Argumente des anderen nachzudenken.

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20.) Elternzeit

Gönn dir und deinem Partner ausreichend Freizeit zu zweit. Auch das gehört zu einem guten Familienleben.

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21.) Kein Perfektionismus

Je größer eine Familie ist, umso weniger sollte man nach Perfektion streben. Zuweilen ist ein gemeinsames Brettspiel wichtiger als ein sauberes Bad.

22.) Pyjama-Tag

Ein voller Terminkalender führt unweigerlich zu Reibungen. Da ist es befreiend, in seiner Freizeit einfach mal gar nichts zu unternehmen. Beschließt, den ganzen Sonntag im Schlafanzug zu verbringen. Faulenzen entspannt – und wer entspannt ist, streitet sich weniger. 

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Diese Tipps sind freilich bloß Anregungen. Doch vielleicht erkennst du dich und deine Familie in dem ein oder anderen Punkt wieder. Findet euren ganz persönlichen Weg, mit mehr Gelassenheit durch den Familienalltag zu kommen!

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