Fleißiger Häuslebauer: Wohnhaus besteht aus 3 recycelten Containern.

Wer kennt nicht die Geschichte von den drei kleinen Schweinchen und dem großen, bösen Wolf, dem es gelang, die Häuser aus Stroh und Holz umzupusten? Nur dem Haus aus Stein war er nicht gewachsen. Doch heutzutage würde sich Schweinchen Schlau wohl kaum mit einem simplen Haus aus Stein zufrieden geben.

Denn wie das folgende Beispiel zeigt, entwerfen Architekten immer ausgefallenere Häuser, die nicht nur optisch, sondern vor allem aufgrund von technischen Spielereien, ihrer Konstruktionsweise sowie in puncto Nachhaltigkeit zu überzeugen wissen.

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Das World Flex Home (WFH), das von einem dänischen Architektenbüro entworfen wurde und dessen Prototyp in der chinesischen Stadt Wuxi zu finden ist, ist solch ein ausgefallenes, modernes Haus, das mit Blick auf die zukünftigen Herausforderungen großstädtischen Wohnens errichtet wurde.

Das Besondere an dem WHF-Haus ist seine Nachhaltigkeit – sowohl in Bezug auf seinen äußerst effizienten Energieverbrauch als auch hinsichtlich seines ungewöhnlichen Baumaterials, von dem man zunächst nicht erwarten würde, darin schön wohnen zu können: Seefracht-Container.

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Ungefähr zwei Drittel des grenzüberschreitenden Warenverkehrs werden per Containerschiff transportiert. Angeblich soll es über eine halbe Milliarde Container auf der Welt geben, von denen, statistisch gesehen, einer pro Stunde im Meer versinkt.

Somit recycelt das WFH-Haus etwas, wovon es bereits mehr als genug gibt und das vermutlich verschrottet werden würde, sobald es für den Warentransport ausgedient hat.

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Um das WFH-Haus zu errichten, werden drei solcher Container benötigt, die in der Standardausführung ungefähr 12 Meter lang sind sowie in der Höhe und Breite jeweils über zwei Meter messen. Nachdem Aussparungen für die Fenster und Türen herausgetrennt wurden, werden einem einzelnen Container zwei aufeinander gestapelte gegenübergestellt. Verbunden werden sie durch eine schräge Dachkonstruktion.

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Um nicht nur ebenerdig wohnen zu müssen, wurde ein zusätzliches Stockwerk eingezogen.

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Die Außenfassade wurde mit Bambusholz verkleidet. Auf dem Dach befindet sich eine Solaranlage. Es ist zudem mit Gras als zusätzlichem Dämmmaterial bewachsen, um bei jeder Jahreszeit angenehme Temperaturen im Inneren zu gewährleisten. Darüber hinaus kann das Regenwasser in unterirdischen Tanks gespeichert und sowohl für sanitäre Bedürfnisse als auch als Trinkwasser genutzt werden.

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Das Innere des WHF-Hauses beeindruckt natürlich genauso wie sein Äußeres und seine Funktionalität. Das Design von Decke, Wänden und Boden sowie die großen Fenster lassen kaum erahnen, dass man in Frachtcontainern haust. Dank modernster Technik soll das Haus automatisch die Fenster öffnen können, sobald es im Inneren zu stickig wird.

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Generell kann das WHF-Haus für mehr oder weniger Raum problemlos den jeweiligen Bedürfnissen angepasst werden, indem der Abstand zwischen den Containern von vornherein vergrößert oder verkleinert wird. Da Seecontainer bis zu sechsfach stapelbar sind, lassen sich entsprechend mehrstöckige Häuser errichten.

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Diese und weitere Bilder kannst du dir noch einmal in diesem Video (auf Spanisch) anschauen:

Aufgrund der Stabilität der Container soll das WFH-Haus sogar Erdbeben standhalten können. Der große, böse Wolf dürfte da wohl erst recht keine Gefahr mehr darstellen. Doch vermutlich würde ihm ohnehin die Luft wegbleiben – so beeindruckend ist dieses Haus.

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