12 Gerüchte aus der Medizin, die nicht wahr sind.

Gesundheit ist eines der wichtigsten Geschenke im Leben. Um den Körper in Schuss zu halten, versuchen viele Menschen, gesund zu essen und Sport zu treiben. Doch bis ins letzte Detail versteht man seinen Körper in der Regel nicht, wenn man nicht gerade ein Mediziner ist.

Aus diesem Grund klärt diese Liste über Irrtümer und Mythen über den menschlichen Körper und seine Funktionsweise auf. Einige Fakten sind wirklich überraschend, andere einfach nur faszinierend.

1.) „Übergewicht bedeutet, dass man ungesund isst.“

Übergewichtigen Menschen wird oftmals ein ungesunder Lebensstil nachgesagt. Aber nicht alle von ihnen sind unsportlich und ernähren sich ungesund. Eine Studie belegt darüber hinaus, dass Übergewicht keineswegs einen frühen Tod oder Krankheiten zur Folge haben muss.

Demnach haben die sporttreibenden, übergewichtigen Testpersonen aus der Studie eine doppelt so hohe Lebenserwartung wie Normalgewichtige, die sich nicht regelmäßig bewegen. Natürlich stimmt das auch nur zu einem gewissen Grad. Die Forscher sagen, dass diese Ergebnisse nur bei Personen bis zu einem Body-Mass-Index von 30 zutrafen. Dieser gibt das Verhältnis zwischen Körpergröße und Gewicht einer Person an. Werte zwischen 19 und 30 gelten bei Medizinern als gesundheitlich unbedenklich

2.) „Wenn man Karotten isst, sieht man besser im Dunklen.“

Dass das Vitamin A in Karotten die Sehfähigkeit des Auges unterstützt, ist schon lange bekannt. Jedoch setzte sich in den Jahren des Zweiten Weltkriegs der Mythos durch, dass Piloten, die besonders viele Karotten äßen, in der Nacht besser sehen könnten. Dieses Gerücht wurde für bare Münze gehalten. Vielmehr ist richtig: Unterstützung des Sehens ja, aber nur am Tag!

3.) „Honig ist besser als Raffineriezucker.“

pinhonig

Wer denkt, dass Honig weniger Kalorien als normaler Haushaltszucker hat, der wird enttäuscht sein. Der so harmlos wirkende Honig hat sogar mehr Kalorien pro hundert Gramm und kann genauso wie Kristallzucker zu einer Gewichtszunahme führen. Bei Überdosierung kann auch das Gold der Bienen das Risiko für Diabetes erhöhen. Einzig die Nährstoffe und die heilende Wirkung des Honigs unterscheiden ihn vom Zucker, sodass er – wohldosiert – eine Alternative dazu ist.

4.) „Die Zunge ist in vier Teile eingeteilt.“

pinzunge

In der Schule hat man gelernt, dass es die verschiedenen Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig und bitter gibt. Tatsächlich gibt es aber noch einen 5. Sinn, der von unserer Zunge geschmeckt werden kann. Der sogenannte „Umami“-Geschmack schmeckt wie Glutamat.

5.) „Eine Schwangerschaft dauert 9 Monate.“

 

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Ein Thema, das vor allem werdende Eltern auf der ganzen Welt umtreibt: Babys werden nicht, wie allgemein angenommen, nach 9 Monaten Schwangerschaft geboren, sondern kommen meistens früher zur Welt. Nur etwa neun Prozent der Kinder in Deutschland werden an ihrem festgelegten Geburtstermin zur Welt gebracht. Das liegt vor allem daran, dass man nicht genau sagen kann, wann die Befruchtung der Eizelle stattgefunden hat.

Da die meisten Frauen nur die letzte ausgebliebene Periode als Anhaltspunkt haben, wird diese mit dem Beginn der Schwangerschaft gleichgesetzt. Ab diesem Zeitpunkt errechnet der Frauenarzt den Geburtstermin für 38 Wochen und 2 Tage in der Zukunft. Da jede Schwangerschaft anders verläuft und man den genauen Zeitpunkt der Zeugung nicht nachvollziehen kann, kann eine Verschiebung von bis zu 5 Wochen auftreten. Letztlich zählt aber ja nur, dass das Kind gesund ist, oder?

6.) „Milch ist gut für die Knochen.“

„Kalzium macht Knochen stark.“ Dieser Spruch ist mittlerweile veraltet, denn Milchprodukte, in denen bekanntermaßen viel Kalzium steckt, haben keinerlei Einfluss auf die Knochendichte oder die Produktion von Vitamin A im Körper. Auch wenn sie keinen Nutzen für die Knochen hat, kann Milch dem Körper nichtsdestotrotz wertvolles Protein liefern.

7.) „Essen aus der Mikrowelle ist krebserregend.“

 

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Einige Menschen nehmen an, dass Mikrowellen die Nahrungsmittel mit Strahlen belasten. Jedoch werden einzig die Wassermoleküle im Essen aufgewärmt, das Essen wird dabei nicht verändert, folglich ist diese Methode auch nicht krebserregend. Das Einzige, worauf man achten sollte, ist, mikrowellengeeignetes Geschirr zu verwenden.

8.) „Wir gebrauchen nur 10 Prozent unseres Gehirns.“

Diesen Satz wird jeder schon einmal gehört haben. Dabei stimmt er nur bis zu einem gewissen Punkt. Es stimmt, dass ein Mensch sein Gehirn in ein und demselben selben Moment nicht zu 100 Prozent benutzen kann. Jedoch sind die verschiedenen Regionen des Gehirns für die Prozesse im Körper zuständig, die jeder Mensch in seinem ganzen Leben mindestens einmal nutzt. Das heißt, am Ende seines Lebens hat ein Mensch die volle Leistung seines Gehirns fast gänzlich genutzt.

9.) „Bio-Gemüse ist nährstoffreicher und frei von Pestiziden.“

So schön der Gedanke auch ist, stimmt es leider nicht, dass Gemüse und Obst aus biologischem Anbau frei von Pestiziden und ungesunden Chemikalien ist. Auch im biologischen Anbau dürfen chemische Mittel eingesetzt werden und selbst wenn die Bauern davon keinen Gebrauch machen, sind die Pflanzen dennoch von ihrer Umwelt beeinflusst. Geschützter Eigenanbau wäre die Lösung, um gänzlich chemiefrei zu züchten.

10.) „Zu viel Salz ist ungesund.“

Imgur/GitanaGautama

Salz steht schon länger im Verdacht, Bluthochdruck zu begünstigen und beim Abnehmen zu stören. Wissenschaftler empfehlen einer Studie zufolge nun aber, mit diesem kristallinen Gewürz doch nicht so knauserig zu sein. Diabetes, sinkende Lust auf Sex und Fettpolster würden nämlich durch ein Defizit an Salz im Körper gefördert. Viel oder wenig Salz: Beides scheint also ein gewisses Risiko zu bergen, weshalb man darüber im Zweifelsfalle am besten mit einem Arzt oder Ernährungsberater sprechen sollte, wenn man bei sich die genannten Symptome feststellt. Ansonsten ist nichts gegen die ein oder andere Prise Salz einzuwenden.

11.) „Joghurt fördert die Verdauung.“

Die probiotischen Bakterien in Joghurt sollen der Verdauung besonders guttun. Forscher jedoch können bis heute keine negativen, aber auch keine positiven Eigenschaften in Bezug auf die Verdauung feststellen. Im Darm findet man so viele Bakterien, dass man nicht sagen kann, ob es genau die „Joghurt-Bakterien“ sind, die einen Effekt auf die Verdauung haben. Es gibt aber auch nichts gegen den morgendlichen Joghurt einzuwenden, solange dieser nicht zu viel Zucker enthält. Denn dieser ist wiederum schlecht für den Darm.

12.) „Nachts zu essen, macht dick.“

 

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Einer der größten Irrglauben der Menschheit ist das Gerücht, dass nächtliche Schlemmereien dick machen. Schlemmereien machen dick, sicher, aber es ist ziemlich egal, ob man nachts oder tagsüber zu viel isst. Denn einzig die Menge des Essens und die Bewegung, die der Körper bekommt, spielen eine Rolle, wenn es um Abnehmen oder Zunehmen geht. Wer nachts gerne isst, der soll das ruhig tun, aber am besten für den nächsten Morgen gleich ein Work-out oder einen langen Spaziergang einplanen.

An einige dieser Mythen hat sicher jeder von uns irrtümlich schon mal geglaubt. Die meisten neuen Erkenntnisse sind aber vielmehr beruhigend und zeigen, dass man sich in mancher Hinsicht gar nicht immer einen solchen Stress zu machen braucht.

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