20 groteske Dinge und kuriose Exponate, die in Museen ausgestellt werden.

Die Smithsonian Institution betreibt in der US-Hauptstadt Washington D.C. den größten Museumskomplex der Welt. Er umfasst 19 Museen und Galerien, von denen viele in unmittelbarer Nähe zum bekannten Hauptgebäude, welches „Das Schloss“ genannt wird, angesiedelt sind.

Auf diesem Bild aus der Vogelperspektive sind „Das Schloss“ (14) und nicht weniger als zwölf Museen (2-6, 10-17) in fußläufiger Distanz zu sehen. Links und rechts davon sind das Washington Monument (1) sowie das Kapitol (7) zu finden.

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Im Jahr 2017 zählten die Smithsonian-Museen schätzungsweise 30 Millionen Besucher. Neben den gewohnten historischen und naturwissenschaftlichen Ausstellungsstücken bekamen die Schaulustigen aber auch zahlreiche kuriose, groteske und ungewöhnliche Dinge zu sehen, die man in einem Museum nicht erwartet hätte.

Aber auch deutsche Museen stellen mitunter kuriose Exponate aus. Im Folgenden findest du 20 solcher bemerkenswerten Objekte aus dem Smithsonian sowie hiesigen Museen.

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1.) Grover Krantz

Grover Krantz war ein amerikanischer Anthropologe, der sich ab den 1960er Jahren aber auch ernsthaft mit Bigfoot, dem mythischen Menschenaffen aus den Wäldern Nordamerikas, auseinandersetzte, wofür er von seinen Fachkollegen scharf kritisiert wurde. Der 1931 geborene Krantz war mehrfach verheiratet, u.a. mit der Adoptivtochter des Sohns von Albert Einstein. Krantz verstarb am Valentinstag 2002.

Anstatt einer Beerdigung wünschte sich Krantz – ganz Anthropologe –, dass seine Überreste der Forschung zur Verfügung stehen. Daran knüpfte er jedoch die Bedingung, dass seine Knochen mit denen seiner Irischen Wolfshunde Clyde, Icky und Yahoo aufbewahrt werden sollten. Seit 2009 ist Krantz' Skelett mit dem von Clyde im Smithsonian Museum für Naturgeschichte ausgestellt.

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2.) Künstliches Herz

Am 2. Juli 2001 wurde dem Amerikaner Robert Tools dieses künstliche Herz implantiert. Es war der erste Eingriff, bei dem ein menschliches Herz dauerhaft durch solch ein in sich geschlossenes, künstliches Transplantat ersetzt wurde.

Nach der Operation lebte Tools mit dieser Pumpe aus Plastik und Titan noch fast fünf Monate lang, womit er die anfängliche Lebenserwartung von 60 Tagen um mehr als das Doppelte übertraf.

3.) Sistrum

Dieses 19 cm hohe Ausstellungsstück aus dem Neuen Museum Berlin ist ein Sistrum, ein altägyptisches Musikinstrument, das auf 664-332 v. Chr. datiert wird.

4.) Taschenmesser

Ein Messer, einen Dosenöffner, vielleicht noch einen Korkenzieher: Von einem guten Taschenmesser erwartet man durchaus das ein oder andere Werkzeug zum Ausklappen. Aber dieses Super-Taschenmesser übertrifft wahrscheinlich alle Erwartungen. Als besonderes Schmankerl verfügt dieses Exemplar sogar über einen funktionsfähigen Revolver Kaliber .22, der links oben zu finden ist.

5.) Glasaugen

Ich seh dir in die Augen, Kleines: Im Museum für Amerikanische Geschichte des Smithsonian kann man auch einen Blick auf diese Sammlung von Glasaugen werfen. Sie stammen aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg. Damals wurden Glasaugen in der Regel in Deutschland hergestellt. Doch im Zuge der Verschlechterung der politischen Verhältnisse konnten sie nicht mehr in die USA eingeführt werden, weswegen dort Augenprothesen aus Acryl entwickelt wurden, welche noch heute gängig sind.

6.) Solar-Kocher

Diese Apparatur stammt aus dem Jahr 1940 und wurde vom Astrophysiker und späteren Leiter des Smithsionan Charles Abbot konstruiert. Es handelt sich dabei um einen Solar-Kocher (so die englische Übersetzung) bzw. einen mit Sonnenenergie betriebenen Backofen.

Die Funktionsweise liest sich wie folgt: Ein zylindrischer Aluminiumspiegel wird parallel zur Erdachse montiert, um Sonnenenergie zu sammeln und auf eine hitzebeständige Röhre zu richten, die mit chloriertem Benzol gefüllt ist. Die daraus entstehende Energie wird zum quadratischen Ofen übertragen.

7.) Armprothese

Dass es sich hierbei um eine Armprothese handelt, mag offensichtlich sein. Doch das Besondere an ihr, weswegen sie auch einen Platz im Deutschen Historischen Museum Berlin verdient hat, ist, dass sie um 1510 angefertigt wurde.

Aller Wahrscheinlichkeit nach für einen Ritter, der seinen rechten Unterarm einschließlich des Ellbogens verloren hat. Mit dieser Prothese war es ihm möglich, das Ellbogengelenk in sechs verschiedene Positionen zu bringen und die Finger mit Hilfe eines Knopfdruckmechanismus zu bewegen.

8.) Macintosh

Markteinführung 1984 und jetzt schon museumsreif: Wer hätte gedacht, dass man mit 34 schon zum alten Eisen gehört? Aber in der rasanten Welt des technischen Fortschritts hat das Neue nur eine sehr kurze Halbwertszeit. Der erste Macintosh ließ nicht einmal annähernd erahnen, was gut 20 Jahre später folgen sollte. Genauso wenig erinnern die heutigen iPhones daran, womit die Firma Apple einst begann.

Und so abgöttisch manche Apple-Jünger Steve Jobs verehren, ist es kaum verwunderlich, dass ein gerade einmal 34 Jahre alter Computer neben jahrhundertealten Werkzeugen als Zeugnis menschlicher Kulturleistung im Smithsonian ausgestellt wird.

9.) Loren Madsen

Der amerikanische Künstler Loren Madsen hielt jeden Tag seines Lebens zwischen Juni 1970 und dem 31. Dezember 1999 in insgesamt 11.000 Bildern fest. Die quadratischen Bilder sind ungefähr 2,5 cm breit und wurden auf einer neun Meter langen Schriftrolle verewigt.

10.) Mikrowelle

Zugegebenermaßen ist dieses Objekt an und für sich betrachtet recht unspektakulär, aber heutzutage bekommt man solch einen Gegenstand nicht mehr häufig zu Gesicht. Denn das hier ist eine Mikrowelle von 1976. Die heutigen Exemplare haben äußerlich kaum noch etwas mit ihren 40 Jahre alten Vorgängern gemein. Das Patent für die allererste Mikrowelle wurde aber bereits 1945 beantragt.

11.) Hut

Die Überschrift zu diesem Stück nimmt es bereits vorweg: Bei diesem phallusähnlichen Gegenstand aus dem Neuen Museum Berlin handelt es sich um einen Zeremonialhut aus der späten Bronzezeit, ungefähr 1.000-800 v. Chr.

12.) Spaceshuttle-Abort

Wer immer schon mal wissen wollte, wie Astronauten ihre Notdurft verrichten, der findet im Nationalen Luft- und Raumfahrtmuseum des Smithsonian eine Nachbildung der Bordtoilette eines NASA-Spaceshuttles. In der Schwerelosigkeit im Stehen zu pinkeln, dürfte wohl wenig empfehlenswert sein.

13.) Papageiensammlung

Nicht immer finden alle Stücke eines Museums in den Ausstellungsräumen Platz. Oft sind viele Objekte in den Archiven verstaut, dienen zu Forschungszwecken oder müssen überhaupt erst einmal katalogisiert werden. Es gibt immer wieder erstaunliche wissenschaftliche Funde, die nicht draußen in der freien Natur, sondern unter den gelagerten Präparaten gemacht werden.

Einen Eindruck davon, wie solch ein Archiv aussehen kann, vermittelt dieses Bild der Papageiensammlung des Smithsonian.

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14.) Tresen

Das ist nicht etwa die Snackbar des Smithsonian, an der sich die Besucher erfrischen können, sondern der Tresen des Woolworth's in der kleinen Stadt Greensboro im US-Bundesstaat North Carolina. Am 1. Februar 1960 nahmen vier schwarze Studenten dort – und nicht etwa in dem für sie vorgesehenen Separee – Platz, um gegen die damalige Rassentrennung zu protestieren.

15.) Nasssammlung

Das Museum für Naturkunde in Berlin ist eines der drei größten Naturkundemuseen Deutschlands. Das bekannteste Highlight unter all den 30 Millionen Objekten, die das Naturkundemuseum beherbergt, ist aktuell sicherlich „Tristan“, das einzige Originalskelett eines Tyrannosaurus Rex in Europa. Daneben verfügt das Museum aber auch über eine weltweit einzigartige Nasssammlung.

In einem über sechs Meter hohen, 30 Meter langen und 15 Meter breiten Glaskasten lagern rund eine Million Objekte, verteilt auf 276.000 mit Alkohol gefüllte Gläser.

Die Wissenschaftler dürfen den Glaskasten nur unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen betreten, um einen Brand zu verhindern, der bei einer Menge Alkohol von rund 100.000 Litern durchaus ausbrechen kann. Um dem vorzubeugen, liegt die Raumtemperatur innen wie außen bei ungefähr 15 Grad Celsius.

Bei dem Alkohol handelt es sich übrigens um ein Gemisch aus 70 % Alkohol und 30 % Wasser, das zudem ungenießbar gemacht wird. Wäre der Alkohol für den Verzehr geeignet, müsste das Museum Steuern darauf zahlen.

16.) Lincolns Hut

Am 14. April 1865 wurde US-Präsident Abraham Lincoln während eines Theaterbesuchs von John Wilkes Booth erschossen. Während des Attentats trug Lincoln diesen Zylinder, der im Museum für Amerikanische Geschichte zu sehen ist.

17.) Kokosnuss-Brief

Ein auf Hawaii stationierter Matrose schickte seiner Frau einen Brief in Form dieser Kokosnuss.

18.) Von Tauben gesteuerter Flugkörper

B.F. Skinner war ein bekannter amerikanischer Psychologe und Verhaltensforscher. Sein Name ist vor allem mit der Skinner-Box verbunden, bei der eine Ratte oder eine Taube in eine Art Käfig mit einer kleinen Vorrichtung für die Ausgabe von Futter gesetzt wird. Je nach Versuchsaufbau können Forscher damit Rückschlüsse auf das Lernverhalten oder beispielsweise die Entstehung von Aberglaube ziehen. Skinner selbst griff bei seinen Experimenten ausschließlich auf Tauben zurück.

Skinner war von den Vögeln derart angetan, dass er 1944 eine Rakete entwickeln wollte, die von Tauben gesteuert werden konnte. Diese war als Antwort auf die im Flug lenkbare V2-Rakete der Deutschen gedacht. Mit ihren Pickbewegungen sollten die Tauben die Rakete auf Kurs halten. Das Militär entschied sich aber dann doch für radargestützte Fernlenksysteme. Skinners Idee kam über diesen Prototypen nicht hinaus.

19.) Big Maple Leaf

Dieses Exponat stand im Berliner Bode-Museum, bis es in der Nacht zum 27. März 2017 gestohlen wurde. Während in Hollywood-Filmen komplizierte Pläne geschmiedet werden, bei denen die Aktionen aller Beteiligten bis auf die Sekunde genau aufeinander abgestimmt sind, haben die Diebe in diesem Fall nichts weiter getan, als mit Hilfe einer Leiter von der ans Gebäude angrenzenden S-Bahn-Brücke ins Museum einzusteigen. Vermutlich war einer der Wachmänner ihr Komplize.

Von der sogenannten „Big Maple Leaf“ mit dem Konterfei von Königin Elizabeth II. gab es bis dahin nur fünf Exemplare weltweit. Mit einem Gewicht von 100 kg und einem Durchmesser von 53 cm gehörte sie zu den drei größten Goldmünzen der Welt. Mit einem Nennwert von einer Million kanadischen Dollar war sie zum Zeitpunkt des Diebstahls 3,27 Millionen Euro wert. Von der gestohlenen Münze fehlt bis heute jede Spur. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Münze zersägt und in kleinen Stücken veräußert wurde.

20.) Haarige Galerie

Von George Washington bis Franklin Pierce: Für alle geschichtsinteressierten Friseure stellt das Smithsonian Haarlocken der ersten 14 US-Präsidenten aus.

Ob seltsam aussehende Ausstellungsstücke oder Exponate mit einer kuriosen Hintergrundgeschichte – in Museen kommen nicht nur Geschichtsfanatiker und Naturliebhaber, sondern mitunter auch Freunde des Absurden auf ihre Kosten. Dass es zahlreiche merkwürdige Museen mit eigenwilligen Exponaten gibt, beweist auch dieses britische Museum, das ein mumifiziertes erigiertes Glied ausstellt.

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