7 bekannte Küchenmythen und was wirklich dahintersteckt.

Gerade im Haushalt und speziell in der Küche gibt es all die kleinen Regeln, Tipps und Tricks, die man beachten, befolgen oder anwenden sollte. Viele davon haben wir von unseren Großeltern oder Eltern gelernt oder sonst wie als Volksweisheit aufgeschnappt, weswegen wir sie gar nicht mehr hinterfragen. Doch was steckt hinter solchen Behauptungen, dass der Backofen stets vorgeheizt werden muss oder dass man das Brot noch essen kann, wenn man einfach die schimmeligen Stellen abschneidet?

Wissenschaftler der Universität Bonn haben diese Fragen im Projekt „Küche mit Köpfchen“ genauer untersucht. Im Folgenden findest du eine Auswahl von 7 Küchenmythen, die auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft wurden.

shutterstock/alexandre zveiger

1.) 5-Sekunden-Regel

Fällt ein Gummibärchen, ein Keks o.Ä. auf den Boden, vergisst man gerne seine gute Kinderstube, wonach man nicht vom Boden essen soll, hebt den Snack wieder auf und rechtfertigt sich damit, dass es ja 5 Sekunden dauert, bis sich Schmutz oder Keime auf ihm breitmachen. Allerdings ist nicht die Dauer, sondern die Beschaffenheit des Bodens und des Essens ausschlaggebend.

So sind trockene Lebensmittel, die auf einen glatten, sauberen Boden gefallen sind, auch weit nach 5 Sekunden noch essbar. Fallen sie auf einen schmutzigen Teppich, sollte man Kekse & Co. allerdings wegwerfen. Gleiches gilt für Lebensmittel mit viel Wasser, wie zum Beispiel Obst, oder auf denen durch vorheriges Abbeißen bereits Speichel vorhanden ist. Die Feuchtigkeit nimmt Keime bereits mit dem ersten Kontakt auf.

shutterstock/Joyseulay

2.) Backofen vorheizen

Bei Lebensmitteln, die schnell zubereitet sind, wie beispielsweise Pommes, Pizza oder Brötchen, verbraucht das Vorheizen des Backofens tatsächlich unnötig Energie. Teilweise werden die Lebensmittel sogar schneller fertig, wenn sie bereits im Ofen liegen, während dieser erst auf  Temperatur kommt. Hersteller schreiben in der Zubereitungsanleitung trotzdem gern vor, den Backofen vorzuheizen. Das hat den Grund, dass nur so die Zeitangaben für jeden Ofen in etwa gewährleistet werden können.

shutterstock/Africa Studio

3.) Obst und Gemüse im Kühlschrank

Obst im Kühlschrank frisch zu halten, ist mitunter nicht empfehlenswert. So sind Zitrusfrüchte wie Orangen, Mandarinen oder Grapefruits sowie exotische Früchte wie Ananas, Mangos oder Maracujas recht kälteempfindlich. Im Kühlschrank können sie daher schnell braun werden, was natürlich der eigentlich Idee, sie länger frisch zu halten, zuwiderläuft.

Unter den Gemüsesorten gelten Gurken, Tomaten, Paprika, Zucchini und Auberginen als kälteempfindlich. Im Gegensatz dazu können frische Beeren ein bis zwei Tage länger halten, wenn du sie abgedeckt in den Kühlschrank stellst.

shutterstock/Shkliarov

4.) Mittags frisch kochen, bis zum Abend warmhalten

Solltest du frisch zubereitete Speisen warmhalten wollen, müsstest du sie streng genommen bei mindestens 65 °C warmhalten. Denn im Bereich zwischen 7 °C und 65 °C fühlen sich die Bakterien, die Krankheiten übertragen oder dafür verantwortlich sind, die Lebensmittel zu verderben, pudelwohl.

Außerdem gehen durch das Warmhalten und Wiederaufwärmen Vitamine sowie der Geschmack verloren, weswegen es sich generell empfiehlt, die frisch zubereiteten Speisen zeitnah zu verzehren.

shutterstock/Saami Ansari

5.) Kühlschrank putzen

Viele von uns fühlen sich höchstens beim jährlichen Frühjahrsputz dazu verpflichtet, auch den Kühlschrank einer Reinigung zu unterziehen. Allerdings wird empfohlen, den Kühlschrank nicht nur einmal im Jahr, sondern einmal im Monat zu putzen, damit sich keine Mikroorganismen ansiedeln.

shutterstock/Seksun Guntanid

6.) Rohes Geflügel abwaschen

Rohes Geflügel vor dem Braten oder Kochen abzuwaschen, ist eigentlich unnötig. Zwar können sich auf dem Fleisch durchaus krankheitserregende Keime befinden – diese werden allerdings bei den hohen Temperaturen während der Zubereitung ohnehin abgetötet.

Das Fleisch abzuspülen, hat viel mehr den unangenehmen Nebeneffekt, dass die Keime durch das Spritzwasser in der Küche verteilt werden.

shutterstock/MAHATHIR MOHD YASIN

7.) Schimmel abschneiden

Verschimmelte Lebensmittel solltest du umgehend wegwerfen. Das Lebensmittel ist verdorben, auch wenn du die Schimmelflecken auf dem Brot oder der Marmelade abschneidest oder sonst wie entfernst.

Denn die Schimmelflecken sind nur die äußeren Merkmale. Im Inneren des befallenen Lebensmittels verbreiten sich Toxine, die vom Pilz gebildet und ausgeschieden werden. Sie sind auch dann noch vorhanden, wenn du nur den sichtbaren Schimmel entfernt hast.

shutterstock/Ziegelstempel

Dank der Wissenschaftler der Uni Bonn haben wir also wieder was dazugelernt. Vor allem die Gegner des Backofen-Vorheizens – woran sich zuweilen die Gemüter erhitzen und die Geister scheiden – haben nun ein Argument mehr auf ihrer Seite.

Quelle:

SWR3

Kommentare

Auch interessant