Apfel, Banane, Erdbeere: So lagerst du sie richtig.

Frisches Obst ist nicht nur gesund, sondern auch superlecker. Da ist es kein Wunder, dass es einen manchmal überkommt, gleich einen ganzen Korb mit nach Hause zu bringen. Doch was tun, damit auch diejenigen Früchte genießbar bleiben, die man nicht sofort essen kann?

Das Lagern von Obst kann schnell in eine Wissenschaft ausarten. Denn so unterschiedlich die saftigen Vitaminspender schmecken, so unterschiedlich sind ihre Bedürfnisse: Manche Früchte wollen nicht nebeneinander liegen, das eine Obst mag es gern kühl, das andere hängt lieber rum. Im Folgenden findest du ein paar Anregungen, wie Apfel, Banane, Erdbeere & Co. schmackhaft bleiben – einige davon sogar wochenlang!

1.) Wasserglas

Wer Zitronen kauft, steht vor einer schwierigen Entscheidung: gewachst oder ungewachst? Das Wachs schützt die gelben Früchte sowohl gegen Austrocknen als auch gegen Schimmel. Andererseits kann man nur mit ungewachsten Zitronenschalen Kuchen, Sahnespeisen oder Soßen ein herrliches Aroma verleihen. Wie macht man ungewachste Zitronen jedoch haltbar? 

Im Kühlschrank verlieren Zitronen – wie fast alle Südfrüchte – ihren Geschmack. Ein bewährter Trick hilft hingegen wirklich: Lege die Zitronen in ein Wasserglas und gib einen Spritzer Zitronensaft hinzu. Auch angeschnittene Zitronen halten sich auf diese Weise sehr lange frisch. 

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2.) Essigbad

Generell sollte man Obst erst kurz vor dem Verzehr waschen. Viele Früchte besitzen nämlich eine natürliche Schutzschicht gegen Keime: Pflaumen und Trauben etwa verfügen über einen weißen Film. Doch gerade bei Erdbeeren und anderen Beerenfrüchten (nun gut: Erdbeeren sind eigentlich keine Beeren) kann ein kleines Bad in Essigwasser die Haltbarkeit deutlich verlängern: bei Himbeeren auf etwa 1 Woche, bei Erdbeeren sogar auf 2 Wochen! 

Mische Essig und Wasser im Verhältnis 1 zu 9 und achte darauf, dass die Beeren nur vorsichtig hin und her bewegt werden, damit sie keine Druckstellen erhalten. Danach breit auf einem Küchentuch auslegen, abtropfen lassen und im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahren. Den Essig schmeckt man übrigens überhaupt nicht, so eignen sich die Beeren noch ideal für eine grandiose Fruchttorte.

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3.) Folienbeutel

Bezüglich der Verwendung von Folienbeuteln gehen die Meinungen auseinander. Für die Lagerung von Obst haben sie aber unbestreitbare Vorteile. Je nach Sorte können beispielsweise Äpfel mit dieser Methode bis zu 8 Wochen frisch und knackig gelagert werden. 

Früher hat man Äpfel ja gerne im Keller ausgelegt. Dabei verlieren sie allerdings Feuchtigkeit und schrumpeln. Bei der Lagerung im Folienbeutel passiert das nicht; vor allem werden jedoch der Reifeprozess und der damit verbundene Abbau wichtiger Inhaltsstoffe ausgebremst: Äpfel atmen nämlich CO2 aus, das sich im Beutel sammelt und dadurch wiederum das apfeleigene Reifehormon Ethylen hemmt.

Nach der Ernte sollten die Äpfel 2 Tage vorgelagert werden, bevor sie in die Tüte kommen. Dann lagert man sie entweder im kalten Keller oder im Gemüsefach des Kühlschranks. Dickere Gefrierbeutel sollte man mit einigen Nadelstichen perforieren. Auch bei Birnen ist der Folienbeutel-Trick anwendbar. Nur Fallobst eignet sich nicht.

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4.) Trennen

Bunte Obstschalen sehen toll aus und machen große Lust, Frisches zu naschen. Zum Lagern sind sie jedoch ungeeignet. Denn es gibt Früchte, die kräftig Ethylen ausschütten und damit umliegendes Obst schneller altern lassen – und es gibt Früchte, die besonders empfindlich auf Ethylen reagieren. Manchmal handelt es sich hierbei sogar um ein und dasselbe Obst. 

So empfiehlt es sich, Äpfel, Aprikosen, Bananen, Kiwis und Birnen möglichst getrennt zu lagern. Außerdem sollten die Früchte jeweils ungefähr gleich alt sein: Eine überreife Frucht steckt ihre Kameraden nämlich an. Auch Körbchen mit Beeren oder Steinobst werden am besten sofort nach dem Kauf nach faulen oder zerdrückten Früchten durchsucht. 

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5.) Aufhängen

Wie bei den Menschen gibt es auch beim Obst Exemplare, die empfindlicher sind, als sie aussehen. Bananen und Ananas gehören dazu. Lässt man sie auf der harten Küchenplatte liegen, bekommen sie braune Druckstellen. Darum lagert man sie lieber hängend. 

Für Bananen gibt es spezielle Halterungen zu kaufen. Bei der Ananas bindet man eine Schnur um den Blattschopf und hängt sie im 10 bis 12 °C kühlen Keller auf, so bleibt sie über eine Woche lang aromatisch. Bevor man kühl gelagertes Obst isst, sollte man es freilich immer erst wieder Zimmertemperatur annehmen lassen, damit sich sein Aroma voll entfalten kann. 

Übrigens: Wie man (unter anderem) eine Ananas zu Hause nachzüchten kann, erfährst du hier

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6.) Folie

Frischhaltefolie ist ein überraschend vielseitiger Haushaltshelfer. Selbstverständlich hilft sie auch dabei, Obst frisch zu halten. Vor allem Bananen, die ihren perfekten Reifegrad erreicht haben, bleiben länger gelb und schmackhaft, wenn man zur Adhäsionsfolie (wie sie korrekt heißt) greift.

Wickelt man das Stielende der Bananen mit Folie ein, wird das dort austretende Ethylen ausgebremst. Der Trick funktioniert allerdings nur, wenn man die Banane nicht neben einem ebenfalls Ethylen verströmenden Apfel oder einer Birne lagert.

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7.) Einmachen

Nicht im engeren Sinne frisch, dafür unschlagbar haltbar macht man Obst, wenn man es wie zu Großmutters Zeiten einkocht. Zunächst kochst du dafür Schraubgläser aus und lässt sie trocknen. Fülle nun das kleingeschnittene Obst in die Gläser und gieße sie mit Wasser auf. Die verschlossenen Gläser werden dann in den Einkochtopf gestellt. Natürlich kann man Obst auch im Backofen einkochen: Dafür stellt man die Gläser auf ein tiefes, mit Wasser gefülltes Backblech und schaltet den Ofen auf 150 °C. Nach 30 bis 40 Minuten beginnen im Glas Blasen aufzusteigen – jetzt ist das eingemachte Obst perfekt.

Oder wie wäre es mit einem selbst gemachten Chutney? Das funktioniert ganz ähnlich wie das Einkochen von Marmelade, nur dass statt Gelierzucker Essig, etwas Zucker und orientalische Gewürze verwendet werden. Probier es mal aus, so ein Chutney passt perfekt zu einer sommerlichen Grillparty!

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8.) Einfrieren

Frisches Obst einfach einzufrieren, um es später zu verkosten, liegt auf der Hand. Gleichwohl muss man dabei einige Dinge beachten – und nicht jedes Obst eignet sich für einen Aufenthalt im ewigen Eis!

Die Früchte sollten möglichst bald nach der Ernte eingefroren werden. Gib etwas Zucker dazu, so bleiben nicht nur die Vitamine besser erhalten, auch die Haltbarkeit verlängert sich deutlich. Vorher solltest du allerdings überreife Früchte aussortieren und Druckstellen entfernen. Steinobst – also Aprikosen, Pflaumen und Nektarinen – friert man ohne Stein ein. Beeren werden zunächst 12 Stunden lang auf einem Teller durchgefroren, bevor du sie in einen Gefrierbeutel packst. Auf diese Weise zerdrücken sie nicht und du kannst sie später portionieren. 

Trauben und Wassermelonen verlieren im Tiefkühlfach leider fast vollständig ihren Geschmack. Auch Südfrüchte wie Orangen, Litschis oder Bananen mögen die Kältestarre gar nicht. Aus Bananen macht man lieber gleich Eiscreme – die geht superleicht und schmeckt großartig. 

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Ganz wichtig ist es, bei Obst bereits beim Einkauf immer zu frischer Ware zu greifen. Schau dir daher lieber ganz genau das Angebot an, anstatt dich strikt an deinen Einkaufszettel zu halten. Am besten, man kauft sein Obst direkt auf dem Wochenmarkt oder beim Erzeuger. Dann hat man an den bunten Früchten am längsten seine Freude.  

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