Wintergefahr auf Klobrille fordert jährlich 10.000 Tote.

Das Laub ist längst gefallen und während die Tage bereits wieder etwas länger werden, sinken die Temperaturen weiter beharrlich in die Tiefe:  Der Winter ist da – genau die richtige Zeit, es sich in den eigenen vier Wänden so richtig schön gemütlich zu machen! Doch während wir uns hierzulande in der Regel über eine vollständig beheizte Wohnung freuen können, müssen in Japan viele Menschen auf ein beheiztes Badezimmer verzichten. Das klingt unangenehm, aber harmlos, kann jedoch tödlich sein!

Wer jetzt meint, es handele sich hierbei um Einzelfälle, irrt. Laut Nachforschungen der Stadt Tokio sterben im Land der aufgehenden Sonne jährlich rund 10.000 Menschen in klirrend kalten Bädern.

Aufgrund der in Japan nicht sehr weit verbreiteten Zentralheizung sowie einer generell schwachen Wärmedämmung der separaten Toilettenräume, kommt es zu teils extremen Temperaturunterschieden zwischen den einzelnen Zimmern. Als Folge steigen Puls und Blutdruck rapide an, was wiederum das Risiko eines Herzversagens drastisch erhöht.

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Um diese tragischen Todesfälle in Zukunft zu vermeiden, setzt das japanische Gesundheitsministerium auf eine umfangreiche Informations- und Präventionskampagne, deren Tipps durchaus auch bei uns Anwendung finden könnten. Schließlich gibt es noch einige Häuser und Wohnungen mit Ofenheizung und dadurch starken Temperaturunterschieden:

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1.) Heizlüfter

Wie bereits erwähnt, sind kalte Bäder und Toilettenräume in Japan aufgrund fehlender Heizungen keine Seltenheit. Die japanischen Behörden raten den Bürgern daher, einen kleinen Heizlüfter in den betreffenden Raum zu stellen, um für durchgehend angenehme Temperaturen zu sorgen.

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2.) Vorhänge

Um das Badezimmer besser vor Kälte zu schützen, ist es außerdem sinnvoll, Fenster mit möglichst schweren Vorhängen zu versehen. Auf diese Weise wird der Raum deutlich wärmer, ohne dass man zusätzliche Energie aufwenden muss. Hierzulande lassen sich mit dem Tipp übrigens wunderbar die Heizkosten senken!

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3.) Stuhlgang

Des Weiteren sollte auf eine gesunde, ballaststoffreiche Ernährung geachtet werden, um möglichen Verstopfungen vorzubeugen. Der Grund für diesen Ratschlag ist relativ simpel: Durch das Pressen bei einer Verstopfung kann sich der Blutdruck erhöhen, was insbesondere bei älteren oder geschwächten Menschen dramatische Folgen haben kann. Sollte das Badezimmer also generell eher kälter sein, ist regelmäßiger, gesunder Stuhlgang umso wichtiger!

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Auch wenn uns das Problem in Deutschland unter Umständen etwas befremdlich vorkommen mag, ist es dennoch sinnvoll, über die möglichen Gefahren eines zu kalten Badezimmers Bescheid zu wissen – und sei es in Vorbereitung für einen Urlaub in Japan. Und nun schnell zurück unter die warme Bettdecke!

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