Erstaunlicher Effekt: Tränke 9 Pappscheiben in Essig.

Falls du eine Batterie benötigst, aber keine im Haus hast, oder vielleicht ein kleines Physikexperiment mit deinen Kindern durchführen möchtest, bietet sich diese selbstgebaute Batterie aus Kupfermünzen bzw. Kupfer enthaltenden Eurocent-Münzen an. Das dahinterstehende Prinzip ist über 2.000 Jahre alt und erklärt die Funktionsweise heutiger Batterien.

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Dafür brauchst du:

  • 10 Fünfcentstücke
  • Pappe
  • Alufolie
  • Essig
  • Schere
  • ein Stück Kabel
  • Krokodilklemmen

So geht es:

Reinige zunächst die Münzen, indem du sie in etwas Essig legst und Salz dazugibst. Verrühre alles einige Minuten lang mit deinem Zeigefinger und trockne die Münzen schließlich ab.

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Nutze eine der Münzen als Schablone. Zeichne damit neun Kreise auf ein Stück Pappe und schneide diese anschließend aus. (Vorsorglich wurde hier ein zusätzlicher Kreis eingezeichnet.)

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Lege die Pappscheiben in Essig ein.

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Falte ein Stück Alufolie und zeichne darauf ebenfalls einen münzgroßen Kreis ein. Schneide diesen aus. Auch von der Alufolie benötigst du lediglich neun Scheiben. (Je nachdem, wie oft du die Folie gefaltet hast, wirst du mehr erhalten.)

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Baue nun die Batterie zusammen, indem du abwechselnd eine Münze, essiggetränkte Pappe und Alufolie aufeinanderlegst. Zu guter Letzt wird die zehnte Münze obenauf gelegt.

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Damit ist deine selbstgebaute Batterie im Grunde schon fertig. Ein Spannungsmesser beweist, dass sie in der Lage ist, 4 Volt zu erzeugen.

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Um deine Münzbatterie verwenden zu können, befestige mit Tesafilm ein Kabel an ihr. Befestige oben und unten am „Münzturm“ jeweils einen Pol des Kabels.

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Befestige am anderen Ende des Kabels Krokodilklemmen. Nun kannst du deine Münzbatterie z.B. an deine Fernbedienung anschließen, wodurch Letztere tatsächlich mit Strom versorgt wird und funktioniert.

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Eine handelsübliche Batterie funktioniert im Prinzip nicht anders als diese selbstgebaute Münzbatterie. Der säurehaltige Essig fungiert als Elektrolyt, in dem sich die Aluminiumatome auflösen. Dabei werden Elektronen freigesetzt. Metalle, die wie Aluminium Elektronen abgeben, bezeichnet man als unedel. Sie fungieren als Minuspol. Edle Metalle hingegen, wie zum Beispiel Kupfer, nehmen Elektronen auf. Die Fünfcentstücke fungieren somit als Pluspol.

In gewöhnlichen Batterien findet man Kohle (in der Abbildung mittig schwarz) anstatt Kupfer, Braunstein bzw. Batteriesäure im Allgemeinen anstatt Essig (braun) sowie Zink anstatt Alufolie (der schmale hellgraue Rand).

shutterstock/Zern Liew

Dank des Kabels, das du z.B. an die Fernbedienung oder eine LED-Leuchte anschließt, kannst du einen geschlossenen Kreislauf erzeugen, durch den die vom Aluminium ausgehenden Elektronen geleitet werden. Es entsteht ein Elektronenfluss vom Minus- zum Pluspol. Damit fließt Strom durch das elektronische Gerät.

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Die gesamte Anleitung für die Münzbatterie kannst du dir auch in diesem Video (auf Englisch) anschauen:

Übrigens ist die älteste je gefundene Batterie ungefähr 2.000 Jahre alt. Sie wurde in der Nähe von Bagdad im heutigen Irak entdeckt. Im Inneren des Tongefäßes findet sich ein Kupferzylinder, in den ein Eisenstab eingelassen wurde. Vermutlich wurde diese sogenannte Bagdad-Batterie mit Zitronensaft oder Essig gefüllt. Damit funktioniert sie nach genau demselben Prinzip wie heutige Batterien oder die selbstgebaute Münzbatterie.

Bleibt die Frage, was die Menschen vor 2.000 Jahren damit angefangen haben. Vermutlich wurden mit der Bagdad-Batterie elektrotherapeutische Behandlungen durchgeführt. Eine Fernbedienung hätte man damit nicht betreiben können, denn es wären ungefähr zehn Bagdad-Batterien erforderlich, um die Leistung einer Münzbatterie zu erzeugen.

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