6 Gründe gegen Weichspüler.

Am Thema Weichspüler scheiden sich die Geister: Die einen lieben das schmeichelnde Gefühl auf der Haut und den Duft nach frischer Wäsche; die anderen halten es für reine Geldverschwendung und stoßen sich an dem – aus ihrer Sicht – penetranten Parfümgeruch. Interessant ist, dass vor allem Menschen mit niedrigem Einkommen Weichspüler verwenden. 80 Prozent der Geringverdiener benutzen den Zartmacher regelmäßig, aber nur 40 Prozent der Besserverdiener (bei Raumspray, Desinfektionsmitteln und Klosteinen zeigt sich ein ähnliches Verhältnis). Woran liegt das?

Fest steht, dass Weichspüler auch noch andere nützliche Eigenschaften besitzt: Die Wäsche lässt sich leichter bügeln und laut Herstellerangaben soll Weichspüler sogar Farbe und Fasern der Kleidung schützen – von den zahlreichen Anwendungen im Haushalt ganz zu schweigen. Gleichwohl sieht das Bundesumweltministerium Weichspüler an der „Spitze der Haushaltsprodukte mit fraglichem Nutzen“! Die Experten befürchten, dass insbesondere ärmere Schichten den Werbebotschaften der Industrie verfallen sind, und sehen einen großen Aufklärungsbedarf.

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Hier sind 6 Argumente, die gegen die Verwendung von Weichspüler sprechen. Ob sie dich überzeugen?

1.) Hautprobleme

Für Personen mit Neurodermitis kann Weichspüler ein Segen sein. Die empfindliche Haut wird durch die flauschige Kleidung weniger gereizt. Umgekehrt sind in Weichspüler viele Stoffe enthalten, die bekannt dafür sind, Kontaktallergien auszulösen. Aus dem angenehmen Tragegefühl der Kleidung kann dann eine wahre Juckreizplage werden. Hautärzte raten gerade bei Babybekleidung dringend vom Gebrauch von Weichspülern ab.  

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2.) Nicht für jede Wäsche

Beim Waschen lädt sich die Wäsche negativ auf. Es kommt zur sogenannten Trockenstarre, wodurch sich die Kleidung spröde anfühlt. Weichspüler enthalten positiv geladene Tenside, die sich wie ein Film um die Fasern legen und die Trockenstarre aufheben. Dieser Film hat allerdings Nebenwirkungen und ist nicht für jedes Material geeignet:

  • Frottee und Baumwolle verlieren ihre Saugkraft, was besonders bei Hand- und Geschirrtüchern unerwünscht ist. 
  • Sport- und Outdoorbekleidung ist nicht mehr atmungsaktiv. Die spezielle Membran, die in das Gewebe eingearbeitet ist, wird verstopft.
  • Synthetische Fasern werden durch Weichspüler angegriffen. Strech-Jeans beulen schneller aus, Gummizüge verlieren ihre Spannkraft. Textilhersteller weisen darauf hin, dass feine Spitzenunterwäsche durch Weichspüler die Form verliert.
  • Wolle, Fleece und Seide fühlen sich mit Weichspüler schmierig an. Ihre Fasern verkleben. Auch Daunenjacken oder -kissen sollte man aus diesem Grund nie mit Weichspüler waschen. 

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3.) Waschmaschine stinkt

Weichspüler zählen zu den häufigsten Ursachen für stinkende Waschmaschinen. Weichspüler wird der Wäsche erst zum Schluss des Waschgangs beigegeben. In den Rückständen nisten sich Bakterien ein. Wer einer müffelnden Waschmaschine mit Weichspülerduft entgegentritt, verstrickt sich somit in einen Teufelskreis. Stattdessen ist eine regelmäßige Reinigung des Haushaltsgeräts bei der Nutzung von Weichspüler erst recht geboten. 

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4.) Umweltschäden

In den 1980er Jahren standen Weichspüler stark in der Kritik. Seither hat sich viel getan. Seit 2005 dürfen nur noch biologisch abbaubare Tenside eingesetzt werden. Das gilt allerdings nicht für die anderen Bestandteile wie Duftstoffe, Lösungsmittel, Farbstoffe und Konservierungsstoffe. Diese stellen immer noch eine Belastung für die Umwelt dar. Ganz abgesehen davon, dass durch die 200.000 Tonnen Weichspüler, die die Deutschen jedes Jahr verbrauchen, eine ganze Menge an Plastikmüll und Treibhausgasen anfällt.

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5.) Tierische Abfälle

Dafür, dass sich der Pullover so kuschelig anfühlt, ist in Weichspülern nicht selten ein ganz bestimmter Inhaltsstoff verantwortlich. Liest du auf der Verpackung „Dihydrogenated Tallowoylethyl Hydroxyethylmonium Methosulfate“, so handelt es sich um nichts anderes als Rindertalg. Der wird in der Regel aus den Abfallprodukten beim Schlachten gewonnen. Für die Hersteller ist das sehr kostengünstig, für manche Kunden eher eklig. Produkte, die das „vegan“-Logo tragen, verzichten auf Rindertalg.

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6.) Unnötig

„Weichspüler kann man getrost im Ladenregal zurücklassen“, rät der Bundesverband der Verbraucherzentralen. Es gibt nämlich mehrere günstige und umweltschonende Alternativen:

  • Wer einen Trockner nutzt, kann auf Weichspüler verzichten: Die Trockenstarre wird hierbei aus der Wäsche geschüttelt; die antistatische Wirkung von Weichspülern erreicht man mit einem Ball aus Alufolie, der zur Wäsche in den Trockner gegeben wird. 
  • Wäsche bekommt man auch geschmeidig, wenn man 125 ml Essig ins Weichspülerfach gießt. Keine Angst, die Wäsche riecht danach NICHT nach Essig! Stoff und Maschine werden bei dieser Dosierung ebenfalls nicht durch die Säure angegriffen, im Gegenteil löst der Essig schädliche Kalkrückstände.
  • Für den frischen Duft gibt es Duftkissen, die man sich den Kleiderschrank hängen kann. Die kann man kaufen oder ganz einfach selbst machen kann. Auch das Waschmittel ist in der Regel schon parfümiert.

Die Einwände gegen Weichspüler sind vielfältig. Für manch einen mag der persönliche Nutzen die Bedenken überwiegen. Wie du zu dem Thema stehst, bleibt allein dir überlassen. Jetzt weißt du immerhin Bescheid.

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