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Darum solltest du keine abgelaufenen Medikamente nehmen

Kann man abgelaufene Medikamente weiterhin einnehmen? Antworten, Ausnahmen und Tipps zur
Entsorgung findest du hier.

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Spannende Themen und Wissenswertes mit Aha-Effekt. (Zum Artikel nach unten scrollen.)

Dass ein Ablaufdatum nicht zwangsläufig bedeutet, dass etwas nicht mehr verwendbar ist, sollte mittlerweile bekannt sein. Viele Lebensmittel sind noch über die Datumsangabe hinaus einwandfrei. Aber gilt das auch für abgelaufene Medikamente? Die Antwort findest du hier.

Besser entsorgen oder weiter einnehmen? Und was bedeutet das Haltbarkeitsdatum auf Medikamenten überhaupt? Hier findest du alle Informationen zum Umgang mit abgelaufenen Medikamenten.

Was bedeutet das Haltbarkeitsdatum auf Medikamenten?

Die Haltbarkeit von Medikamenten lässt sich nicht mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum von Lebensmitteln vergleichen. Lebensmittel kann man, solange sie nicht verschimmelt oder verdorben sind, auch noch einige Tage nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums verwenden.

Bevor ein Medikament hingegen verkauft werden darf, wird es einer Stabilitätsprüfung unterzogen. Bei diesen Tests darf sich das Arzneimittel in seinen physikalischen und chemischen Eigenschaften nicht verändern. Anhand der Testergebnisse wird schließlich das Haltbarkeitsdatum ermittelt.

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Letzteres ist eine Garantie dafür, dass das Medikament bis zum genannten Datum seine angegebene Wirkung behält. Tritt die gewünschte Wirkung unter den im Beipackzettel stehenden Bedingungen nicht ein, haftet der pharmazeutische Unternehmer dafür. Neben dem Verfallsdatum gibt es außerdem zusätzliche Angaben zur Haltbarkeit nach dem ersten Gebrauch.

Tabletten beispielsweise sind etwa zwei bis drei Jahre haltbar, während Salben, Cremes und Gele nur drei bis sechs Monate und Säfte sogar nur wenige Tage nach Anbruch haltbar sind.

Lesetipp: 8 natürliche Alternativen zu Ibuprofen, Paracetamol & Co.

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Bei manchen Medikamenten hängt die Haltbarkeit allerdings auch vom Wirkstoff ab. Der Wirkstoff Metronidazol (häufig in Antibiotika enthalten) zersetzt sich beispielsweise in Stickoxide und sollte – egal, in welcher Form – keinesfalls nach Ablauf des Verfallsdatums eingenommen werden.

Kann man abgelaufene Medikamente noch einnehmen?

Ist das Haltbarkeitsdatum überschritten, ist ein Medikament natürlich nicht sofort schlecht und gefährlich. Apotheker und Mediziner raten allerdings dringend von einer Einnahme ab. Denn wie ein Medikament dann wirkt – ob stärker oder schwächer – ist in vielen Fällen kaum erforscht.

Aus chemischer Sicht halten sich Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol und Aspirin beispielsweise länger, als das Verfallsdatum angibt. Experten raten dennoch dazu, Schmerztabletten nicht noch Jahre später einzunehmen, da ihre Wirkstoffe sich mit der Zeit zersetzen und an Wirkung verlieren. Aspirin zersetzt sich mit der Zeit z.B. in Essigsäure.

Lesetipp: Medikamente und Lebensmittel: Was verträgt sich nicht?

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Flüssige Medikamente wie Augentropfen, Salben, Säfte oder Gele sollten hingegen definitiv nach Ablauf des Verfallsdatums entsorgt werden, da sie besonders anfällig für Keime sind. Bei abgelaufenen Cremes lässt sich besonders gut beobachten, dass sie sich mit der Zeit in ihre einzelnen Bestandteile zersetzen und ihre ursprüngliche Konsistenz verlieren.

Weitere Wirkstoffe und Medikamente, die mit dem Verfallsdatum ihre Wirkung verlieren: 

  • Hydrochlorothiazid (ist oft in Blutdruckmitteln enthalten)
  • Tetrazyklin (in Antibiotika enthalten)
  • Codein (in Schmerzmitteln enthalten)
  • Medikamente, die täglich eingenommen werden (z.B. Insulin, Blutverdünner oder Antiepileptika)

Diese Stoffe können sich nach dem angegebenen Verfallsdatum in toxische Stoffe verwandeln und teilweise sogar lebensgefährlich werden.

Wie müssen Tabletten, Säfte und Salben gelagert werden?

Die Lagerung der Medikamente hat ebenfalls Einfluss auf ihre Haltbarkeit. Bei falscher Lagerung verliert das Medikament nämlich ebenfalls seine Wirkung. Apotheker empfehlen, Medikamente stets originalverpackt nach den Hinweisen im Beipackzettel aufzubewahren. Die meisten Medikamente müssen trocken und unter 25 °C gelagert werden, dürfen aber nicht in der Sonne liegen.

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Es empfiehlt sich daher, im Schlaf- oder Wohnzimmer einen Medikamentenschrank anzulegen. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit wird von einer Lagerung im Badezimmer oder in der Küche abgeraten.

Bei flüssigen Arzneimitteln, wie z.B. Tropfen, Salben, Säften, Gelen oder Cremes, solltest du dir zusätzlich das Anbruchsdatum merken oder aufschreiben. Die genannten Medikamente halten sich nach Anbruch nämlich nur für einen kurzen Zeitraum. Viele von ihnen haben deshalb auf ihrer Verpackung eine Fläche für den Vermerk des Anbruchsdatums: „Geöffnet am: …“ Wie lange das jeweilige Medikament nach Anbruch haltbar ist, steht ebenfalls auf der Verpackung.

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Wie entsorgt man abgelaufene Medikamente?

Die Richtlinien zur Entsorgung von abgelaufenen Medikamenten sind von Stadt zu Stadt unterschiedlich. In Düsseldorf und Umgebung etwa können die Medikamente im Hausmüll entsorgt werden. In anderen Großstädten wird darum gebeten, die abgelaufenen Tabletten und Salben zum Wertstoffhof zu bringen oder bei Schadstoffmobilen abzugeben. Auch manche Apotheken nehmen abgelaufene Arzneimittel auf freiwilliger Basis an. Die Entsorgung in der Toilette oder der Spüle ist hingegen in allen Städten und Bundesländern verboten.

Weitere Hinweise zur Entsorgung von Medikamenten in deinem Wohnort findest du auf der Internetseite arzneimittelentsorgung.de.

Höchste Zeit, den Medikamentenschrank in deinem Haushalt mal wieder auszusortieren. Wirfst du abgelaufene Medikamente direkt weg oder nimmst du sie weiterhin ein?

Quellen: rp-online, quarks
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