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Deswegen sind Amseln aggressiv im Frühling

Kann es sein, dass Amseln beizeiten aggressiv sind? Das stimmt! Vor allem im Frühling scheinen sie schlecht drauf zu sein – woran das liegt, erfährst du hier.

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Eigentlich lieben die Deutschen ihre Amseln. Vor allem, weil sie so schön singen, sind sie bei vielen eigentlich gern gesehene Zaungäste. Leider sind Amseln jedoch – im Gegensatz zu Spatzen etwa – recht scheu. Sobald ein Mensch in der Nähe ist, verziehen sie sich in der Regel.

Doch im Frühling verwandeln sich die sonst so zurückhaltenden Tiere in teils wilde, ungestüme Zeitgenossen. Aber woran liegt das? Der Grund dafür ist ziemlich kurios.

Krokusse machen Amseln aggressiv

Im Frühling werden die Wiesen auf einmal bunt. Auf vielen sieht man zu dieser Jahreszeit auch Krokusse. Für uns sind diese schön anzusehen, doch auf Amseln wirken die Blumen maximal verwirrend. Für Amselmännchen sehen die Blüten der Krokusse nämlich wie Gegner aus, gegen die sie während der Balzzeit ihr Revier verteidigen müssen. Daher zerpflücken die Vögel die Frühlingsboten, sobald diese anfangen zu blühen – weswegen Krokus-Wiesen oftmals ziemlich mitgenommen aussehen.

Amsel mit Krokussen
Eine Amsel auf einer Krokus-Wiese: Noch hat es hier keinen Kampf gegeben. Foto: IMAGO / blickwinkel

Jetzt denkst du vielleicht, das kann doch unmöglich stimmen. Aber es ist eben so, dass die gelb-orangenen Farbe der Blütenstempel so manchen Vogel an den Schnabel seines potenziellen Rivalen erinnert. Auch sind die blühenden Krokusse annähernd so groß wie die kleinen Amseln.

Aggressive Amseln: Auch untereinander wird gekämpft

Aber nicht nur an den Krokussen reagieren sich die männlichen Amseln ab. Sobald im Frühjahr die Balzzeit beginnt, vertreibt die Drosselart Rivalen lautstark und attackiert sie mit ihrem spitzen gelben Schnabel.

Kämpfende Amseln
Zur Balzzeit im Frühling kommt es unter Amselmännchen häufig zu Kämpfen. Foto: IMAGO / imagebroker

Mitunter stößt man auf laut schimpfende, sich durch Gärten und Sträucher jagende Amselmännchen. Besonders dort wo die Reviergrenzen verlaufen, kommt es unter den Streithähnen zu ernsthaften Kämpfen. Mit Imponiergehabe und groß-aufgerissenen Schnäbeln. So mancher soll wegen dieses wilden Schauspiels auch schon vom eigenen Balkon oder Garten geflüchtet sein.

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Keine echte Gefahr – außer die Krokusse

Amseln sind zwar recht aggressiv, wenn es um die Verteidigung ihres Reviers geht. Doch die Kämpfe sehen meist heftiger aus, als sie in Wirklichkeit sind. Im Regelfall tragen die Rivalen keine bleibenden Schäden davon – im Gegensatz zu den Krokussen.

Amsel auf Ast
Für Menschen vollkommen ungefährlich – eine Gefahr sind sie nur für Krokusse. Foto: Micha Trillhaase – adobe.stock.com

Falls du diese Blumen in deinem Garten stehen hast und sie von Amseln attackiert werden, müssen wir dir leider mitteilen: Krokusse vor den Amseln zu retten, ist schwer. Aber immerhin musst du dir um deine eigene Gesundheit keine Sorgen machen: Amsel-Angriffe auf Menschen gibt es praktisch keine. Im Gegensatz zu Krähen oder Elstern sind die Amseln nicht sehr vehement, wenn es um das Attackieren anderer Arten oder gar Menschen geht. Die Aggression der Amseln richtet sich vor allem gegen Artgenossen – und eben gegen Krokusse.

Und, hättest du den Grund erraten, warum Amseln auf Krokusse losgehen?

Quelle: t-online
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