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Eichenprozessionsspinner aus dem Garten vertreiben

Eichenprozessionsspinner sind für Mensch und Natur gefährlich. Wer sie im eigenen Garten entdeckt, muss sofort handeln!

Viele Eichenprozessionsspinner versammelt auf einem Baum.
u00a9 IMAGO / Robert Poorten

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In Frühling und Sommer statten so einige Krabbeltiere dem Garten einen Besuch ab. Manche von ihnen hat man eigentlich ganz gerne, wie z. B. Marienkäfer, auf andere Tierchen kann man aber getrost verzichten. Zu letzteren gehört definitiv der Eichenprozessionsspinner. Aber wie kannst du ihn bekämpfen?

Eichenprozessionsspinner sind eine Mottenart, die besonders während ihres Raupenstadiums großen Schaden anrichten können. Tauchen solche Exemplare in deinem heimischen Garten auf, ist höchste Vorsicht geboten. Doch wie erkennst du die kleinen Tierchen und wie wirst du sie wieder los?

Eichenprozessionsspinner bekämpfen: So erkennst du ihn

Eichenprozessionsspinner lassen sich in den meisten Fällen gut von anderen Raupen unterscheiden. Besonders auffällig sind ihre gut sichtbaren Haare, die den ganzen Körper bedecken. Während sie anfangs noch eine gelb-braune Färbung haben, verändert sich ihr Aussehen später zu Graublau oder Schwarz.

Viele Eichenprozessionsspinner versammelt auf einem Baum.
Eichenprozessionsspinner nehmen einen Baum ein. Foto: IMAGO / Robert Poorten

Die etwa fünf Zentimeter großen Insekten hinterlassen watteartige Gespinste, die an riesige Nester erinnern und sich über große Strecken ausbreiten können. Sie hängen vorwiegend an den Stämmen der befallenen Bäume und sorgen in der Dämmerung für eine gespenstische Stimmung.

Nachdem die Raupenphase vorbei ist, beginnen die Eichenprozessionsspinner sich zu verpuppen. Im August schlüpfen meistens die Falter, die überwiegend nachts aktiv sind. Der Nachtfalter an sich ist dann nicht mehr gefährlich, es können sich jedoch noch Brennhaare in der Luft befinden, sodass man weiterhin vorsichtig sein sollte. Doch dazu später mehr.

Wie gefährlich ist der Eichenprozessionsspinner?

Die Raupe befällt vor allem Eichen. Aber auch andere Bäume wie Buchen sind in Einzelfällen betroffen. Der Eichenprozessionsspinner hält sich daher überwiegend in Wäldern auf, es kann jedoch auch vereinzelt vorkommen, dass sich die Krabbeltiere in den Garten verirren.

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Sind Eichen betroffen, kommt es sehr oft zu Fraßschäden durch das Ungeziefer. Der Baum kann dadurch so sehr geschwächt werden, dass andere Schädlinge leichtes Spiel haben. Ganze Wälder können dadurch absterben und sich nicht mehr regenerieren.

Ist er auch für Menschen gefährlich?

Doch nicht nur die Bäume selbst leiden unter den Eichenprozessionsspinnern. Auch für die Menschen ist die Raupe gefährlich. Genauer gesagt sind es die Härchen, die bei den Menschen allergische Reaktionen hervorrufen können. Im Zeitraum von Ende Mai bis Anfang Juli verliert die Raupe ihre Haare. Diese werden vom Wind leicht weggeweht und verbreiten sich so sehr schnell. Und hier liegt die Gefahr: Die Härchen enthalten ein Nesselgift, genauer gesagt das Eiweißgift „Thumetopein“, welches Atembeschwerden auslösen kann. Die Folge: Asthma und Bronchitis.

Einige Eichenproessionsspinner auf einem Eichenzweig.
Foto: IMAGO / blickwinkel

Kommt die Haut mit den Haaren in Berührung, kann dies zu allergischen Reaktionen führen. Haut- und Augenreizungen sowie Fieber und Schwindel und in Ausnahmefällen auch allergische Schocks sind alles unangenehme Folgen des Kontaktes der Haare mit der Haut oder den Schleimhäuten. Da die Haare über die Luft übertragen werden, reicht es daher auch meist nicht aus, den befallenen Bereich zu meiden.

Eichenprozessionsspinner bekämpfen: Das solltest du NICHT tun

Wer Eichenprozessionsspinner im eigenen Garten entdeckt, sollte diese Bereiche auf jeden Fall meiden. Vorerst solltest du sie sogar absperren, damit vor allem Kinder nicht in die Nähe kommen.

Und jetzt das Entscheidende: Versuche auf keinen Fall, die kleinen Raupen selbst zu bekämpfen oder loszuwerden. Es braucht spezielle Bekleidung, um sich vor den feinen Härchen zu schützen. Zunächst solltest du den Fall beim Ordnungsamt melden, damit es den Befall kartieren kann. In der Regel kann das Ordnungsamt auch jemanden beauftragen, sich um deinen Garten zu kümmern. Gartenprofis mit spezieller Kleidung und Werkzeug können die Raupen dann entweder einsaugen oder direkt verbrennen. Letzteres ist besonders effektiv, da so auch die gefährlichen Härchen dauerhaft entfernt werden.

Achtung: Hast du Obst oder Gemüse in einem Garten, in dem sich auch Eichenprozessionsspinner aufhalten? Dann benutze in dem Fall Handschuhe zum Einsammeln und wasche die Früchte vor dem Verzehr gut ab. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sie gar nicht essen.

Quelle: Mein Schöner Garten
Vorschaubilder: ©Imago / Robert Poorten