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Was passiert, wenn man zu wenig trinkt?

Um richtig funktionieren zu können, braucht unser Körper ausreichend Flüssigkeit. Was passiert, wenn wir zu wenig trinken und es unserem Körper an Wasser fehlt?

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Obwohl die Flüssigkeitsaufnahme für den menschlichen Körper überlebenswichtig ist, trinken viele Menschen im Alltag zu wenig. Eine Studie hat über die Analyse von Urinproben herausgefunden, dass jeder zehnte Deutsche an vier oder mehr Tagen in der Woche dehydriert. Das kann schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben. Doch was passiert genau, wenn man zu wenig trinkt und wie wirkt sich der Flüssigkeitsmangel auf den Körper aus?

Der menschliche Körper besteht zu 55 bis 60 Prozent aus Wasser. Die darin gelösten Elektrolyte, wie z.B. Magnesium, Natrium oder Calcium werden von unserem Körper für verschiedene Stoffwechselprozesse benötigt. Doch welche Funktionen übernimmt Wasser in unserem Körper genau?

  • Es sorgt dafür, dass Nährstoffe im Körper verteilt und verarbeitet werden.
  • Wasser hilft dabei, unsere Gelenke zu schmieren und schützt außerdem empfindliches Gewebe und das Rückenmark.
  • Es sorgt dafür, dass Abfallstoffe und Gifte über den Urin, den Stuhl oder das Schwitzen ausgeschieden werden.
  • Zudem hilft Wasser unserem Körper dabei, eine normale Körpertemperatur zu halten. So schützt uns Schwitzen beispielsweise vor einer Überhitzung.
Flüssigkeitsmangel: Eine Frau hält ein Glas Wasser in der Hand.
Was passiert, wenn man zu wenig Wasser trinkt? Foto: IMAGO / Westend61

Über unsere Atmung, Schweiß und Urin scheiden wir jeden Tag bis zu zwei Liter Wasser aus – das solltest du bei der Flüssigkeitsaufnahme bedenken. Wenn der Körper nämlich immer wieder oder über einen längeren Zeitraum mehr Flüssigkeit verliert, als er aufnimmt, kommt es zu einem Flüssigkeitsmangel – mit teils schwerwiegenden Folgen für die Gesundheit.

Was passiert, wenn man zu wenig trinkt?

Bei einem Flüssigkeitsmangel spricht man auch von einer Dehydration. Der Körper trocknet quasi aus, wobei folgende Symptome auftreten können:

  • Durst
  • trockene Schleimhäute
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Konzentrationsstörungen
  • Verwirrtheit
  • Müdigkeit
  • Gliederschmerzen
  • trockene Haut
  • dunkler Urin
  • Muskelkrämpfe
  • Herzrasen
  • Frieren
3D-Ansicht menschlicher Körper.
Foto: stock.adobe.com – peterschreiber.media

Wenn der Wasseranteil im Körper sinkt, verlangsamt sich zunächst die Fließgeschwindigkeit des Blutes. Das beeinträchtigt wiederum die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung und der Körper versucht, mit dem noch verfügbaren Wasser zu haushalten. Das erkennst du darin, dass du nur noch alle paar Stunden auf die Toilette musst und sich der Urin dunkel verfärbt oder unangenehm riecht. Der Grund dafür: Die Nieren spülen weniger Wasser aus. Dadurch bleiben allerdings auch Giftstoffe im Körper zurück und lebenswichtige Nährstoffe werden schlechter transportiert. Kurzfristig ist das nicht weiter dramatisch, langfristig leidet unser Körper aber darunter, wenn er andauernd in eine Art „Notfallmodus“ verfällt. So hat eine Untersuchung der Humboldt-Universität, des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und der Charité Berlin ergeben, dass Menschen, die dauerhaft zu wenig trinken, ein höheres Risiko haben, an Demenz zu erkranken.

Flüssigkeitsmangel: Ältere Personen sind häufiger betroffen

Das Gehirn ist besonders abhängig davon, dass wir ausreichend Wasser trinken. Wusstest du, dass es sogar zu 80 Prozent aus Wasser besteht? Bereits zwei Prozent weniger Wasser lösen Kopfschmerzen, Schwindel und Konzentrationsstörungen aus. Eine britische Studie hat sogar herausgefunden, dass die Fahrtüchtigkeit bei einer leichten Dehydration genauso stark nachlässt, wie bei 0,8 Promille im Blut.

Trotzdem vergessen viele Menschen im Stress des Alltags regelmäßig Wasser zu trinken. Häufig sind es jedoch ältere Menschen, die unter Flüssigkeitsmangel leiden. Das liegt daran, dass die Durst-Rezeptoren im Alter nicht mehr verlässlich arbeiten. Trotz Wassermangel ist das Durstgefühl weniger ausgeprägt. Ältere Menschen wirken dann oftmals verwirrt, obwohl sie nicht an Demenz erkrankt sind. Auch Schwindel ist ein mögliches Symptom von Flüssigkeitsmangel – indessen Folge kann es zu Stürzen und Verletzungen kommen. Viele ältere Menschen sind außerdem auf Medikamente gegen Bluthochdruck angewiesen. Diese fördern die Ausscheidung von Wasser zusätzlich.

Flüssigkeitsmangel: Vor allem ältere Menschen trinken oftmals zu wenig.
Foto: IMAGO / epd

Wie viel Wasser sollte man am Tag trinken?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt erwachsenen Menschen, mindestens anderthalb Liter pro Tag zu trinken, damit der Wasserhaushalt im Gleichgewicht bleibt. Verschiedene Faktoren, wie z.B. das Wetter, sportliche Aktivitäten oder die Ernährung können die richtige Trinkmenge allerdings beeinflussen. Bei Hitze, körperlicher Anstrengung oder scharfem Essen benötigt der Körper beispielsweise deutlich mehr Flüssigkeit.

Gemüse und wasserhaltiges Obst eignen sich übrigens hervorragend, um die Wasserzufuhr zu unterstützen. Ansonsten empfehlen sich ungesüßte Getränke, wie z.B. Wasser, Tee oder Kaffee, um den Wasserbedarf zu decken. Wenn es dir schwerfällt, im Stress des Alltags genug zu trinken, kannst du dir jeden Morgen die entsprechende Flüssigkeitsmenge in eine Kanne oder eine große Trinkflasche abfüllen. So fällt es dir garantiert leichter, über den Tag verteilt ausreichend Flüssigkeit zu dir zu nehmen.

Nun weißt du, was passiert, wenn man zu wenig Wasser trinkt. In seltenen Fällen kann übrigens auch genau das Gegenteil eintreten. Erfahre hier, woran du erkennst, dass du zu viel getrunken hast und an einer Wasservergiftung leidest.

Quelle: geo, ndr
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