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Gartenarbeit: 7 Fehler, die viele Hobbygärtner machen

Für den Anbau im Garten gelten einige Regeln. An welche Dinge du dich halten solltest und was du lieber vermeidest, liest du hier.

Eine Person setzt Blumenzwiebeln in die Erde.
u00a9 Stefan Ku00f6rber - stock.adobe.com

Die besten Ideen zur Gartengestaltung gibt es hier. (Zum Artikel nach unten scrollen.)

Der Sommer steht vor der Tür, das bedeutet: Die Gartenarbeit ruft. Auf viele wirkt die Betätigung im Garten oder auf dem Balkon meditativ. Aber nur, wenn auch alles so klappt, wie man es sich vorgestellt hat. Hobbygärtner machen sich oft das Leben selbst schwer, indem sie folgende 7 Gartenfehler begehen.

Typische Gartenfehler

Solche Fehler können aber auch der Natur schaden, viel Geld kosten oder sogar gesundheitsgefährdend sein. Daher solltest du sie möglichst vermeiden. Diese 7 Tipps helfen dir, sie zu erkennen und in der Zukunft zu umgehen:

Lesetipp: Gartenarbeit: 8 Tipps für den Frühling und Sommer.

1. Den Anbau zu dicht pflanzen

Mit der Vorfreude auf eine reiche Ernte wird bei so manchem Hobbygärtner schon mal munter drauflos gesät, ohne auf die empfohlenen Abstände zu achten. Auch Jungpflanzen werden häufig viel zu eng ins Beet gepflanzt, um bloß keinen Platz zu verschwenden. Was anfangs noch gut geht, rächt sich im späteren Verlauf, weil die Pflanzen zu eng stehen und einander im Wachstum behindern. Eine reiche Ernte ist in einem solchen Fall kaum zu erwarten, wenn die Pflanzen überhaupt Früchte tragen.

Tipp: Halte immer den auf der Tüte des Saatguts genannten Pflanzabstand ein oder halte dich an Aussaat- und Pflanzkalender, wenn du dir besonders bei jungen Pflanzen nicht sicher bist, in welchem Abstand du sie pflanzen solltest.

Eine Person setzt Blumenzwiebeln in die Erde.
Achte darauf, dass du Blumenzwiebeln nicht zu dicht setzt. Foto: Stefan Körber – stock.adobe.com

2. Unkraut falsch jäten

Es ist wichtig, das Unkraut im Garten in Schach zu halten. Für Anfänger ist es aber nicht immer ganz leicht, Unkraut von frisch gekeimten Gemüsesprösslingen zu unterscheiden. Ungeübte Gärtner sollten deshalb mit dem Jäten etwas warten, bis sie die einzelnen Pflanzen anhand ihrer Blüten und Blätter bestimmen können. Allerdings auch nicht zu lange, denn ist das Unkraut bereits sehr groß geworden, wird es schwerer, es samt Wurzel zu entfernen.

Tipp: Sobald du das Unkraut vom Gemüse unterscheiden kannst, solltest du es kontinuierlich jäten. Versuche zudem, nach dem Regen zu jäten, denn bei feuchtem Boden geht es einfacher.

3. Den Anbau falsch gießen

Pflanzen brauchen Wasser, um zu überleben und zu gedeihen. Viele Hobbygärtner gießen ihre Pflanzen allerdings zu viel und falsch. Beim oberflächlichen Wässern mit dem Regenaufsatz der Gießkanne wird häufig nur die oberste Schicht des Bodens feucht und das Wasser dringt somit nicht an die Wurzeln. Wird großflächig zwischen den Pflanzen gegossen, freut sich nur das Unkraut. Experten raten dazu, mit einem sanften Strahl nah an der Pflanze zu gießen. Außerdem ist es wichtig, die Pflanzen zur richtigen Tageszeit zu gießen. Wird der Rasen um die Mittagszeit gesprengt, verdunsten 90 Prozent des Wassers ungenutzt. Die beste Zeit ist der frühe Morgen zwischen 6 und 7 Uhr. Um diese Zeit ist es noch kühl genug und die Pflanzen haben genügend Zeit hat, das Wasser aufzunehmen, bevor es verdunstet.

Tipp: Versuche, weniger oft, dafür aber umso kräftiger zu gießen. Dadurch wachsen die Wurzeln dem Wasser hinterher in tiefere Erdschichten und trocknen weniger stark aus. Werden Pflanzen morgens gegossen, sinkt zudem die Gefahr von Pilzkrankheiten und Schäden durch Schnecken.

Tomatenpflanzen werden mit einer Gießkanne gegossen.
Auch beim Gießen kann man einiges falsch machen. Foto: Wellnhofer Designs – stock.adobe.com

4. Büsche und Bäume nicht beschneiden

Die Büsche und Bäume im Garten zu beschneiden, ist harte Arbeit. Dennoch solltest du es jedes Jahr machen. Vor allem Obstbäume und Beerensträucher müssen regelmäßig beschnitten werden, damit sie Früchte produzieren. Durch den Beschnitt bekommen die Sträucher und Bäume genug Licht und können ihre Energie in die Obstproduktion stecken.

Tipp: Die Deutsche Wildtier Stiftung empfiehlt, Pflanzenstängel bis in den Frühling hinein stehenzulassen, da sie als Winterquartier für Wildbienen, Spinnen und Käfer dienen. Man sollte die Stängel allerdings mit einer Gartenschere anschneiden, sodass das Mark frei liegt, durch das sich die Tiere knabbern und in dem sie Bruthöhlen anlegen.

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5. Den Boden beim Anbau vernachlässigen

Der Boden nimmt beim Pflanzenwachstum eine entscheidende Rolle ein und sollte gut gepflegt werden. Vernachlässigt man ihn, verdichtet sich die Oberfläche und wird undurchlässiger für Wasser und Luft. Das überlebenswichtige Wasser verdunstet so an der Oberfläche und kann nicht in ausreichender Menge zu den Wurzeln der Pflanze gelangen. So besagt schon eine alte Gärtner-Regel: Einmal hacken spart dreimal gießen!

Tipp: Lockere die obere Erdschicht um deine Pflanzen herum regelmäßig auf, um mehr Luft in den Boden gelangen zu lassen. Dadurch gelangt auch das Wasser auch in tiefere Bereiche und verbleibt dort länger.

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6. Falsch düngen

„Viel hilft viel!“ So lautet das Motto so mancher Hobbygärtner auch beim Düngen. Das ist allerdings ein fataler Irrglaube, der dazu führen kann, dass junge Pflanzen verwelken, Stauden anfälliger für Krankheiten und Schädlinge sind und Obst und Gemüse wässrig werden. Man sollte sich deshalb immer an die Anweisungen auf der Verpackung halten oder, noch besser, gleich auf organischen Dünger umsteigen.

Tipp: Brennnesselsud ist ein guter Dünger für alle Pflanzen und lässt sich leicht selbst herstellen. Zerkleinere dafür ein Kilogramm Brennnesselblätter und gib sie in 10 Liter Wasser. Lass den Sud für 3 Wochen ziehen und gieße ihn dann ab. Verdünne den Sud danach im Verhältnis 1:20 mit Wasser und verwende ihn alle 3 Wochen zum kombinierten Gießen und Düngen deiner Pflanzen.

7. Nützlinge vertreiben durch richtigen Anbau

Neben lästigem Unkraut finden sich im Garten häufig auch „Schädlinge“. Viele Hobbygärtner greifen in einem solchen Fall schnell zur Giftkeule und versuchen, die unerwünschten Tiere mit Insektiziden zu vertreiben. Doch das ist ein Fehler. Denn neben den Schädlingen werden durch Insektizide auch die Nützlinge, wie z. B. Marienkäfer, vernichtet. Zudem schädigen chemische Mittel den Boden, die Pflanzen selbst und auch dich, wenn sie ins Grundwasser gelangen. Hinzu kommt, dass sich die sogenannten Schädlinge schneller vom Einsatz von Gift erholen als etwa der Maikäfer und dass das natürliche Gleichgewicht im Garten zerstört wird.

Tipp: Verwende immer nur biologischen Pflanzenschutz. Es gibt sogar die Möglichkeit, Nützlinge für den Garten im Internet zu bestellen. Sie können bei Schädlingsbefall helfen.

Ein Marienkäfer auf sandigem Boden.
Pass auf, dass du Nützlinge nicht aus deinem Garten vertreibst. Foto: IMAGO / SuperStock

Nicht jeder wird mit einem grünen Daumen geboren. Mit ein wenig Wissen und Fleiß lassen sich aber viele Fehler vermeiden und der Garten wird zu einer ertragreichen Wohlfühloase für alle.

Quellen: vom-landleben, brigitte, presseportal
Vorschaubilder: ©flickr/Amir Yalon
©flickr/Lisa Stevens
©Stefan Körber – stock.adobe.com