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Handlettering: 9 Tipps und Tricks für Anfänger.

Simple Tipps für Anfänger

Es ist einer der großen DIY-Trends auf Pinterest, Instagram & Co.: „Handlettering“. Aber ist das nicht nur ein schickes Modewort für eine uralte Sache? Nicht ganz.

Denn zwischen der traditionellen Kalligrafie und dem Handlettering-Trend besteht ein entscheidender Unterschied: Bei der Kalligrafie geht es um die Kunst des schönen Schreibens – mit ruhiger Hand und möglichst in einem Schwung. Beim Handlettering hingegen werden die Buchstaben gemalt – das Endergebnis ist ein eigenständiges Kunstwerk, das vorgezeichnet, korrigiert und Stück für Stück zusammengesetzt wird. Der Trend zu den raffinierten Schriftzügen leitet sich somit eher aus der Plakatkunst her, wobei die Grenzen hier natürlich fließend sind. 

Der Vorteil beim Handlettering ist, dass es egal ist, wenn man im Alltag eine Sauklaue hat. Auf der anderen Seite macht man Handlettering auch nicht einfach so nebenbei: Man braucht einen Plan und eventuell kleinere Hilfsmittel, um an sein Ziel zu kommen.

Dieser Artikel gibt dir 9 praktische Tipps und Tricks für Einsteiger. Wer mit dem Handlettering erst einmal angefangen hat, wird nämlich feststellen, wie vielseitig man diese Kunst einsetzen kann!

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1.) Das richtige Material

Anfangs braucht man im Grunde bloß:

  • einen Bleistift,
  • einen Radiergummi,
  • einen wasserfesten Fineliner und 
  • ein Notizbuch mit glattem, nicht zu dünnem Papier (am besten einen Skizzenblock mit 120-Gramm-Papier).

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2.) Schriften sammeln

Was man in der Schule nie durfte, ist beim Handlettering oberste Pflicht: Abschreiben. Sammle schöne und interessante Schriften – egal, ob sie dir im Internet, in Zeitschriften oder im Café ins Auge springen – und übertrage sie in ein Schreiblernheft für Erstklässler. Ein großes Repertoire an Schriften ist der größte Schatz bei diesem Hobby.

Das Abschreiben ist dabei übrigens keine stupide Übung, sondern intensiviert in besonderer Weise das Verständnis für eine bestimmte Gestaltungsart.

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3.) Abpausen

Skandal Nummer 2: Beim Handlettering darf man auch abpausen! Da Perfektion nur selten auf Anhieb gelingt und beim Handlettering zudem verschiedene Elemente miteinander kombiniert werden, ist das Abpausen eine gute Methode, um Skizzen nach und nach zu ergänzen und auszubessern.

Neben Transparentpapier ist dabei ein Leuchtkasten praktisch. Diesen kann man mit einer transparenten Aufbewahrungsbox und einer Baulampe ganz leicht selber machen.

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4.) Falsche Kalligrafie

Wer relativ sicher mit einem Brushpen umzugehen weiß, wird ihn lieben: den gleichmäßigen Wechsel aus dünnen und dicken Strichlinien. Wer weniger geschickt ist, kann den Pinsel-Look aber auch fingieren:

Schreibe das Wort zunächst ganz normal mit einem Fineliner. Nun verbreiterst du alle Linien, bei denen du den Stift nach unten bewegt hast, indem du in wenigen Millimetern Abstand eine zweite Linie hinzufügst. Die Fläche dazwischen malst du anschließend einfach aus.

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5.) Experimentieren

Der Schritt vom Buchstaben zum Kunstwerk ist oft nur ein kleiner: Ziehe die Linien einmal betont in die Höhe oder in die Breite, schon verändert der Buchstabe seinen ganzen Charakter.

Auch mit dem Schreibwerkzeug kann man herumexperimentieren. Zwei mit einem Gummi verbundene Stifte ergeben auf dem Papier einen tollen Effekt, der sich weiter ausgestalten lässt.

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6.) Schriften mischen

Beim Handlettering siegt die Vielfalt. Während es als Grundgesetz der Typografie gilt, höchstens zwei aufeinander abgestimmte Schrifttypen zu verwenden, solltest du beim Handlettering die unterschiedlichsten Formen miteinander kombinieren: Schreibschrift trifft hier auf Blockbuchstaben, altdeutsche Fraktur auf moderne Eleganz.

Damit es dabei nicht allzu unübersichtlich wird, gilt die Regel, dass Schlüsselbegriffe möglichst groß und zentral stehen, während Füllwörter spielerisch eingesetzt werden. Außerdem sollte jede Schriftart für sich ein einheitliches Bild abgeben, die Buchstaben jedes Schrifttyps sollten also gleiche Abstände und Neigungen aufweisen.

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7.) Abkleben

Neben einer eigenen Buchstabensammlung lohnt es sich, eine kleine Sammlung an Dekorationselementen – Schnörkel, Pfeile, Banner und Rahmen – anzulegen. Um diese möglichst effektvoll in die Schriftgestaltung einzufügen, hilft in vielen Fällen Malerkrepp. Klebe zum Beispiel ein Banner ab, wenn du es vor einen Schriftzug setzen möchtest.

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8.) Farben mischen

Besonders schön werden Handlettering-Kunstwerke, wenn Farbe ins Spiel kommt. Diese kann man entweder dazu einsetzen, um die Flächen breiter Buchstaben bunt auszufüllen oder als Schattierung zu unterlegen.

Gerade bei der Arbeit mit Brushpens kann man aber auch tolle Aquarell-Effekte erzielen: Nimm etwas Folie und male mit einer Farbe darauf. Nimm nun mit dem Brushpen eines anderen, helleren Farbtons etwas von der Farbe auf der Folie auf. Die aufgenommene Farbe fließt nun beim Schreiben in den helleren Farbton des Brushpens über.

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9.) Schrift als Bild

Wenn dein Text einen bestimmten thematischen Bezug hat, kannst du auch versuchen, die Schrift in die Umrisse eines passenden Bildes einzufügen. Das kann relativ simpel sein …

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oder ein richtiges Gemälde werden.

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Du denkst jetzt sicher: Das dauert doch ewig, bis man das kann. Nein! Wenn du dich zunächst an Vorlagen hältst, abmalst, abpaust und dich inspirieren lässt, kommst du recht schnell zu durchaus vorzeigbaren Ergebnissen.

Schritt für Schritt wirst du dann in deinen Gestaltungsmöglichkeiten immer freier und kannst ganz eigene Ideen umsetzen.

Hier sind ein paar Anregungen, wo sich dein neues Hobby überall anwenden lässt:

  • Grußkarten für Freunde.

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  • Sofakissen (dazu verwendest du am besten Textilmarker und steckst beim Schreiben ein Stück Pappe in den Bezug, damit der Stift nicht durchdrückt).

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  • T-Shirts im Partnerlook.

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  • Beschriftungen von Vorratsgläsern und -Boxen (wie man Etiketten selbst macht, zeigt dir dieses Video). 

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  • Bilder mit Sinnsprüchen, die dir wichtig sind.

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Bücher, die einem Grundlagen, schöne Schriften und weiterführende Tipps zum Thema Handlettering vermitteln, finden derzeit einen reißenden Absatz. Der Titel „Handlettering“ vom Bassermann Verlag gilt schon als eine Art Klassiker in der DIY-Szene. Kein Wunder! Dieser Handschriften-Trend gebiert nämlich nicht nur schöne Werke, sondern macht auch extrem viel Spaß. Und wann fängst du damit an, deine Handschrift zu einem Kunstwerk zu machen?