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Hochsensibles Kleinkind: 5 Anzeichen

Ist dein Kind hochsensibel? Wir erklären, welche Merkmale hochsensible Menschen haben und wie du die Anzeichen bei deinem und erkennst

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Wir sind jeden Tag einer Vielzahl an Eindrücken unserer Umwelt ausgesetzt. Das Gehirn filtert dabei wichtig und unwichtige Dinge. Hochsensible Menschen verfügen durch eine neurologische Besonderheit über einen weniger ausgeprägten Filter. Für Kinder, die durch Medien und andere Sinneseindrücke generell schnell überreizt sind, können die Symptome einer Hochsensibilität besonders ausgeprägt sein. Wir erklären dir, an welchen Merkmalen du ein hochsensibles Kind erkennst und wie du ihm helfen kannst.

Was bedeutet eigentlich „hochsensibel“?

Hochsensible Menschen reagieren besonders empfindlich auf äußere Eindrücke. Ob Geräusche, Gerüche, Berührungen oder Lichter – besonders hochsensible Kinder sind schnell überfordert. Dasselbe gilt für Emotionen. Die Wahrnehmung der „Vielfühler“ ist wie ein weit geöffnetes Fenster, durch das die Außenwelt eindringt. Wird ihnen das alles zu viel, machen die Schotten dicht. Das Kind ist überfordert.

Psychologen sprechen von einer niedrigen sensorischen Reizschwelle. Für Außenstehende ist es oft unverständlich, wieso das Kind mit einem Schlag so unter Stress steht, aggressiv wird oder blockiert, verzweifelt ist oder sich weinend zurückzieht. Schnell fällt das Wort „Sensibelchen“. Doch das Problem ist ernst.

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Darum solltest du die Hochsensibilität deines Kindes ernst nehmen

Nicht selten bekommen Kinder, deren Hochsensibilität unerkannt bleibt, in der Schule Probleme, da sie mit dem Leistungsdruck und der Unruhe im Klassenraum nicht zurechtkommen. Familienspannungen sind häufig, denn sind die Eltern gestresst, springt das sofort auf das hochsensible Kind über. Auch seelische Erkrankungen können die Folge sein, wenn die eigenen Grenzen immer wieder überstrapaziert werden.

Dabei ist Hochsensibilität an sich weder eine Störung noch etwas Schlimmes. Sie ist vielmehr ein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal, das große Stärken birgt. Wenn Eltern frühzeitig auf ihr hochsensibles Kind eingehen, kann dieses seine Stärken voll entfalten und Strategien entwickeln, mit der Reizüberflutung fertigzuwerden. Es lohnt sich also, bereits im Kleinkindalter die Symptome der Hochsensibilität ernst zu nehmen.

Hochsensibles Kleinkind: 10 Anzeichen

Die Merkmale, an denen man hochsensible Kleinkindern erkennt, sind nicht exakt bestimmbar. Sie sind immer relativ und können von Kind zu Kind stark variieren. Gleichwohl gibt es gewisse Muster, die häufig wiederkehren.

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1. Ein vor Freude quiekendes Baby beim Baden? Von wegen!

Viele hochsensible Kleinkinder schreien beim Baden und verkrampfen. Manche gehen erst im Kindergartenalter freiwillig in die Badewanne. Versuche hier zwischen Freude und Angst zu unterscheiden. Je nachdem, wie alt das Kind ist, kannst du ihm auch erklären, dass das Wasser nicht schlimm ist.

2. Laute Geräusche

Hochsensible Kleinkinder erschrecken auffällig schnell, wenn laute Geräusche wie eine schrille Stimme oder der Staubsauger ertönen. Selbst wenn das Kind im Spiel versunken ist, hat es seine Ohren überall. Aufdringliche Bespaßungsversuche und überraschende Annäherungen – etwa von der Kopfseite her – werden mit Schreien quittiert. Nähere dich dem Kind langsam und warne es vor, wenn du beispielsweise die Hausarbeit beginnst.

3. Augenkontakt halten

Ein frühes Anzeichen für Hochsensibilität ist es, wenn Babys schon früh gut Augenkontakt halten und kleinste Bewegungen verfolgen. Das ist keinesfalls ein Grund zur Sorge, sondern ein Zeichen für eine ausgeprägte Auffassungsgabe. Später kann sich das hochsensible Kind dieses Fähigkeit zu Nutze machen.

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4. Starker Bezug zu einem Kuscheltier

Ein stabiler Gegenreiz ist eine häufige Strategie hochsensibler Kleinkinder, um mit der Unruhe in ihrer Umgebung zurechtzukommen. Sie halten sich an einem Kuscheltier oder Spielzeug fest, während sie die anderen Kinder von einem sicheren Ort aus beobachten. Wird es turbulent, wenden sich hochsensible Kleinkinder instinktiv ab und suchen das Vertraute.

5. Schreikind oder hochsensibel?

Schreikinder sind nicht selten hochsensibel. Ein gutes Anzeichen dafür ist es, wenn sich das Schreikind nur im Tragetuch oder durch engen Körperkontakt beruhigen lässt. Überraschend, aber logisch ist, dass hochsensible Kleinkinder weniger als andere Kinder weinen, vorausgesetzt, sie befinden sich in einer ruhigen Umgebung. Bei Unruhe oder in nichtvertrauter Umgebung weinen sie hingegen mehr.

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Erziehungstipps für hochsensible Kinder

Hochsensible Kinder brauchen Rückzugsmöglichkeiten und Pausen. Ebenso wichtig sind ein klar strukturierter Alltag mit verlässlichen Ritualen. Da hochsensible Kinder eher in sich gekehrt sind, sollte man sie darin unterstützen, ihren Fantasien nachzugehen. Aufgezwungene Abwechslung ist für hochsensible Kleinkinder Gift. Eltern sollten daher lernen, selbst einen Gang zurückzuschalten und sich mehr auf den Moment einzulassen.

Die Stärken hochsensibler Kinder

Finden hochsensible Kinder ein Umfeld, das auf ihre besonderen Bedürfnisse Rücksicht nimmt, können sie ihre Stärken voll entfalten. Zu diesen Stärken gehört:

  • Ihre gute Konzentration und Beobachtungsgabe, die sie befähigt, komplexe Zusammenhänge zu begreifen.
  • Ein weiteres Plus ist ihre Gewissenhaftigkeit. Hochsensible Menschen wägen erst ab, bevor sie handeln. Ihre Empathie und ihr Gerechtigkeitssinn machen sie zu perfekten Diplomaten und Vermittlern.
  • Nicht wenige Hochsensible weisen darüber hinaus eine große künstlerische Ader auf.
  • Ihre Begeisterungsfähigkeit für bestimmte Themen kann andere anstecken und Großes bewirken.

In einer Leistungsgesellschaft, in der Zeit knapp ist und nur derjenige Beachtung findet, der am lautesten krakeelt, gehen hochsensible Kinder leicht unter. Nimmt man sie in mit ihren Bedürfnissen jedoch ernst, können sie ihre Talente einbringen und viel erreichen.

Quellen: besser-bilden, socialmoms, hochsensibel
Vorschaubilder: ©flickr/John Twohig ©flickr/Michelle