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Kondenswasser: Das sind die 5 häufigsten Ursachen für nasse Fenster

Wie verhindert man Kondenswasser am Fenster? 5 Ursachen von nassen Fenstern, gegen die du etwas tun kannst, um Schimmel zu vermeiden.

Kondenswasser an einem Fenster
© IMAGO / Bihlmayerfotografie

Die schönsten DIY-Ideen für Winter und Weihnachten. (Zum Artikel nach unten scrollen.)

Sobald die Außentemperaturen sinken, geht es los: Kleine Tautröpfchen lassen sich am Fensterglas nieder – erst sammeln sie sich unten in den Ecken und allmählich überzieht ein regelrechter Nebelschleier die Scheibe. Solche beschlagenen Fenster sind nicht nur ärgerlich, weil sie den Ausblick zu den Nachbarn stören; die Nässe kann über kurz oder lang Rahmen und Isolierung angreifen, im schlimmsten Fall sogar zu gesundheitsschädlicher Schimmelbildung führen. Grund genug, etwas gegen Kondenswasser am Fenster zu unternehmen! 

Kondenswasser an einem Fenster
Foto: IMAGO / Bihlmayerfotografie

Damit das gelingt, hilft es, sich zu verdeutlichen, wie es zu diesem lästigen Phänomen kommt. Im Grunde sind zwei Umstände dafür verantwortlich: Zum einen muss die Scheibenoberfläche deutlich kälter als die Umgebungstemperatur sein. Zum anderen bedarf es einer entsprechend hohen Luftfeuchtigkeit. Trifft beides zu, dann kondensiert die feuchte Luft – sprich: Die warme Luft, die mehr Wasser aufnehmen kann als kalte, kühlt an der kalten Scheibe schlagartig ab und muss das überschüssige Wasser loswerden. Die Luft beginnt zu „schwitzen“.

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Die Gründe, weshalb manche Fenster und Wohnungen mehr als andere von solchem „Schwitzwasser-Befall“ betroffen sind, sind indes vielfältig. Manch einer wundert sich, dass er trotz regelmäßigen Stoßlüftens die nassen Fenster nicht loswird; beim anderen ist lediglich ein bestimmtes Fenster Opfer permanenter Taunässe. Wir stellen dir hier fünf typische Fälle vor und verraten dir, was jeweils zu tun ist.

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Kondenswasser am Fenster: 5 Ursachen

1. Falsch geheizt

Ein Schlaumeier könnte in Versuchung geraten, im Winter die Heizung abzustellen, damit der Wärmeunterschied zwischen kalter Fensterscheibe und Raumtemperatur nicht zu groß ist. Dieser Gedanke ist allerdings genau falsch: Denn so kann man zwar den sogenannten „Taupunkt“ senken (also die Temperatur, die das Fenster haben muss, damit die Luft zu schwitzen beginnt), doch wird man damit die Luftfeuchtigkeit nicht los. Die kalte Raumluft kann beim Lüften schlicht kein Wasser nach außen transportieren. So friert man am Ende umsonst und die Fenster beschlagen bereits bei milden 12 Grad Außentemperatur.

Kleiner Heiztipp nebenbei: Aus diesem Grund sollte man selbst nachts die Wohnung nicht allzu sehr auskühlen lassen und dafür lieber mehrmals lüften. Das spart am Ende sogar Heizkosten, denn wenn erst einmal das Mauerwerk ausgekühlt ist, braucht es viel Energie, die Wohnung wieder warm zu bekommen. 

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2. Falsch gelüftet

Neben dem falschen Heizen ist das falsche Lüften die häufigste Ursache für Nebelschwaden an der Glasscheibe. Es kann nicht oft genug wiederholt werden: Gekippte Fenster haben mit Lüften nichts zu tun! Sinn und Zweck des Lüftens besteht ja darin, dass die Luft ausgetauscht werden soll. Steht das Fenster jedoch lediglich einen Spaltbreit offen, kann sich die vorhandene feuchte Luft in aller Ruhe abkühlen, ohne das Zimmer verlassen zu müssen. Auf der anderen Seite sollte man es mit dem Stoßlüften aber auch nicht übertreiben: Lieber öfter und dafür kurz die Fenster weit aufreißen, als einmal ganze 30 Minuten lang. Wie bereits erwähnt, kühlt in diesem Fall die Wohnung aus und die Raumluft braucht länger, bis sie wieder genügend Feuchtigkeit aufnehmen kann.

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3. Fehlende Luftbewegung

Zimmerpflanzen, Gardinen und Rollos können am Fenster äußerst dekorativ aussehen. Aber sie verhindern zugleich, dass sich die Luft ausreichend bewegen (Fachleute sagen „zirkulieren“) kann. Auf diese Weise staut sich nicht nur die Feuchtigkeit ausgerechnet an dem Ort, an dem sie am leichtesten Schaden anrichten kann, sondern sie versteckt sich auch noch geschickt beim Lüften. Wer daher an den betroffenen Fenstern auf Sichtschutz und Deko-Artikel verzichten kann, sollte das auch tun.

4. Alte Fenster

Das Problem mit mangelnder Luftzirkulation trifft die Bewohner von Altbauten mit historischen Doppelfenstern in besonderer Weise. Immerhin wird hier die Luftfeuchtigkeit zwischen den Scheiben gewissermaßen eingesperrt. Von „zirkulieren“ kann da keine Rede sein. Darüber hinaus sind die Glasscheiben bei diesen Fenstern oft sehr dünn, wodurch sie der Kälte von draußen kaum Widerstand entgegensetzen. Die Folge ist, dass viele Menschen mehrmals täglich mit dem Handtuch die Scheiben abtrocknen müssen bzw. sich bei frostigen Temperaturen an Eisblumen erfreuen. Doch gibt es einen Kniff, um auch diesem Problem entgegenzutreten: Füllt man Katzenstreu in eine Socke und legt diese in den Zwischenraum der Doppelfenster, so saugt das Granulat die Feuchtigkeit aus der Luft heraus. Das morgendliche Fensterwisch-Ritual ist vorbei!

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5. Neue Fenster

Moderne Isolierglasscheiben senken nicht nur den Energiebedarf beim Heizen, sondern reduzieren auch den Ärger mit den nassen Fenstern. Ganz aus der Welt schaffen sie das Problem jedoch nicht. Denn ist die Wohnung abgedichtet wie ein U-Boot, findet keinerlei Luftaustausch zwischen drinnen und draußen mehr statt. Hier muss ganz besonders darauf geachtet werden, dass man einen geeigneten Heiz- und Lüftungsrhythmus findet! Isolierglas selbst lässt zwar ein Abkühlen der inneren Scheibenseite kaum zu, doch bleibt der Fensterrahmen meist als Kältebrücke bestehen. Wer viele Gäste zu Besuch hat (die nunmal alle feuchte Luft ausatmen) oder gezwungen ist, seine Wäsche in der Wohnung zu trocknen, sodass er mit dem Lüften kaum hinterherkommt, für den kommt möglicherweise ein elektrischer Luftentfeuchter infrage. Die liegen preislich zwischen 30 und 300 Euro (plus Stromkosten). Welches Modell für dich das richtige ist, besprichst du am besten mit einem Fachmann.

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Keine Panik! Luftfeuchtigkeit ist etwas ganz Normales. Ist sie zu niedrig, ist es auch nicht gut, denn dann trocknen die Schleimhäute aus, was wiederum für Krankheitserreger empfänglich macht. Allerdings sollte sie auch nicht zu hoch sein. Fachleute empfehlen einen Wert zwischen 40 und 60 Prozent. Mitunter lohnt sich die Anschaffung eines Hygrometers, das die Luftfeuchtigkeit misst. Ist diese dauerhaft hoch, sollte ein Gutachter das Mauerwerk inspizieren. In den allermeisten Fällen bekommst du das Problem nasser Fenster jedoch mit richtigem Heizen und Lüften – vielleicht noch unterstützt durch Katzenstreu oder Luftentfeuchter – gut in den Griff. Wenn du also jemanden kennst, dem in diesen kalten Tagen das Wasser von der Fensterscheibe tropft, dann teile diesen Beitrag mit ihm!

Quelle: philognosie
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