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„Wolfsstunde“: Das passiert, wenn du um 3 Uhr aufwachst

‚Ich kann einschlafen, aber nicht durchschlafen.‘ Betrifft dich das auch? Dann könnten deine Schlafprobleme an der Wolfsstunde liegen.

© Pixabay/ZAIDoopro

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Schlafprobleme plagen Millionen von Menschen weltweit. Aber hast du dich jemals gefragt, warum du regelmäßig zwischen 3 und 4 Uhr nachts aufwachst, obwohl du problemlos einschlafen kannst? Endlich haben Schlafforscher das Geheimnis gelüftet! In diesem Artikel erfährst du, was hinter der sogenannten Wolfsstunde steckt und wie du möglichst schnell wieder in den Schlaf findest.

Wolfsstunde: Warum viele nachts aufwachen

Es ist ein unerwünschtes Geschenk, das Nacht für Nacht Tausende Menschen im Bett erwartet: Schlafprobleme. Neben Einschlafproblemen gibt es dabei auch ein anderes Phänomen, das Schlafforscher immer wieder feststellen: Aus scheinbar unerklärlichen Gründen wachen viele Frauen und Männer zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Nacht auf und finden nur schwer wieder in den Schlaf zurück.

Die Schlafforscher sind sich sicher: Warum du einschlafen, aber nicht durchschlafen kannst, hat in den meisten Fällen eine körperliche Ursache.

Zeichnung eines Mannes, der nicht einschlafen kann
Ruhige Beschäftigungen, wie Zeichnen oder Lesen, helfen, wieder einzuschlafen. Foto: Media Partisans / Funke Digital

Hintergrund

Kein Mensch schläft wirklich die ganze Nacht durch. Zwischen den Schlafphasen werden wir immer wieder wach – bis zu 28 Mal pro Nacht! Allerdings schlafen wir so schnell wieder ein, dass wir dieses kurze Aufwachen sofort wieder vergessen. Das ist völlig normal.

Wenn Menschen darüber klagen, zwar einschlafen, aber nicht durchschlafen zu können, sieht das allerdings anders aus. Hier gelingt die Rückkehr ins Land der Träume nicht so leicht. Und am nächsten Morgen ist man matt und unausgeschlafen.

Interessanterweise passiert das auffällig oft zwischen 3 und 4 Uhr. Experten nennen diese Zeitspanne auch die „Wolfsstunde“.

Zur Wolfsstunde aufwachen: Das steckt dahinter

Der Ausdruck „Wolfsstunde“ stammt aus dem Altertum und bedeutet: mitten in der Nacht, wenn nur noch die Wölfe heulen.

Illustration eines heulenden Wolfes bei Vollmond.
Wenn nachts die Wölfe heulen, liegt niemand gerne wach im Bett. Foto: Pixabay/ZAIDoopro

Allerdings ist auch so manchem Menschen zu dieser Uhrzeit zum Heulen zumute. Denn wenn man nachts aufwacht und nicht mehr einschlafen kann, wird jede Minute zäh wie Kaugummi. Das Gedankenkarussell dreht sich, trübe Gefühle legen sich auf die Brust. Und je verkrampfter man die Augen zuzudrücken versucht, desto schlimmer wird es.

Dass dies in vielen Fällen zwischen 3 und 4 Uhr passiert, hängt den Medizinern zufolge mit unserem Hormonspiegel zusammen. Genauer gesagt: mit dem Zusammenspiel aus Melatonin, Serotonin und Cortisol.

Gegen 3 Uhr in der Nacht gerät dieses Zusammenspiel der drei Hormone durcheinander. Das Melatonin, das uns müde macht, ist zwar noch reichlich vorhanden. Die Serotonin- und Cortisolspiegel, welche uns eigentlich in wohlige Entspannung versetzen sollten, fallen jedoch in den Keller. Wir fühlen uns also gleichzeitig müde, gestresst und trübsinnig. Eine unangenehme Kombination, die uns leicht aufwachen – und schwer wieder einschlafen lässt.

Tipps, um wieder in den Schlaf zu finden

Wenn du abends zwar ohne Probleme einschlafen, aber nicht durchschlafen kannst, sind es vor allem die innere Unruhe und die Grübeleien, die dir den Schlaf rauben. Die folgenden Tipps helfen dir, die negativen Gedankenspiralen zu durchbrechen:

  1. Betrachte das nächtliche Wachwerden als etwas Natürliches. Das ist bereits der erste Schritt, schnell wieder einzuschlafen.
  2. Senke die Schlaftemperatur herab. Eine tiefere Zimmertemperatur hilft, das Gleichgewicht der Hormone zu halten.
  3. Atme dich in den Schlaf. Atme etwa 4 Sekunden lang ein, halte den Atem 7 Sekunden lang an und atme wieder 8 Sekunden lang aus. Nach ein paar Runden senkt diese Atemübung den Stresspegel deines Körpers merklich.
  4. Wenn dir das Einschlafen nicht gleich gelingt, knipse die Nachttischlampe an. Suche dir eine ruhige Beschäftigung wie Lesen oder Zeichnen. Das macht wieder müde und lenkt von trüben Gedanken ab.
  5. Bringt auch das nichts, dann stehe auf. Vermeide dabei allerdings schnelle Bewegungen und helles Licht. Auch das Handy ist tabu. Trinke lieber ein Glas Wasser und gehe erst wieder ins Bett, wenn du dich schläfrig fühlst.

Neben der hormonell bedingten Schlafstörung, die einen zwar einschlafen, aber nicht durchschlafen lässt, gibt es freilich auch die offensichtlichen Gründe, die mit unserer Gesundheit oder unserem Lebenswandel zu tun haben: Rückenschmerzen, Sodbrennen oder Harndrang zum Beispiel. In diesen Fällen wählt man eben eine andere Matratze, isst abends leichtere Kost, geht auf Toilette oder bespricht sich mit seiner Ärztin. Die quälende Grübelei im Bett hat jetzt aber auf alle Fälle ein Ende.

Quellen: geo, meinschlaf
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