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Therapeutin berichtet über traurige Sätze von Kindern

Therapeutin berichtet auf TikTok: Diese traurigen Sätze haben Kinder während der Therapie gesagt. Sie will Eltern ihre Fehler in der Erziehung und geheime Bedürfnisse der Kinder aufzeigen

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Perfekte Eltern existieren nicht. Jeder macht als Mama oder als Papa mal Fehler und das ist in den meisten Fällen auch nicht weiter schlimm – vorausgesetzt, wir lernen aus diesen Fehlern. Es gibt jedoch Dinge, die Eltern unbewusst machen und damit ihre Kinder sehr verletzen. Unter dem Namen @ask.courtney teilt eine Kinder- und Jugendtherapeutin auf ihrem TikTok-Account Erfahrungen ihrer Patienten. Damit möchte sie Eltern für die Bedürfnisse ihrer Kinder sensibilisieren.

Die Therapeutin kann eine 18-jährige Erfahrung in der Traumatherapie vorweisen. Dabei hat sie gelernt, dass viele Eltern sich zwar um das körperliche, aber viel zu selten um das seelische Wohl ihrer Kinder kümmern. Die mehrteilige Videoreihe mit dem Titel „Dinge, die meine jugendlichen und kindlichen Patienten zu mir gesagt haben“ soll Eltern die Probleme ihrer Kinder aufzeigen. Nicht nur Dinge, die Eltern sagen und tun, sondern auch die sie nicht sagen und tun, haben Einfluss auf ihre Kinder.

Hinweis: Courtney hat sich die Erlaubnis ihrer Patienten eingeholt, bevor sie die Sätze anonym geteilt hat.

1. „Ich wünschte, ich wäre ihnen genauso wichtig wie ihre Handys.“ – 6 Jahre

Tipp: Manchmal merkt man gar nicht, wie fixiert man auf sein Smartphone ist. Plane dir doch mal eine bewusst handyfreie Zeit mit deinen Kindern ein.

Ein liniertes Blatt Papier, auf dem mit blauem Kugelschreiber geschrieben steht: „Ich wünschte, ich wäre so wichtig wie ihre Handys.“ 6 Jahre alt
©Media Partisans (Übersetzung/Symbolbild) Foto: �Media Partisans (�bersetzung/Symbolbild)

2. „Wenn ich ’nein‘ sage, möchte ich nicht respektlos sein, ich stimme dir nur einfach nicht zu.“ – 15 Jahre

Tipp: In der Pubertät hinterfragen Jugendliche ihre Werte- und Moralvorstellungen. Lass ihnen den Freiraum zur Entfaltung ihrer eigenen Persönlichkeit, auch wenn du ihre Ansichten nicht teilst. Diskutiere mit deinem Kind, jedoch ohne ihm deine Meinung aufdrücken zu wollen.

3. „Allein in meinem Zimmer zu sein, ist okay … Es bedeutet nicht, dass ich suizidal oder traurig bin.“ – 16 Jahre

Tipp: Sprich mit deinem Kind über seine Bedürfnisse. Wenn es allein sein will, akzeptiere diesen Wunsch.

4. „Mein Hund bekommt mehr Aufmerksamkeit. Mein Papa sagt, dass es so sei, weil der Hund nicht reden kann. Also habe ich aufgehört zu reden.“ – 7 Jahre

Tipp: Versuche, deinem Kind zu erklären, wieso ein Haustier manchmal mehr Fürsorge braucht. Binde dein Kind in das Füttern, Gassigehen usw. mit dem Haustier ein, so fühlt es sich weniger vernachlässigt und versteht die Situation besser.

Ein Mann hockt neben seinem Hund im Freien und gibt ihm mit erhobenem Zeigefinger ein Zeichen
©pixabay/ToNic-Pics (Symbolbild) Foto: �pixabay/ToNic-Pics (Symbolbild)

5. „Ich wünschte, Eltern wüssten, dass wir sie auch bei geschlossenen Türen schreien hören.“ – 6 Jahre

Tipp: Kinder bekommen mehr mit, als man denkt. Wenn es einen Konflikt gibt, dann tragt ihn außerhalb der Hörweite der Kinder aus. Oder erklärt den Kindern hinterher, dass es normal ist, sich manchmal lauter zu streiten, und nehmt ihnen damit die Angst vor Konflikten.

6. „Ich wünschte, Eltern würden ihren Kindern vertrauen und aufhören, ihre Kinder zu kontrollieren.  Ich fühle mich verloren. Ich weiß nicht, wie ich selbständig denken soll.“ – 18 Jahre

Tipp: Am liebsten würde man seine Kinder vor allem beschützen. Es ist aber wichtig, dass sie ihre eigenen Erfahrungen und Fehler machen. Bereite dein Kind auf die Welt vor, aber packe es nicht in Watte.

7. „Ich fühle mich wie ein schlechtes Kind, wenn ich etwas falsch mache. Meistens, weil meine Eltern denken, ich hätte es absichtlich getan.“ – 7 Jahre

Tipp: Erkläre deinem Kind, wenn es etwas falsch gemacht hat und warum du böse bist. Gib ihm aber auch die Chance, sich zu erklären und zu entschuldigen.

Eine Mutter schimpft mit erhobenem Zeigefinger mit einem Kind, das böse guckt und sich an eine Süßigkeit klammert
©Getty Images (Symbolbild) Foto: �Getty Images (Symbolbild)

8. „Ich liebe meine Mama und meinen Papa, sogar wenn sie mich anschreien. Ich hab‘ sie immer lieb. Ich wünschte, ich wüsste, dass sie mich genauso lieben wie ich sie.“ – 10 Jahre

Tipp: Schimpfen gehört zur Erziehung. Zeige deinem Kind aber mindestens genauso oft, dass du es lieb hast, indem du es in den Arm nimmst oder anderweitig deine Zuneigung zeigst.

9. „Mir alles wegzunehmen, was ich liebe, motiviert mich nicht. Ich fühle mich hoffnungslos dadurch.“ – 10 Jahre

Tipp: Nimm dem Kind ein Spielzeug nur weg, wenn es einen Zusammenhang mit einem Fehlverhalten gibt. Soll das Kind sich beispielsweise anziehen und spielt stattdessen mit einem Kuscheltier, kannst du dieses wegnehmen.

Ein Junge sitzt an einem Schreibtisch vor einem Notizblock und schaut traurig.
©Getty Images (Symbolbild) Foto: �Getty Images (Symbolbild)

10. „Meine Mama sagt immer ‚gleich‘ und dann vergehen Stunden. Deswegen schreie ich und nerve sie. Sie vergisst mich.“ – 16 Jahre

Tipp: Halte dich an deine Versprechen und nimm dir Zeit für dein Kind. Wenn du noch etwas erledigen musst, erkläre dem Kind, wie lange es noch etwa dauern wird. 

11. „Ich wünschte, Eltern würden aufhören zu verlangen, dass Kinder eine Seite wählen. Ich fühle mich schlecht.“ – 9 Jahre

Tipp: Eine Trennung ist für alle Beteiligten eine schlimme Sache. Aber vergiss nicht: Die Kinder sind ursprünglich aus der Liebe ihrer Eltern entstanden und sollten nicht in den Konflikt hineingezogen werden. Frage doch einmal nach, welche Wünsche deine Kinder während der Trennungszeit haben.

In dem folgenden Video (in englischer Sprache) kannst du dir die Aussagen der Kinder noch einmal anschauen:

@ask.courtney The one about talking got me #teens #teenthoughts #parentsoftiktok #parenting #parenting101 #familiesoftiktok #therapy #familymatters ♬ original sound – Courtney

Die Sätze der Kinder sind teilweise sehr schockierend. Sie sind aber auch ein guter Anlass, sich bewusster mit seinen (Enkel-)Kindern zu beschäftigen und sie nach ihren Wünschen zu fragen. Denn wir sollten die Bedürfnisse von Kindern niemals unterschätzen.

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Quelle: boredpanda, tiktok/ask.courtney
Vorschaubild: ©Media Partisans