Kino & Co.: Das darf ein Arbeitnehmer während der Krankschreibung machen.

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Kino? Shopping? Urlaub? Was darf man während der Zeit einer Krankschreibung tun und was nicht? Bei vielen Arbeitnehmern herrscht in dieser Frage Unklarheit. Dies kann jedoch den Job gefährden. Daher solltest du um deine Rechte und Pflichten als Arbeitnehmer unbedingt Bescheid wissen.

Ab welchem Zeitpunkt ist eine Krankschreibung notwendig? 

Grundsätzlich musst du dich bei deinem Arbeitgeber telefonisch oder per E-Mail von der Arbeit abmelden, wenn du krank bist. Du solltest das unverzüglich, also gleich zu Arbeitsbeginn tun, damit dein Chef die Möglichkeit hat, deine Abwesenheit einzuplanen und/oder einen Ersatz für dich zu finden. Bei einer Arbeitsunfähigkeitsdauer von mehr als drei Kalendertagen – nicht Arbeitstagen, wichtig bei Wochenenden! – bist du zudem gesetzlich dazu verpflichtet, eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) vorzulegen. Achte jedoch auf die Regelungen in deinem Arbeitsvertrag, denn in manchen Fällen wird vom Arbeitgeber eine Krankschreibung schon am 1. oder 2. Tag eingefordert. 

Muss man während einer Krankschreibung unbedingt zuhause bleiben? 

Flickr/Phil and Pam Gradwell (to be)

Krankgeschriebene stehen nicht unter Hausarrest. Während deiner Arbeitsunfähigkeit darfst du grundsätzlich alles tun, was deiner Genesung dienlich ist. Dies ist natürlich von Krankheit zu Krankheit unterschiedlich. Daher bedeutet eine Krankschreibung nicht zwangsläufig, dass du deine Wohnung nicht mehr verlassen darfst. Du kannst einkaufen gehen, wichtige Termine wahrnehmen, Freunde treffen, Fahrrad fahren oder auch ins Kino gehen. Bei einer schweren Grippe sind solche Tätigkeiten freilich nicht angebracht bzw. durchführbar. Auch sollten dich dein Chef oder deine Kollegen nicht unbedingt in der Disco, im Kino oder in einer Bar erwischen. Solch eine Situation glaubhaft zu erklären, dürfte schwierig werden. 

Ist Urlaub während einer Arbeitsunfähigkeit erlaubt?

Trotz Krankheit die Koffer packen und ab in den Urlaub? Das klingt erst einmal absurd und nach einem Kündigungsgrund. Jedoch ist es in manchen Fällen nicht verboten. Das gilt dann, wenn das Wegfahren sich positiv auf die entsprechende Erkrankung auswirkt und zu einer schnelleren Genesung beiträgt. Beispielsweise hilft ein Aufenthalt am Meer Menschen mit Atemwegserkrankungen. Im Falle eines Burnouts kann eine Reise ebenso dienlich sein. Jedoch sollte der Urlaub ausschließlich der Gesundheit dienen: Wer Partybilder vom Ballermann in sozialen Netzwerken postet, wird bei seinem Arbeitgeber sicherlich nicht auf Verständnis stoßen. „Unter diesen Umständen ist der an sich bestehende Beweiswert einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erschüttert“, betont Rechtsanwalt Johannes Falch.

Was tun, wenn man während des Urlaubs krank wird? 

Flickr/Ian T. McFarland

Dich hat es im Urlaub so richtig erwischt? Das ist natürlich sehr ärgerlich. Deswegen solltest du dich auch im Urlaub bei einer Erkrankung bzw. starkem Unwohlsein einem Arzt vorstellen und dir eine AU ausstellen lassen. Du kannst die verpassten Urlaubstage dann nämlich zu einem späteren Zeitpunkt nachholen. Deine genommenen Urlaubstage darfst du jedoch nicht auf eigene Faust verlängern. 

Darf man trotz Krankschreibung zur Arbeit gehen? 

Wenn du noch krankgeschrieben bist, dich aber bereits wieder gesund fühlst, darfst du auch wieder arbeiten. Bei der Ausstellung der AU handelt es sich lediglich um eine Prognose des Arztes darüber, wie lange die Krankheit voraussichtlich noch andauert. „Die Prognose muss nicht unbedingt für die gesamte Dauer der Bescheinigung zutreffen. Ein Mitarbeiter kann also auch vor Ablauf der Krankschreibung wieder arbeiten gehen – und er muss das sogar, wenn er vorzeitig wieder arbeitsfähig ist“, erklärt Rechtsanwalt Volker Werxhausen. Du brauchst dir zudem keine Sorgen um deinen Versicherungsschutz machen: Der Krankenversicherungsschutz und die gesetzliche Unfallversicherung bleiben auch bei vorzeitigem Erscheinen auf der Arbeit weiterhin aktiv. 

Kann der Arbeitgeber einen kranken Mitarbeiter nachhause schicken? 

Flickr/Maryland GovPics

Chefs haben grundsätzlich eine Fürsorgepflicht für ihre Mitarbeiter. „Denkt der Chef, dass der Mitarbeiter sich oder andere gefährden könnte, muss er ihm sogar verbieten, zu arbeiten“, erklärt Werxhausen. Kommt es aufgrund der gesundheitlichen Beeinträchtigung eines Mitarbeiters zu Unfällen oder sonstigen Schäden, muss der Arbeitgeber die Haftung dafür übernehmen. Erscheint eine Krankenschwester beispielsweise mit einer dicken Erkältung auf der Arbeit und steckt ihre Patienten an, wodurch es zu Komplikationen bei deren Heilung kommt, kann der Arbeitgeber dafür juristisch zur Verantwortung gezogen werden. 

Kann man trotz Krankschreibung gekündigt werden?  

Viele Arbeitnehmer glauben, dass eine AU sie vor einer Kündigung schützt. Doch das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Natürlich darf der Chef nicht wegen einer bestimmten Erkrankung kündigen, jedoch ist eine Kündigung in bestimmten Fällen trotz Krankschreibung möglich. Dies ist beispielsweise zulässig, wenn der Mitarbeiter über Monate oder sogar über ein Jahr hinweg krankgeschrieben ist oder immer wieder durch kurzzeitige Arbeitsausfälle in Erscheinung tritt. Zudem hat der Chef das Recht, dem Mitarbeiter zu kündigen, wenn dieser sich krankschreiben lässt, obwohl er eigentlich gesund ist. 

Bist du länger als 6 Wochen krankgeschrieben, bekommst du statt deines Gehaltes Krankengeld von deiner Krankenkasse ausgezahlt. Willst du vor Ablauf deiner Krankschreibung wieder arbeiten, musst du das in diesem Falle deiner Krankenkasse unverzüglich mitteilen.

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Quelle:

brpraktischarzt

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