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5 Dinge, die zeigen, dass du mit deinen Kindern zu streng bist

Kindererziehung: 5 Anzeichen für eine strenge Erziehung und Tipps, wie du etwas entspannter wirst

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Kindererziehung ist keine einfache Aufgabe. Regeln und eine strenge Erziehung in einigen Bereichen sind wichtig – für das Zusammenleben und auch für die Entwicklung des Kindes. Zu strenge Eltern können jedoch das Gegenteil bewirken. In diesem Artikel findest du häufige Fehler in der Erziehung und Tipps, wie du einen gesunden Mittelweg für dich und deine Kinder findest.

Studien raten von einer zu strengen Erziehung ab

Zahlreiche aktuelle Studien belegen, dass eine zu strenge oder autoritäre Erziehung die emotionale Entwicklung von Kindern behindert und zu rebellischem Verhalten führt. Werden die Kinder dann wiederum für ein solches Verhalten bestraft, entsteht ein wahrer Teufelskreis.

Wenn Eltern allerdings genau aufpassen, erkennen sie diese 5 versteckten Anzeichen dafür, dass sie mit ihren Kindern zu streng sind.

1. Du fokussierst dich zu sehr auf Regeln und Beschränkungen.

Regeln und Routinen sind für Kinder wichtig. So wissen sie, was sie wann erwarten können. Starre Regeln und feste Routinen können jedoch die Fähigkeit eines Kindes beeinträchtigen, Belastbarkeit zu entwickeln. Gibt man seinen Kindern mehr Freiheiten, lernen sie, flexibel zu sein und mit verschiedenen und unerwarteten Lebenssituationen umgehen zu können (z.B. Rückschläge verkraften, Widerstände überwinden und richtig mit Stress umgehen).

Versuche Folgendes:

Beobachte andere Familien um dich herum. Dürfen deren Kinder an einem Freitagabend noch spät abends draußen spielen, während du es deinem Kind verbietest, um nicht von der täglichen Routine abzuweichen? Versuche, die Lage am Wochenende etwas lockerer zu sehen, und erlaube deinem Kind auch Dinge, die außerhalb des gewohnten Tagesablaufs liegen.

Mutter und Tochter sitzen auf dem Boden. Die Mutter hat den Finger gehoben und tadelt ihre Tochter
Eine strenge Erziehung hilft nicht immer weiter. (©Getty Images) Foto: Eine strenge Erziehung hilft nicht immer weiter. (�Getty Images)

2. Du belohnst nur Ergebnisse, aber keine Bemühungen.

Bei sehr strengen Eltern findet sich oft eine Richtig-oder-falsch-Mentalität. Es gibt für sie nichts dazwischen. Im realen Leben gibt es allerdings viele Grauzonen. Ein Kind, das „verloren“ oder „versagt“ hat, hat vielleicht sehr hart gearbeitet und verdient dennoch ein Lob. Kinder, die nur für Ergebnisse und nicht für ihre Anstrengungen belohnt werden, wollen auch später in allen Bereichen ihres Lebens gewinnen. Dadurch fühlen sie sich stark unter Druck gesetzt und können Ängste entwickeln.

Versuche Folgendes:

Sage deinem Kind regelmäßig, wie stolz du auf es bist, und erkläre ihm, dass zu gewinnen nicht das Wichtigste im Leben ist. Wenn dein Kind nur eine 3 in einer Klassenarbeit bekommt, obwohl es viel gelernt hat, würdige seine Arbeit und suche mit ihm gemeinsam nach einer Lösung.

Lesetipp: 6 Tipps, damit deine Kinder Aufgaben im Haushalt übernehmen.

3. Du fragst dein Kind nie nach seiner Meinung.

Kinder ahmen das Verhalten ihrer Eltern nach. Liegt der Schwerpunkt in der Erziehung auf Gehorsamkeit und Drohungen, lernen Kinder, dass Mobbing okay ist und Einschüchterungen der beste Weg sind, um andere zum Zuhören zu bewegen. Ein solch autoritärer Erziehungsstil sorgt zudem dafür, dass Kinder im späteren Leben häufig dazu neigen, rebellischer zu sein.

Versuche Folgendes:

Frage dein Kind regelmäßig, wie es sich fühlt. „Wohin sollten wir zum Abendessen gehen?“ oder „Gibt es einen Film, den du heute Abend gerne sehen würdest?“

Im Vordergrund schreit ein Junge, während seine Eltern und ein Geschwisterkind im Hintergrund auf einem hellen Sofa sitzen
©Getty Images Foto: �Getty Images

4. Stimmungsschwankungen und Gefühlsausbrüche häufen sich.

Wohl jeder kennt Familien, in denen viel geschrien wird, sowohl aufseiten der Eltern als auch unter den Kindern. Eine zu strenge, autoritäre Erziehung behindert die Fähigkeit eines Kindes, seine eigenen Emotionen zu regulieren. Werden Kinder ständig kontrolliert, entwickeln sie wichtige Lebenskompetenzen wie Selbstdisziplin, Konfliktlösung oder Impulskontrolle nur schwer bis gar nicht. Studien zeigen, dass Kinder aus solchen Familien im Erwachsenenalter häufiger an Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen leiden und geringere soziale und emotionale Kompetenzen aufweisen.

Versuche Folgendes:

Nimm dir einen Moment Zeit, um dich zu beruhigen, bevor du dein Kind disziplinierst. Bleibe gelassen und reagiere nicht mit Wut und Bestrafung. Atemübungen und Bis-zehn-Zählen können helfen, sich in solchen Situationen zu beruhigen.

5. Du erwischst dein Kind häufig bei einer Lüge.

Kinder, die für jeden Fehler bestraft werden, versuchen alles, um Konsequenzen zu vermeiden. Sie werden unbeabsichtigt zu hervorragenden Lügnern und verschweigen ihren Eltern Erlebnisse oder Tatsachen. Außerdem geraten sie oft in Streitereien oder verpetzen andere Kinder, weil sie glauben, dass Macht und Kontrolle der Schlüssel zu einer Beziehung sind.

Versuche Folgendes:

Wenn du dein Kind regelmäßig beim Lügen erwischst oder es immer wieder in Streitereien mit anderen Kindern gerät, wird es Zeit, mit ihm darüber zu sprechen, warum es das Gefühl hat, nicht die Wahrheit sagen zu können.

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Regeln und Routinen sind wichtig, allerdings sollten sie ausgewogen und realistisch sein. Behandle dein Kind mit Respekt, indem du ihm zuhörst und ihr offene Gespräche führt. Denn nur so erhältst du auch den Respekt, den du mit deinen strengen Regeln einzufordern versuchst.

Quellen: simplyrootedfamily, spiegel, superheldenkids
Vorschaubild: ©pinterest/momjunction.com