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Enthaltsamkeit: Das passiert mit dem Mann, wenn er auf Sex verzichtet

Sex macht die meisten Menschen glücklich und ist ein nicht zu unterschätzender Pfeiler von partnerschaftlichen Beziehungen. Doch manchmal geht die Libido im Alltagsstress flöten oder das Single-Dasein ermöglicht keinen regelmäßigen Geschlechtsverkehr. So wirkt sich eine Sex-Abstinenz beim Mann aus.

Mann sitzt auf Bettkante, Frau sitzt im Bett
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2 Männer versuchen, nicht zu lachen. Aber Witz Nr. 4 l...

Da ist für jeden Humor etwas dabei.

Der Penis bildet sich zurück, die Hoden werden dick und die Männlichkeit nimmt ab – Es gibt zahlreiche Mythen darüber, was mit dem Körper eines Mannes angeblich passiert, wenn er lange Zeit auf Sex verzichtet. Doch was ist dran an den Gerüchten? Muss der enthaltsame Mann gesundheitliche Folgen befürchten? Hier erfährst du es!

Eins vorweg: Tödliche Folgen hat es nicht, wenn „Mann“ auf Sex verzichtet. Puh! Noch mal Glück gehabt. Doch so ganz ungefährlich ist es für das männliche Geschlecht (im buchstäblichen Sinn) nicht, auf Sex zu verzichten. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Mann sitzt auf Bettkante, Frau sitzt im Bett
Sexverzicht kann nicht nur Auswirkungen auf die Beziehung haben. Foto: stock.adobe.com – Emil Lime/peopleimages.com

Gibt es einen Samenstau?

Einige Männer beklagen, dass ihre Hoden anschwellen, wenn sie eine Zeit lang keinen Sex hatten. Und es stimmt, dass die Hoden permanent Spermien produzieren. Doch Schwellungen oder gar Explosionen muss Mann zum Glück nicht befürchten: Früher oder später baut der Körper die ungenutzten Spermien von allein ab oder ein unwillkürlicher nächtlicher Samenerguss befördert sie nach draußen.

Wie verändert sich der Penis?

Männer, ihr müsst jetzt stark sein: Solltet ihr lange Zeit enthaltsam leben, kann es tatsächlich sein, dass euer bestes Stück nicht mehr die gleiche Leistung zeigt wie in aktiveren Zeiten. Es kann zu Erektionsstörungen kommen. Die Schwellkörper können aufgrund fehlender Durchblutung sogar verkümmern, folglich wird der Penis kleiner.

Was passiert mit der Libido?

Dass die Libido bei Sexentzug gänzlich verschwindet, ist eher unwahrscheinlich. Zunächst wird das Lustempfinden sogar noch gesteigert, auf Dauer lässt es aber bei den meisten Männern nach. Wenn der Mann weniger Samenergüsse hat, wird auch weniger Testosteron gebildet und in Folge sinkt die Libido. Wenig Sex macht auf Dauer also auch weniger Lust auf Sex. Ein unbefriedigender Teufelskreis.

Mann liegt auf Bett mit Schüssel auf dem Bauch
Dass die Libido komplett verschwindet, ist nicht zu befürchten, aber sie kann stark zurückgehen, je länger „Mann“ keinen Sex hat. Foto: stock.adobe.com – Pixel-Shot

Wie wirkt sich Enthaltsamkeit auf die Prostata aus?

Regelmäßige Ejakulationen fördern die Gesundheit der Prostata. Das Prostatasekret ist nämlich sauer und kann Reizzustände verursachen, wenn es zu lange in der Prostata verweilt. Zudem haben Forscher verschiedener Fakultäten herausgefunden, dass das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, steigt, wenn der Mann wenig bis gar nicht ejakuliert. Eine Studie der Harvard School of Public Health hat ergeben, dass Männer, die mindestens 21 Mal pro Monat ejakulierten, am seltensten an Prostatakrebs erkranken. Hierfür wurden die Gesundheitsdaten von 32.000 Männern im Alter zwischen 40 und 75 Jahren ausgewertet.

Und was ist mit der seelischen Gesundheit?

Sex kann das Wohlbefinden steigern. Beim Akt werden Glückshormone ausgeschüttet, die das Stresshormon Cortisol hemmen. Fällt dies weg, ist man schneller gereizt, nachweislich steigt sogar der Blutdruck in Stresssituationen. Zudem stärkt regelmäßiger Sex das Immunsystem. Da ohne Sex weniger Testosteron ausgeschüttet wird, kann dies zusätzlich zu Übergewicht beitragen.

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Hat Enthaltsamkeit auch einen positiven Effekt?

Es ist grundsätzlich nicht ungesund, auf Sex zu verzichten – umgekehrt bietet Sex hingegen viele gesundheitliche Vorteile. Doch eine (kurzzeitige) Enthaltsamkeit kann auch die Produktivität steigern und für mehr Klarheit sorgen. Und das Risiko einer Harnwegsinfektion oder einer sexuell übertragbaren Krankheit wird minimiert, wenn man keinen Geschlechtsverkehr hat. Da man sich diese Krankheiten jedoch auch auf andere Weise zuziehen kann, gilt dies nur als halber Pluspunkt.

Mann relaxt auf Klappstuhl
Beim Sex werden Glückshormone ausgeschüttet – Stress kann einem nichts mehr anhaben. Foto: IMAGO / Westend61

Zusammengefasst lässt sich also sagen: Kein Sex ist auch keine Lösung! Wer eine Zeit lang freiwillig oder unfreiwillig auf Sex verzichtet, muss zwar keine unmittelbaren Beeinträchtigungen fürchten. Doch mit der Zeit können sich negative gesundheitliche Effekte bemerkbar machen.

Single-Männer müssen jetzt nicht traurig sein: Die meisten positiven gesundheitlichen Effekte des Samenergusses, erreicht man bekanntlich auch ohne Partner.

Quelle: fitbook.de, health.harvard, spektrum.de
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