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Obama nungara: Dieser Schädling ist eine Gefahr für deinen Garten

Dieser Wurm frisst Fleisch und breitet sich aktuell in Europa aus. Alles, was du über „Obama nungara“ wissen musst, liest du hier.

Obama nungara: Viele Würmer auf einem Haufen
u00a9 Wikimedia/Jeanloujustine/CC-BY-SA-4.0

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Ein fleischfressender Wurm breitet sich in Europa aus und Forscher drehen deswegen ein wenig durch. Die winzigen Würmer mit dem Namen „Obama nungara“ sehen zwar eigentlich ganz harmlos aus, richten aber großen Schaden an und können ganze Ökosysteme aus dem Gleichgewicht bringen.

Der Wurm „Obama nungara“ verspeist Regenwürmer, Schnecken, Kleintiere und andere Insekten. Was sich zunächst nach einem riesigen Vorteil anhört, entpuppt sich aber schnell als echte Bedrohung für die Umwelt. Die Würmer stammen nämlich ursprünglich aus Argentinien. Das bedeutet auch, dass sie in Europa keine natürlichen Fressfeinde haben.

Wo der fleischfressende Wurm bis jetzt gesichtet wurde und wie du dich richtig verhältst, wenn du ein Exemplar in deinem Garten findest, erfährst du hier.

Wo breitet sich der Wurm aus?

Französische Forscher berichten, dass der Plattwurm in Frankreich zur Plage werden könnte. Betroffen ist vor allem die Atlantik-Küste. Aber auch in Portugal, Italien, Belgien, Großbritannien, Italien und der Schweiz wurde der fleischfressende Wurm bereits gesichtet. Der Pariser Parasitologe Jean-Lou Justine bat schließlich mehrere französische Hobbygärtner zur Hilfe, um die Ausbreitung des Wurms zu untersuchen. Die Gartenbesitzer haben die Plattwürmer in ihren Gärten gezählt und die Daten an das Forschungsteam weitergeleitet. Etwa 530 Meldungen kamen hierbei zusammen. In manchen Gärten wurden tatsächlich über 100 Würmer gezählt.

Viele Obama nungara auf einem Haufen
Foto: Wikimedia/Jeanloujustine/CC-BY-SA-4.0

Auch in Deutschland wurde der Wurm „Obama nungara“ schon vereinzelt gesichtet. Zum einen in Kernen im Remstal (Baden-Württemberg) und zum anderen in Regensburg (Bayern). Experten vermuten, dass der Wurm immer wieder über Pflanzenballen sowie über Topf- und Zierpflanzen aus Südamerika eingeschleppt wurde.

Übrigens: Der kuriose Name des Wurms hat nichts mit dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama zu tun. Er setzt sich aus den Wörtern „oba“ (Blatt) und „ma“ (Tier) zusammen. Die Begriffe stammen aus der Sprache des indigenen Volkes Tupi aus dem Amazonas-Gebiet.

Wie sieht der fleischfressende Wurm aus?

Die Würmer sind ca. fünf bis acht Zentimeter lang und haben eine bräunliche Rückenseite. Bei manchen Exemplaren kann die Farbe der Rückseite aber auch von Orange bis Schwarz variieren. Die Unterseite der fleischfressenden Würmer ist stets beigefarben. Außerdem erkennst du die Würmer an ihrem spitz zulaufenden Kopf.

Ein einzelner Wurm der Sorte Obama nungara
Foto: Wikimedia/Jeanloujustine/CC-BY-SA-4.0

Warum ist „Obama nungara“ so gefährlich?

Für den Menschen stellen die Plattwürmer keine große Gefahr dar, für Weichtiere hingegen schon. Da der Wurm in Europa keine natürlichen Fressfeinde hat, kann er sich stark vermehren und ungehindert über heimische Bodenbewohner herfallen. Da die Artenvielfalt ohnehin rückläufig ist, könnte der fleischfressende Wurm das ökologische Gleichgewicht massiv gefährden. Die Plattwürmer entfernen nämlich durch ihr Fressverhalten mehr Tiere aus dem Ökosystem, als es bisher üblich war. Experten sind sich sicher, dass die Würmer so zu einer Verschiebung des Nahrungsnetztes beitragen.

Beispiel: Der „Obama nungara“ frisst bevorzugt Regenwürmer. Fehlen die Regenwürmer im Ökosystem, verändert sich dadurch auch die Bodenqualität. Das hat wiederum Einfluss auf die Vegetation, auf die andere Tiere angewiesen sind.

Obama nungara frisst eine Schnecke
Foto: Wikimedia/Jeanloujustine/CC-BY-SA-4.0

Momentan gilt der fleischfressende Wurm als „potenziell invasive Art“ und steht nicht auf der Unionsliste der invasiven Arten. Der Plattwurm ist daher auch nicht meldepflichtig. Das Bundesamt für Naturschutz empfiehlt Hobbygärtnern, die Würmer selbst und befallene Pflanzen aus dem Garten zu entfernen. Bisher wurden die Plattwürmer in Deutschland ohnehin nur vereinzelt gesichtet. Für alle Hobbygärtner bleibt es nur zu hoffen, dass das so bleibt.

Quelle: myhomebook
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