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Gesundheitskarte: Notfalldaten hinterlegen kann Leben retten

Viel zu wenige nutzen bislang die Möglichkeit, auf der Gesundheitskarte Notfalldaten zu hinterlegen. Wie es geht, erfährst du hier.

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Seit dem Herbst 2020 hat die elektronische Gesundheitskarte eine neue Funktion, die im Ernstfall Leben retten kann. Allerdings ist sie noch kaum bekannt und wird viel zu selten genutzt. Wir zeigen dir, wie du auf deiner Gesundheitskarte Notfalldaten hinterlegen kannst – und warum du das dringend tun solltest.

Notfalldaten auf Gesundheitskarte hinterlegen

Dass man zur Krankenkassenkarte inzwischen Gesundheitskarte sagt, daran haben sich die meisten längst gewöhnt. Daran, dass die elektronische Gesundheitskarte einen Chip besitzt, ebenfalls. Doch bislang war mit diesem Chip recht wenig anzufangen.

Dies soll sich in Zukunft ändern – und eine der wichtigsten Funktionen wurde bereits im Herbst 2020 freigeschaltet: das Hinterlegen von Notfalldaten.

Inmitten der ersten großen Welle der Corona-Pandemie ging die Meldung zu dieser Neuerung allerdings unter. So wird die im Ernstfall lebenswichtige Funktion der Gesundheitskarte noch von viel zu wenigen Menschen genutzt. Aber was bedeutet das überhaupt, auf der Gesundheitskarte Notfalldaten zu hinterlegen? Und wie funktioniert es?

Das steckt hinter der neuen Funktion

Bislang enthielt die elektronische Gesundheitskarte vor allem Daten, die für die Abrechnung von Arztbesuchen notwendig waren: Name, Geburtsdatum und Adresse. Was aus Datenschutzgründen sinnvoll war, war und ist für Patienten und Ärzte allerdings ein Nachteil: Wichtige Informationen zum Gesundheitszustand müssen umständlich über andere Wege besorgt werden.

Hand hält elektronische Gesundheitskarte mit Chip. Darauf lassen sich Notfalldaten speichern.
Foto: Media Partisans/FUNKE Digital

Seit 2020 kannst du jetzt wenigstens die wichtigsten Notfalldaten auf der Gesundheitskarte hinterlegen. Zum Beispiel Informationen zu:

  • Medikamentenunverträglichkeiten,
  • Allergien,
  • chronischen Erkrankungen,
  • Schwangerschaft,
  • Herzschrittmachern und anderen Implantaten sowie
  • dauerhaft eingenommenen Medikamenten.

Darüber hinaus kannst du auch Kontaktpersonen und Angehörige vermerken, die im Notfall kontaktiert werden sollen. Zudem kannst du eintragen lassen, ob du einen Organspendeausweis oder eine Patientenverfügung besitzt – und wo man sie findet.

Wichtig: All diese Informationen sind freiwillig. Jeder Patient muss sich selbständig darum bemühen, wenn er auf seiner Gesundheitskarte Notfalldaten hinterlegen möchte. 

Notfalldaten hinterlegen: So funktioniert es

Wenn du Notfalldaten auf der Gesundheitskarte hinterlegen möchtest, musst du dich an eine Arztpraxis wenden. Nach einem Beratungsgespräch gibt deine Ärztin oder dein Arzt dann die gewünschten Informationen ein.

Im Notfall – und nur dann! – dürfen andere Ärztinnen und Ärzte auf diese Daten zugreifen. Dazu benötigen sie keine PIN. So sind die Notfalldaten auch dann einsehbar, wenn du den Code vergessen hast oder nicht mehr in der Lage bist, ihn einzugeben.

Notärztin versorgt beim Rettungseinsatz Patienten am Unfallort.
Foto: Getty Images – vm

Wie es in Zukunft weitergeht

In den kommenden Jahren sollen noch weitere Funktionen hinzukommen. Ab Juli 2023 wird die Gesundheitskarte schrittweise zu einer elektronischen Patientenkurzakte ausgebaut, die auch im europäischen Ausland funktioniert. Praktisch, wenn man mal im Urlaub medizinische Versorgung in Anspruch nehmen muss.

Nicht zuletzt soll es künftig möglich sein, sich am eigenen PC einen Überblick über seine Gesundheitsdaten zu verschaffen. So bekommen die Patienten, was ihre Gesundheitsvorsorge angeht, mehr Selbstkontrolle in die Hand.

Hast du Bedenken bezüglich des Datenschutzes? Dann sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt deines Vertrauens darüber. Sie oder er kann dich über Sinn und Einwände gegen die Speicherung von Notfalldaten auf der Gesundheitskarte aufklären.

Quelle: morgenpost
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