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Teebeutel, Kassenzettel und Luftpolstertasche: 14 häufige Fehler bei Mülltrennung und Recycling

Gelbe Tonne, blaue Tonne, Biotonne, Altglas, Restmüll: Das Entsorgungssystem ist vielseitig. Entsprechend viele Fehler kann man bei Recycling und Mülltrennung machen. Dieser Artikel klärt auf.

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Upcycling total: Hier werden aus Abfällen Einfälle. (Zum Artikel nach unten scrollen.)

Die Deutschen bezeichnen sich gern als Weltmeister im Mülltrennen. Das Umweltministerium kommt sogar auf eine Recycling-Quote von 80 %. Sieht man genauer hin, trübt sich das Bild leider erheblich. Denn die Statistik zählt nur, was in der Recycling-Anlage verschwindet, aber nicht, was dort mit dem Müll passiert.

So wird zum Beispiel bloß die Hälfte dessen, was im Gelben Sack gesammelt wird, tatsächlich auch wiederverwertet. Ein entscheidender Faktor ist, dass in den Haushalten viele Abfälle falsch getrennt werden. Selbst moderne Sortieranlagen können diese „Fehlwürfe“ nicht immer herausfischen und so werden jedes Jahr Tonnen an recycelbaren Materialien einfach verbrannt.



Damit die Mühe, die du dir zu Hause machst, nicht sinnlos wird, findest du im Folgenden häufige Denkfehler beim Trennen von Wertstoffen.

1.) „Platzsparen ist ökologisch.“

Falsch. Es klingt zunächst logisch: Der Gelbe Sack ist aus Plastik, wenn man Verpackungsmüll ineinander stapelt, spart das Platz und weniger Gelbe Säcke werden benötigt. Doch besteht der Verpackungsmüll aus unterschiedlichen Wertstoffen, die in der Recycling-Anlage innerhalb kürzester Zeit sortiert werden müssen. Gelingt das nicht, landen die Wertstoffe im Brennofen.

Foto: Media Partisans
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2.) „Kassenzettel gehören zum Altpapier.“

Falsch. Kassenzettel, Parktickets und Fahrscheine bestehen meist aus Thermodruckpapier. Dieses ist mit der hormonell wirksamen Chemikalie Bisphenol A bzw. Bisphenol S beschichtet, die über recyceltes Papier – wie zum Beispiel Klopapier – in die Umwelt gelangen kann und die Gewässer belastet. Seit 2020 gibt es neue blaue Kassenbons, die immer verbreiteter werden. Diese können problemlos im Altpapier entsorgt werden.

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3.) „Joghurtbecher sollte man ausspülen.“

Unnötig. Die Vorstellung, dass Plastik wiederverwertet werden soll, an dem Lebensmittelreste vor sich hin schimmeln, mag befremdlich sein. Doch ist das Ausspülen ökologisch gesehen nicht sinnvoll, sondern bloße Wasserverschwendung. Der Müll wird in der Aufbereitungsanlage ausreichend gereinigt. Womit man den Müllsortierern aber durchaus helfen kann, ist, wenn man den Alu-Deckel vom Joghurtbecher abzieht.

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4.) „Luftpolsterfolie aus Briefumschlag lösen.“

Falsch. Luftpolstertaschen gehören in den Restmüll. Es ist zwar gut gemeint, das Papier von der Folie zu friemeln, restlos gelingt das jedoch nie. Normale Papierumschläge mit Sichtfenster können jedoch ebenso getrost zum Altpapier wie Kartons mit Klebeband-Resten. Die können in der Regel maschinell getrennt werden. Wer Klebeband & Co. vorher abtrennen möchte, sollte sich jedoch nicht davon abhalten lassen.

Foto: Media Partisans
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5.) „Teebeutel gehören in den Restmüll.“

Falsch. Die Szene in dem Film „Otto – Der Außerfriesische“, in der Otto Waalkes Ökobauern maßregelt, Teebeutel nicht nach Altpapier, Altmetall und Altschnur zu trennen, ist berühmt. Sie ist aber nichts weiter als ein Scherz. Papier und Schnur verrotten, Metall – auf das ohnehin viele Hersteller inzwischen verzichten – wird herausgefiltert. Teebeutel gehören somit in die Biotonne. Problematisch sind hingegen Bio-Müllbeutel aus Maisstärke. Freilich zersetzen die sich ebenfalls, lassen sich aber nur schwer von unachtsam entsorgtem Plastik unterscheiden.

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6.) „Alte Gläser sind Altglas.“

Falsch. Glas besitzt eine der besten Recycling-Quoten. 89 % des Altglases werden wieder zu Flaschen, Schraubgläsern und Tiegeln. Die Deckel muss man übrigens nicht unbedingt entfernen, das schafft die Sortieranlage. Freilich hilft man dabei, den Energieverbrauch zu senken, wenn man sie selbst in den Gelben Sack wirft. Allerdings darf nur Glas, das als Verpackung gedacht war, in den Altglascontainer. Kaputte Trinkgläser, Vasen oder Aschenbecher bestehen in der Regel aus härterem Glas, das einen höheren Schmelzpunkt hat, und kommen in den Restmüll.

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7.) „Leere Pizzakartons sind normale Pappe.“

Meistens falsch. Die Qualität des recycelten Papiers hängt stark vom Zustand des Altpapiers ab. Verschmutzungen und Fettreste können bei der Verarbeitung des Altpapiers nicht beseitigt werden. Daher sollten, nebenbei bemerkt, auch keine nassen und verschimmelten Kartons in der Papiertonne landen.

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8.) „CDs und DVDs dürfen in den Gelben Sack.“

Falsch. In den Gelben Sack gehören ausschließlich Verpackungen. Da es aus ökologischer Sicht nicht unbedingt einleuchtet, weshalb man Plastikbecher recyceln, eine alte Zahnbürste aus demselben Material aber in den Restmüll werfen soll, gibt es in manchen Städten auch sogenannte Wertstofftonnen. Weder hier noch dort gehören jedoch die metallbeschichteten Scheiben hinein.

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9.) „Geschenkpapier ist Verpackungsmüll.“

Falsch. In den allermeisten Fällen ist Geschenkpapier einfach nur bedrucktes Papier. Obwohl es so bunt glitzert, taugt es immer noch für Wellpappe oder Eierkartons. Gelangt es jedoch in den Gelben Sack, wird es schmutzig und muss aussortiert werden. Beschichtete Papiere wie Backpapier, Hochglanzmagazine aus Fotopapier und das Silberpapier aus Zigarettenpackungen gehören hingegen in den Restmüll. Sind Werbeprospekte in Folie eingeschweißt, ist es sinnvoll, diese getrennt zu entsorgen – in vielen Anlagen werden sie sonst einfach zusammen verbrannt.

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10.) „Aus alten Taschentüchern werden neue.“

Falsch. Benutzte Taschentücher sollten aus hygienischen Gründen in den Restmüll geworfen werden. Dorthin wandern auch benutze Servietten und Küchentücher, wobei sie freilich auch in der Biotonne keinen Schaden anrichten. Eine Aufbereitung des Zellstoffs ist nicht möglich. 

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11.) „Elektronik ohne Batterie darf in den Restmüll.“

Falsch. Seit 2015 verpflichtet der Gesetzgeber den Handel, alte Elektrokleingeräte zurückzunehmen. Landet der Elektronikschrott hingegen im Restmüll, macht man sich sogar strafbar! Auch Druckerpatronen und Toner sind fürs Verbrennen zu schade, zumal man bei manchen Anbietern noch etwas Geld für sie bekommen kann. 

Foto: pixabay
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12.) „Leere Aktenordner sind Hausmüll.“

Stimmt fast. Wer sich die Mühe machen möchte, Aktenordner in ihre Bestandteile zu zerlegen, darf das gerne tun. Ansonsten gehören sie wegen der genieteten Metallteile tatsächlich zum Hausmüll. In vielen Kommunen werden größere Mengen aber als Sperrmüll akzeptiert, was die Restmülltonne erheblich entlastet.

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13.) „Alufolie hat nichts im Gelben Sack verloren.“

Stimmt fast. Alufolie, die nicht Bestandteil einer Verpackung war, darf streng genommen nicht in den Gelben Sack. Dafür haben die Hersteller nämlich keine Gebühren bezahlt. Von den Entsorgungsfirmen wird sie dennoch gerne angenommen, da Aluminium ein wertvoller Rohstoff ist, mit dem sich noch Geld verdienen lässt. Du kannst sie also ruhig in den Gelben Sack werfen.

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14.) „Mit Altkleidern werden doch nur Geschäfte gemacht.“

Stimmt fast. Altkleidercontainer haben in den letzten Jahren einen schlechten Ruf bekommen. In der Tat gehören die meisten Container inzwischen nicht mehr sozialen Einrichtungen, sondern gewerblichen Organisationen. Diese machen die Kleidung zu Geld. Aus ökologischer Sicht ist diese kommerzielle Verwertung aber eine gute Sache. Auf diese Weise können kaputte Kleidungsstücke immer noch zu Dämmstoffen, Autositzen und anderen Dingen verarbeitet werden.

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Kritik am Recycling-System

Immer wieder hört man diesen Vorwurf: Das Recycling-System zieht den Bürgern nur das Geld aus der Tasche und am Ende werden die Gelben Säcke ungeöffnet verbrannt oder ins Ausland verschifft. Tatsächlich schlagen die Hersteller ihre Lizenzgebühren auf den Verkaufspreis auf – letztlich finanziert also der Kunde das Recycling. Und tatsächlich wird Recycling-Müll teilweise ins Ausland verschifft. Aber zum einen sparen die Bürger Müllgebühren, wenn ihre Restmülltonne entlastet wird. Zum anderen zählt das Verschiffen des „Mülls“ unter Rohstoffhandel. Dass dieser unter ökologischem Gesichtspunkt Probleme birgt, ist aufgrund des CO2-Ausstoßes von Schiffen keine Frage. Der Umstand bestätigt aber auch die Notwendigkeit eines gut funktionierenden inländischen Recycling-Systems.

Das führt zum nächsten Vorwurf: Die Gelben Säcke werden verbrannt, um die Müllverbrennungsanlagen auszulasten. Auch hierin steckt ein Körnchen Wahrheit. Mit den Verbrennungsanlagen werden Strom und Wärme erzeugt, die die Entsorgungsfirmen möglichst gewinnbringend auf den Markt bringen wollen. Für das, was – und wie viel davon – verbrannt werden darf, gibt es allerdings strenge Auflagen. Wie die Organisation Greenpeace betont, hat diese Form der Energiegewinnung außerdem positive Nebeneffekte für Klima und Umwelt – zumindest solange Kohlekraftwerke immer noch die Alternative darstellen. 

Ernstzunehmender ist die Kritik, dass das Recycling-System zu einer Augenwischerei verkommen kann. Aus Plastikmüll können nämlich nur minderwertige Rohstoffe gewonnen werden. Im Grunde handelt es sich beim Plastik-Recycling also um „Downcycling“. Mehrweg ist somit immer besser als Einweg – auch wenn es manchen Leuten wie ein Lottogewinn vorkommen mag, wenn sie für Einweg-Plastikflaschen mehr Pfand zurückerhalten. Oberste Priorität hat die Vermeidung von unnötigem Müll. Dann ist Recycling in der Tat ein sinnvoller Beitrag für die nachfolgenden Generationen. Wie du zum Beispiel im Badezimmer viele Plastikprodukte vermeiden kannst, zeigt dir dieser Artikel

Quellen: wohindamitcareelite

Vorschaubild: ©Flickr/Elizabeth