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Sauerklee bekämpfen: Darum sind Hausmittel machtlos gegen das Unkraut

Wer Sauerklee bekämpfen will, wird mit Hausmitteln scheitern. Dass Essig, Natron und Co. wirkungslos sind, hat einen besonderen Grund.

Gelb blühender Sauerklee wächst in einem Rasen.
© IMAGO / Loop Images

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Er sieht zierlich aus, ist aber teuflisch hartnäckig: Sauerklee im Rasen zum Dauerproblem werden. Wenn du dich fragst, wie du Sauerklee bekämpfen kannst, hast du sicher schon einige Hausmittel ausprobiert – und hattest damit keinen Erfolg. Dass man mit herkömmlichen Hausmitteln im Kampf gegen das Unkraut scheitert, hat einen einfachen Grund.

Darum ist Sauerklee so hartnäckig

Wer Sauerklee nachhaltig bekämpfen will, sollte seinen Gegner kennen. Die Hartnäckigkeit des Sauerklees (botanisch: Oxalis) liegt in seiner besonderen Vermehrungsstrategie. Diese Pflanze bildet unterirdische Brutzwiebeln, die sich schnell vermehren und selbst nach Jahren noch keimen können. Reißt du die oberirdischen Teile ab, freut sich die Pflanze regelrecht – und reagiert mit verstärkter Brutzwiebelbildung. Auch das Vertikutieren des Rasens ist keine gute Idee: Hierdurch werden die Pflanzenteile nur „gehäckselt“ und der Klee treibt danach umso stärker aus.

Nutzlose Hausmittel gegen Sauerklee

Essig

Viele Hobbygärtner schwören auf Essiglösung, um Sauerklee bekämpfen zu können. Das Problem: Diese Mittel schädigen zwar den sichtbaren Teil der Pflanze, erreichen aber nicht die tiefsitzenden Brutzwiebeln. Davon abgesehen kann der Einsatz von Essig im Garten das Grundwasser belasten.

Backpulver und Natron

Auch diese Hausmittel erzielen bestenfalls oberflächliche Wirkung. Wenn du versuchst, mit Backpulver Sauerklee zu bekämpfen, wirst du feststellen, dass der Erfolg nur kurzzeitig ist. Die Pflanze treibt fröhlich wieder aus, sobald die Wirkung nachlässt.

Kochendes Wasser

Das Übergießen mit kochendem Wasser tötet zwar die oberirdischen Pflanzenteile ab, dringt aber selten tief genug ein, um alle Brutzwiebeln zu erreichen. Zudem besteht die Gefahr, dass du benachbarte Pflanzen mit verbrühst.


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Sauerklee nachhaltig bekämpfen

Unkraut Jäten

Die effektivste, wenn auch mühsamste Methode ist das vollständige Ausgraben der Pflanzen samt Brutzwiebeln. Wichtig dabei:

  • Grabe mindestens 15-20 cm tief.
  • Siebe die Erde sorgfältig nach Brutzwiebeln durch.
  • Entsorge den Sauerklee im Restmüll, nicht auf dem Kompost.

Diese Prozedur musst du regelmäßig wiederholen, da immer wieder neue Pflanzen aus übersehenen Brutzwiebeln austreiben können.

Abdecken und Aushungern

Eine weitere wirksame Strategie, um Sauerklee zu bekämpfen, ist das komplette Abdecken befallener Flächen mit lichtundurchlässiger Folie oder Karton für mindestens eine Saison. Ohne Licht können die Pflanzen keine Photosynthese betreiben und sterben schließlich ab.

Chemische Bekämpfung als letzte Option

Unkrautvernichter sollten immer die letzte Wahl sein. Falls du dich dafür entscheidest, achte auf Produkte mit systemischer Wirkung, die bis in die Brutzwiebeln vordringen. Die Rasenherbizide sollten eine Haus- und Gartenzulassung haben.

Sauerklee vorbeugen

Am einfachsten ist es natürlich, wenn du gar nicht erst mit Sauerklee kämpfen musst. Achte beim Einpflanzen neuer Gewächse auf saubere Erde und kontrolliere Wurzelballen auf mitreisende Brutzwiebeln. Eine dichte Bepflanzung oder Mulchschichten erschweren es dem Sauerklee, Fuß zu fassen.