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„Sunday Scaries“: Wenn dich am Sonntag die Angst vor Montag überfällt

Was nach einem schlechten Horrorfilm klingt, ist für die Betroffenen eine große Belastung: „Sunday Scaries“ beschreiben die Angst vor dem kommenden Montag. Was es damit genau auf sich hat, erfährst du hier.

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Hoch die Hände, Wochenende! Ach, ist das herrlich, zwei Tage voll süßem Nichtstun liegen vor dir, die nächste Arbeitswoche ist gedanklich noch ganz weit weg. Doch ehe du dich versiehst, ist schon wieder Sonntag und gemeinsam mit dem letzten Tag der Woche macht sich ein mulmiges Gefühl in dir breit, das sich bis zum Abend hin zu einer regelrechten Panik steigert.

Wenn du diesen Zustand kennst, leidest du wahrscheinlich auch unter „Sunday Scaries“. Dieses Phänomen der sonntäglichen Angstzustände breitet sich gerade in den sozialen Medien aus. Eine klinische Diagnose gibt es hierzu nicht. Was steckt also hinter den „Sunday Scaries“?

„Sunday Scaries“ – was bedeuten sie genau?

„Sunday Scaries“ rauben dir am Sonntag jegliche Energie. Foto: IMAGO / Pond5 Images

Am Sonntag sollst du ruhen, so steht es bereits im Alten Testament. Der letzte Tag der Woche sollte – wenn möglich – den schönen Dingen des Lebens vorbehalten sein. Egal, ob du Zeit mit der Familie verbringst, einen Ausflug unternimmst oder es dir auf dem Sofa bequem machst – am Sonntag lässt man die Seele baumeln.

Wenn dich jedoch sonntags ein ungutes Gefühl beschleicht, das im Laufe des Tages an Intensität zunimmt, hat dich wohl der Sonntagsblues erwischt. Diese „Sunday Scaries“ beschreiben die Panik vorm Montagmorgen und sind kein Einzelfall. Menschen, die darunter leiden, werden von unbehaglichen, unruhigen, ängstlichen oder gar panischen Gefühlen überwältigt, die es ihnen unmöglich machen, den Rest des Wochenendes zu genießen. Meist beginnen die „Sunday Scaries“ erst am Nachmittag, in schlimmeren Fällen breiten sich die Angstzustände jedoch bereits morgens bei den Betroffenen aus.

Frau liegt im Bett und kann nicht schlafen.
Schlafprobleme können Folgen von Sunday Scaries sein. Foto: stock.adobe.com – Pormezz

Neben der mentalen Belastung können auch körperliche Beschwerden wie Zittern, ein schnellerer Herzschlag, Atemprobleme, Magen-Darm-Beschwerden, Schlafprobleme und Kopfschmerzen auftreten.

Wie entstehen „Sunday Scaries“?

Der naheliegendste Grund für die Entstehung von Sonntagsblues sind Probleme im Job. Vielleicht ist dein Stresslevel auf der Arbeit zu hoch? Gibt es zu viele schwierige Aufgaben, die auf deiner To-do-Liste stehen oder wartet ein unangenehmes Meeting auf dich? Womöglich ist das Klima unter den Kollegen zurzeit etwas angespannt, oder dein eigener hoher Anspruch oder der deines Vorgesetzten belasten dich.

Im Gegensatz dazu kann auch Unterforderung eine Ursache für „Sunday Scaries“ sein. Wenn du dich in deiner Arbeit nicht genug wertgeschätzt fühlst, du selbst die Sinnhaftigkeit deiner Tätigkeit anzweifelst oder sich die Arbeitsstunden wie Kaugummi in die Länge ziehen, kann dies Angstzustände begünstigen.

Überforderung im Job kann ein Grund für die Angstzustände am Sonntag sein. Foto: stock.adobe.com – Racle Fotodesign

Doch auch Menschen, die ihren Job eigentlich sehr gerne machen, klagen über die Angst vorm Montag. Wie du siehst, können die Ursachen ebenso vielfältig sein, wie die Menschen, die unter „Sunday Scaries“ leiden.

Was kann man gegen „Sunday Scaries“ unternehmen?

Sobald du merkst, dass sich sonntags ein ungutes Gefühl in dir breit macht, solltest du versuchen, deine Perspektive auf den kommenden Montag zu ändern. Nimm dir hierfür am besten einen Zettel und Stift und notiere, warum du gerade dem Wochenbeginn so negativ gegenüberstehst. Was ist am Montag anders als an den anderen Tagen in der Woche?

Schreibe nun auf, was du an deinem Job besonders gerne magst, und wieso du an allen anderen Tagen gerne zur Arbeit gehst. Vergleiche anschließend die beiden Notizen miteinander und vielleicht merkst du dann bereits, dass die Angst vor dem Montag eigentlich jeder Grundlage entbehrt.

Es ist zudem hilfreich, wenn du dir am Freitag Zeit nimmst, mit der Woche abzuschließen. Versuche – wenn möglich – alle Aufgaben so weit abzuarbeiten, alle E-Mails zu schreiben und auch unangenehme Meetings oder Gespräche nicht unnötig aufzuschieben. Mit einem klaren Wochenabschluss kannst du am Wochenende besser abschalten und startest die nächste Woche nicht mit lästigen Altlasten.

Menschen, die im Frühling spazieren gehen
Den Sonntag sollte man mit schönen Unternehmungen füllen. Foto: IMAGO / Wolfgang Maria Weber

Auch feste Routinen am Sonntag können dir dabei helfen, den letzten Tag des Wochenendes besser auszukosten. Ein geregelter Tagesablauf und wiederkehrende Unternehmungen vermitteln dir: „Es ist noch nicht Montag.“ Durch die feste Routine sparst du dir die Energie, zu überlegen, was du mit deiner freien Zeit noch möglichst sinnvolles anfangen sollst. Solche Routinen können Kochabende, Sport oder ein Kaffeetrinken mit der Familie sein.

So trickst du den Sonntagsblues aus

Es ist natürlich einfacher gesagt als getan, aber versuche zukünftig, dir besonders schöne Dinge für den Montag vorzunehmen. Ein Picknick mit Freunden, ein Kinobesuch, ein besonders leckeres Abendessen oder ein kleiner Shoppingbummel nach dem Feierabend machen den unliebsamen Montag zum Highlight der Arbeitswoche.

Sollten sich die Panikattacken am Sonntag trotz aller Bemühungen noch verstärken und deine Lebensqualität stark einschränken, solltest du dir besser professionelle Hilfe holen. Dass sich wahrscheinlich nur die wenigsten Menschen auf den Arbeitsbeginn am Montag freuen, ist normal. Wenn sich diese unangenehmen Gefühle jedoch zu unkontrollierten Panikattacken steigern, muss gehandelt werden.

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Quelle: utopia.de
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