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Krankenschein: Was hat der Diagnoseschlüssel zu bedeuten?

Der ICD-10-Diagnoseschlüssel ermöglicht Ärzten die einheitliche Bezeichnung von Krankheiten und sorgt regelmäßig für verwirrte Patienten. Was bedeuten die Buchstaben und Zahlen auf dem Krankenschein?

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Einen Arzt bei der Verwendung der vielen medizinischen Fachwörter zu verstehen, kann schon mal zur echten Herausforderung werden. Auch die Buchstaben- und Zahlenkombinationen auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen sorgen in den Köpfen der Patienten regelmäßig für Verwirrung. Doch damit ist jetzt Schluss! Erfahre hier, wie du den berüchtigten Diagnoseschlüssel der Ärzte auf dem Krankenschein enträtseln kannst.

Beim sogenannten ICD-10-Diagnoseschlüssel handelt es sich um ein internationales System, bei dem jeder Krankheit ein Kürzel aus Buchstaben und Zahlen zugeordnet wurde. Er soll eine einheitliche Bezeichnung der Krankheiten ermöglichen, damit Ärzte sie auf der ganzen Welt nachvollziehen können. Fachärzten bietet der Diagnoseschlüssel auf dem Überweisungs- oder Krankenschein außerdem eine grobe Orientierung, unter welchen Beschwerden der Patient leidet.

Krankenschein: Was hat der Diagnoseschlüssel zu bedeuten?

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Der erste Buchstabe

Der erste Buchstabe des Diagnoseschlüssels bezeichnet jeweils Krankheiten aus einer bestimmten Übergruppe. Zum Beispiel:

  • A: Infektionskrankheiten
  • F: psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen
  • G: Krankheiten des Nervensystems
  • H: Erkrankungen des Ohres und des Auges
  • I: Erkrankungen des Kreislaufsystems
  • J: Erkrankungen des Atemsystems
  • K: Krankheiten des Verdauungssystems
  • M: Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems oder des Bindegewebes

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Die anschließenden Zahlen

Mit den anschließenden Zahlen wird die Erkrankung schließlich näher definiert. Hier findest du einige häufig verwendete Diagnoseschlüssel und ihre Bedeutung:

  • A09: Entzündung des Magen-Darm-Traktes, die durch Viren, Bakterien oder Pilze verursacht wurde
  • E06: Schilddrüsenentzündung
  • E10: Diabetes Typ 1
  • F43.0: Akute Belastungsreaktion (zum Beispiel durch Stress im Berufsleben oder in der Familie)
  • I10: Bluthochdruck
  • J01: Akute Nasennebenhöhlenentzündung
  • J06.9: Akute Infektion der oberen Atemwege – nicht näher bezeichnet oder kurz: grippaler Infekt
  • K52.9: Entzündung des Magen-Darm-Traktes durch verdorbene Lebensmittel oder eine Allergie
  • M50-M51: Bandscheibenschäden
  • N30: Blasenentzündung
  • S92: Fraktur des Fußes

Hinter den Codes befindet sich manchmal auch noch ein weiterer Buchstabe. Wenn auf deiner Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung der Code G43.9 G zu lesen ist, steht das für „Migräne – nicht näher bezeichnet“. Der angehängte Buchstabe „G“ gibt an, dass es sich in diesem Zusammenhang um eine „gesicherte Diagnose“ handelt, die durch verschiedene Tests und Untersuchungen überprüft oder nachgewiesen wurde.

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Steht hinter dem Diagnoseschlüssel ein „V“, handelt es sich lediglich um einen Verdacht und bei einem „A“ um eine „ausgeschlossene Diagnose“. Zusätzlich kann ein weiterer Buchstabe die Lage der Diagnose beschreiben. Ob eine Verletzung zum Beispiel am linken (L) oder am rechten (R) Bein vorliegt oder sogar an beiden (B).

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Eine vollständige Auflistung der aktuellen Klassifikation (und ihrer Vorgängerversionen) findest du übrigens auf den Seiten des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Jetzt weißt du, was es mit den verwirrenden Buchstaben- und Zahlencodes der Ärzte auf sich hat. Übrigens kannst du das Kürzel, das auf deinem Krankenschein steht, auch auf den Seiten einiger Krankenkassen eingeben, um eine verständliche Diagnose zu erhalten, oder einfach bei deinem Arzt nachfragen.

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Quellen: br, vitabook
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