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Kanal statt Autobahn: Diese Stadt möchte Lebensqualität

Grüne Stadtplanung und Umweltschutz rücken in vielen Städten mehr in den Vordergrund. Utrecht macht es vor: Aus einer Autobahn wird ein Kanal und diese deutsche Stadt will bald nachziehen.

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Spannende Themen und Wissenswertes mit Aha-Effekt. (Zum Artikel nach unten scrollen.)

Unsere Städte werden immer voller – mehr Menschen, mehr Autos, mehr Gebäude. Grüne Oasen, umgeben von Wasser und Parks, sind nur in wenigen Großstädten zu finden. Das soll sich nun ändern: Wie das Großprojekt „Kanal statt Autobahn“ bereits in Utrecht funktioniert hat und welche Städte nachziehen, liest du hier. 

Das niederländische Utrecht war die letzten 50 Jahre eine autogerechte Stadt. Im Zuge des damals zunehmenden Verkehrs entschied man sich in den 70er Jahren dafür, dem 900 Jahre alten Stadtkanal einen Deckel aufzulegen und eine neue Autobahn zu schaffen. Ein Fehler, wie sich Jahre später herausstellen sollte. 

Bereits 2002 stimmten die Bewohner Utrechts dafür, den Kanal wieder freizulegen. Doch es fehlten noch ernsthafte Bemühungen, das Auto wieder aus der Stadt zu drängen. 20 Jahre und einen Anstieg von 0,6 °C globaler Temperatur später macht Utrecht ernst und zieht den Kanal wieder der Autobahn vor. 

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Nicht nur für das Klima Vorteile

„Wasser und Kanäle reduzieren den Aufheizungseffekt in der Stadt“, erklärt René de Kam, Kurator für Stadtgeschichte in Utrecht. Doch auch die Lebensqualität der Bewohner nimmt durch neue städtische Funktionen zu. De Kam ist stolz: „Unter anderem haben der Bahnhof, eine Bühne, ein Theater und Grünanlagen ihren Platz am Wasser gefunden.“

Doch die Idee ist nicht ganz neu. Auch in der 10-Millionen-Stadt Seoul im ostasiatischen Südkorea kam man schon auf den Gedanken, teure Verkehrsstaus und die täglich ausgestoßenen Abgase durch eine Wasserlandschaft zu ersetzen. Das Wasser wurde zu einem natürlichen Lebensraum für verschiedene Arten von Fischen, Insekten und Vögeln. Es half auch bei der Abkühlung der umliegenden Gebiete um etwa 3,5 °C.

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Pläne in Deutschland

Auch deutsche Stadtplaner sind einem Umbau nicht abgeneigt. Bereits in Potsdam, Kiel und Leipzig entschied man sich gegen betonierte Schnellstraßen und für die ehemaligen Industriekanäle. 

Auch Nürnberg hat große Pläne. Allerdings scheint eine Umsetzung noch in ferner Zukunft, denn eine Zusage und Fördermittel hat das Projekt rund um den Frankenschnellweg noch nicht. Doch der Nürnberg-Fürther Stadtkanalverein gibt nicht auf: Mit eisernem Willen wollen die Mitglieder die Fläche der A73 zwischen Nürnberg und Fürth zum ehemaligen Kanal zurückbauen. 

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Der Gründer des Vereins, Theodor Fuchs, stellt aber klar: Ein Industriekanal mit tonnenschweren Schiffen soll nicht entstehen. Vielmehr eine Mischung aus Natur und innovativer Technik. Der Verkehr könnte auf die angrenzenden Autobahnen umgelagert werden. 

Auch wenn die Realisierung dieser Projekte noch einige Jahre und viel Geld in Anspruch nehmen wird: Die Erfahrung hat gezeigt, dass nicht nur die Menschen in der Stadt, sondern auch die Natur ein bisschen Wasser mehr als nötig haben. Könnte man auch in deiner Stadt eine Autobahn durch einen Kanal ersetzen? 

Mehr spannende Umbaugeschichten findest du hier: 

Quellen: stern, nfsk, urban-waters
Vorschaubilder: ©Instagram/cars.destroyed.our.citie
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