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Missbrauch vorbeugen: 5 Regeln, die Kinder früh lernen sollten

Diese 5 Regeln über den eigenen Körper können Kindern helfen, Missbrauch vorzubeugen. Sei eine Vertrauensperson, die dem Kind bei der Aufklärung hilft.

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Am liebsten würde man gar nicht daran denken, dass sein Kind oder Enkelkind missbraucht werden könnte. Dennoch ist es wichtig, sich vor Augen zu führen, dass die Gefahr besteht – laut WHO haben bis zu einer Million Kinder und Jugendliche in Deutschland schon einmal Missbrauch erlebt. Im Jahr 2022 wurden 15.500 Fälle zur Anzeige gebracht – die Dunkelziffer liegt wohl weit darüber. Wir zeigen dir, wie du Kinder sensibilisieren kannst, sich einer Vertrauensperson anzuvertrauen, und so Missbrauch vorbeugen kannst.

Wie kann man Missbrauch vorbeugen?

Die meisten Täter und Täterinnen stammen aus dem Bekannten- oder Familienkreis. Daher helfen die verbreiteten Warnungen „Geh nicht mit einem Fremden mit“ nur bedingt weiter. Wichtiger sei es, laut dem Sicher-Stark-Expertenteam, „… sein Kind von klein auf stark zu machen und gegenüber Grenzverletzungen zu sensibilisieren“, um Missbrauch vorzubeugen.

Das Kind sollte keine Angst haben, sich an eine Vertrauensperson zu wenden, wenn es sich nicht wohlfühlt. Wir haben 5 Regeln zusammengetragen, die du deinem (Enkel)kind beibringen kannst, damit es sich selbst schützen kann. Sie sind als Fragen formuliert, an denen sich das Kind orientieren kann.

1. Wie fühle ich mich in der Situation?

Ich beobachte meinen eigenen Körper: Ich schwitze und mir ist schlecht. Oder schlägt mein Herz plötzlich schneller? Diese Warnsignale meines eigenen Körpers zeigen mir, dass ich mich in einer Situation nicht wohlfühle. Wenn ich mich so fühle, sollte ich (m)einer Vertrauensperson Bescheid geben.

2. Wer ist meine Vertrauensperson?

Es gibt bestimmte Personen in meiner Familie, Kita etc., denen ich erzählen kann, wie ich mich fühle. Sie glauben mir und ich kann mich immer an sie wenden, wenn ich Angst habe.

Tipp: Ganz wichtig ist, dass die Vertrauensperson Anzeichen für Kindesmissbrauch ernst nimmt. Nicht immer trauen sich Kinder, verbal auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Als Erzieherin, Lehrer oder andere Vertrauensperson, sollte man lieber einmal zu viel nachfragen.

Ein dunkelhaariges Kind hält seine Hand in die Kamera.
Missbrauch vorbeugen: Bringe deinem Kind bei, „nein“ zu sagen. (©artit/stock.adobe.com) Foto: Missbrauch vorbeugen: Bringe deinem Kind bei, „nein“ zu sagen. (©artit/stock.adobe.com)

3. Wer darf mich wo berühren?

Niemand, wenn ich es nicht möchte! Ich darf „nein“ sagen, wenn ich von einer Person nicht geküsst oder umarmt werden möchte. Ich darf über meinen eigenen Körper bestimmen und meine Eltern akzeptieren das auch.

Meine Genitalien liegen unter meiner Unterwäsche. Dort darf mich niemand berühren und niemand darf mich bitten, seine Genitalien zu berühren. Wenn mir jemand seinen Intimbereich zeigt oder ich Bilder davon geschickt bekomme, wende ich mich sofort an eine Vertrauensperson.

Tipp: Zwinge dein Kind nicht, sich von Verwandten oder Bekannte küssen zu lassen, nur weil es „höflich“ ist. Dein Kind hat ebenso wie du das Recht „nein“ zu sagen, wenn es etwas nicht möchte.

4. Wie soll ich mich verhalten?

    Ich sage „nein“, wenn ich etwas nicht möchte. Es ist okay, wenn ich mich das nicht traue. Dann gehe ich weg und suche einen Erwachsenen, dem ich vertraue und der mir hilft.

    Tipp: Auch wenn dir die Reaktion deines Kindes im ersten Moment übertrieben vorkommt – nimm sie ernst und hilf dem Kind aus der Situation.

    5. Muss ich jedes Geheimnis für mich behalten?

    Mich bittet jemand, etwas für mich zu behalten, ich fühle mich damit aber nicht wohl. Es macht mir sogar Angst, weil mir die Person droht, böse zu werden. In einer solchen Situation sollte ich mich auf jeden Fall an meine Vertrauensperson wenden!

    Tipp: Nimm die Aussagen deines Kindes ernst und suche dir professionelle Hilfe (Polizei, Therapie etc.), um dem Kind zu helfen.

    Eine Mutter hält die Schultern ihrer Tochter fest während das Kind traurig nach unten schaut. Am unteren Bildrand sieht man Mitschriften eines Arztes oder Therapeuten.
    Die Vertrauensperson kann dir helfen, wenn du dich in einer Situation nicht wohlfühlst.
    (©Lumos sp/stock.adobe.com) Foto: Die Vertrauensperson kann dir helfen, wenn du dich in einer Situation nicht wohlfühlst.(©Lumos sp/stock.adobe.com)

    Um Missbrauch vorzubeugen, müssen Eltern, Lehrer, Erzieherinnen und die Kinder zusammenarbeiten. Jedem Verdacht, sollte nachgegangen werden, um die Kinder zu schützen. Der Artikel zeigt außerdem, dass Aufklärung und Regeln für Kinder ein wichtiger Teil der Prävention sind.

    Quellen: sicher-stark-team, gofeminin, beauftragte-missbrauch
    Vorschaubild: ©artit/stock.adobe.com

    Du oder ein Angehöriger braucht Hilfe? Dann erreichst du unter der Nummer 0800 22 55 530 oder online das Hilfe-Telefon sexueller Missbrauch. Die Beratung ist anonym und kostenlos.