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7 heimische Pflanzen, die überraschend giftig sind

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Die besten Ideen zur Gartengestaltung gibt es hier. (Zum Artikel nach unten scrollen.)

Bei einem Spaziergang durch die Natur kann es passieren, dass man über das ein oder andere giftige Gewächs stolpert. Vor allem Pilze haben den Ruf, für Menschen gefährlich zu sein. Dabei lauert die Gefahr einer Vergiftung durchaus auch bei bekannten Pflanzen wie dem Holunder oder der Tulpe – und somit sogar in den eigenen vier Wänden. Welche überraschenden Gefahren von den beliebten Pflanzen ausgehen und wie du dich bei einer Vergiftung richtig verhältst, erfährst du in diesem Artikel.



Das solltest du bei Verdacht auf eine Vergiftung tun:

Erste Hilfe: Solltest du oder dein Kind eine giftige Pflanze verzehrt haben, ist es wichtig, sofort etwaige Pflanzenreste aus dem Mund zu entfernen und diesen gründlich mit Wasser auszuspülen. Auf keinen Fall sollte von einem Laien Erbrechen durch Salzwasser oder Ähnliches ausgelöst werden, da dies die Speiseröhre nachhaltig schädigen kann. Die Hände und Augen sollten ebenfalls gründlich gewaschen werden, da einige Pflanzen Juckreiz auslösen können.

Giftnotruf wählen: Nach der Ersten Hilfe sollte man den Giftnotruf kontaktieren. Dort wird man von Fachärzten rund um die Uhr beraten. Hilfreich für die Beratung sind das Alter, die Körpergröße und das Gewicht der betroffenen Person. Des Weiteren wird nach dem Zeitpunkt und der Menge der Einnahme gefragt. Das Wichtigste ist die detaillierte Beschreibung der Pflanze, wenn man sich nicht sicher ist, um welches Gewächs es sich handelt.

Notruf wählen: Wird man von den Mitarbeitern der Giftnotrufzentrale dazu aufgefordert oder treten nach einer gewissen Zeit schwere Symptome wie Schläfrigkeit auf, sollte man schnell einen Krankenwagen rufen. Um die bestmögliche Behandlung zu garantieren, sollte man Teile der Pflanze aufbewahren und den Ärzten übergeben.

Liste der Giftnotrufzentralen und Giftinformationszentren in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Achtung: Kleine Schlucke Wasser können die Giftstoffe im Magen verdünnen. Es sollte aber niemals Milch zugeführt werden, weil diese die vergiftende Wirkung noch verstärken kann.

Bei diesen Pflanzen ist Vorsicht geboten:

1. Rhabarber

Rhabarber ist eine leckere Zutat für Kuchen oder Marmeladen und – wenn die Stangen beim Verarbeiten erhitzt wurden – auch gänzlich ungefährlich. Jedoch enthalten die rohen Stangen der Rhabarberpflanze Oxalsäure. Diese kann Magen-Darm-Beschwerden und Kreislaufprobleme auslösen.

Tipp: In diesem Artikel erfährst du ausführlich von den Gefahren, die von rohem Rhabarber ausgehen.

©Uellue via Wikimedia Commons

2. Wasserschierling, auch Gift-Wasserschierling

Die Blüten des Wasserschierlings riechen nach Karotte und werden von vielen Menschen deshalb auch mit den Blüten dieser Gemüsepflanze verwechselt. Der Name verrät es schon: Es handelt sich tatsächlich um eine der giftigsten Pflanzen der Welt. Sie kann Vergiftungserscheinungen wie Brechreiz und Krampfanfälle auslösen und die auftretende Atemlähmung kann sogar zum Tod führen. Zum Vergleich: 100 bis 200 Gramm der Knolle, welche Ähnlichkeit mit einer Pastinake hat, könnten eine Kuh töten.

Tipp: Entdeckt man eine solch karottenähnliche Pflanze in feuchten Gebieten, sollte man um sie einen großen Bogen machen. Hatte man doch Kontakt mit ihr, sollte man sich gründlich die Hände waschen, denn auch die Blüten enthalten eine gewisse Konzentration des Gifts aus der Knolle.

©Llez via Wikimedia Commons

3. Scharfer Hahnenfuß

Der Hahnenfuß ist im Volksmund eher als Butterblume bekannt. Dieser harmlose Name täuscht jedoch, schließlich kann die Säure der Pflanze bei Kontakt Juckreiz und Blasen auf der Haut auslösen. Bekommt man den Saft in die Augen, kann dies zu vorübergehender Blindheit führen.

Tipp: Auch hier gilt: Immer die Hände waschen, wenn man die Blume berührt hat. Die Blumen sollten ebenfalls von Weiden, auf denen Tiere grasen, entfernt werden. Andernfalls können bei den Tieren nach dem Verzehr Koliken auftreten.

©Annelis via Wikimedia Commons

4. Schwarzer Holunder

Im (Spät)-Sommer wird aus den Blüten und den Beeren des Schwarzen Holunders gern Sirup hergestellt. Da überrascht es, dass der Holunder von Biologen als giftig eingestuft wird. Hierbei muss man – wie auch beim Rhabarber – zwischen Rohverzehr und verarbeiteter Form unterscheiden. Während die unreifen Beeren und Blätter unter anderem Blausäure enthalten, ist die Konzentration in reifen Beeren wesentlich niedriger. Durch das Einkochen zum Sirup werden die giftigen Stoffe zudem unschädlich gemacht. Bei rohem Verzehr können vor allem bei Kindern und Tieren Durchfall und Atembeschwerden auftreten. Außerdem lösen die Pollen des Holunders bei Allergikern starke Symptome aus.

Tipp: Holunderbeeren niemals roh verzehren. Besonders Allergikern wird empfohlen, nach dem Kontakt mit Teilen des Baums die Hände gründlich zu waschen. Holunderblüten können einen heilenden Effekt bei Erkältungen haben. Dabei sollten aber nur die Dolden genutzt werden, da die Blätter und Stängel giftig sind. Am besten kauft man die getrockneten Blüten in einem Bioladen, um sicherzugehen.

©Jonathan Billinger via Wikimedia Commons

5. Tulpen

Tulpen sind schön anzusehen, man sollte jedoch nicht auf die Idee kommen, sie zu verzehren. Denn – anders als beispielsweise die Blütenblätter der Rose – kann man die der Tulpe nicht essen. Bauchschmerzen, ein Absinken der Körpertemperatur und im schlimmsten Fall der Tod durch Atemstillstand drohen nach dem Verzehr. Aber auch schon der einfache Kontakt mit der Blume kann Hautreizungen auslösen. Sowohl Stiel als auch Blütenstand enthalten giftige Tuliposide, welche eine sogenannte Tulpen-Dermatitis auslösen können.

Tipp: Wer Tulpen zuhause hat, sollte sich nach dem Berühren immer die Hände waschen. Allergiker sollten generell Abstand von den Blumen halten.

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6. Rhododendron

Es gibt weltweit etwa 1.000 verschiedene Rhododendronarten. In Nordindien und Nepal werden aus den Blättern der Pflanze ätherische Öle gewonnen. Diese sollen gegen Muskel- und Gelenkschmerzen helfen. Es gibt je nach Region aber auch Rhododendronarten, deren Blüten, Blätter und Nektar giftig sind. So konnten in der Vergangenheit schon rhododendrontypische Gifte in Honig von der Schwarzmeerküste nachgewiesen werden. Diese Stoffe lösen typische Vergiftungssymptome wie Übelkeit, Durchfall und Herzrhythmusstörungen aus.

Tipp: Nach dem Kontakt mit Rhododendronblättern oder -blüten sollte man sich immer die Hände waschen. Der Verzehr von Honig aus Risikoregionen sollte vor allem bei Kindern vermieden werden.

©Pixabay/Capri23auto

7. Herbstzeitlose

Schön anzusehen, aber tödlich: die Herbstzeitlose. Schon eine geringe Menge des in ihr enthaltenen Gifts Colchicin kann nach kurzer Zeit zu einem brennenden Gefühl in Mund und Rachen führen. Hinzu können Lähmungserscheinungen und Herz-Kreislauf-Versagen kommen.

Tipp: Besonders gefährlich: Herbstzeitlose werden häufig mit Bärlauch verwechselt. Daher sollte man den vermeintlichen Bärlauch nur pflücken, wenn man sich gut auskennt und sicher ist.

©Mehlauge via Wikimedia Commons

Hättest du gedacht, dass diese Pflanzen so gefährlich sein können?

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Quellen: brightside, myhomebook, wikipediaeurapon, gesundheitbvl.bund

Vorschaubilder: ©Uellue via Wikimedia Commons ©Llez via Wikimedia Commons