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Corona-Ansteckung: So hoch ist das Infektionsrisiko in einem Haushalt

Forscher haben eine Erklärung dafür, warum sich nicht zwangsläufig der gesamte Haushalt ansteckt, wenn ein Familienmitglied mit dem Corona-Virus infiziert ist. Hier erfährst du mehr.

© Getty Images

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Wenn ein Familienmitglied sich mit Corona infiziert, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich auch der Rest der Familie ansteckt. Immunbiologen erklären, dass das Infektionsrisiko zwar hoch ist, aber es gibt immer wieder Fälle, in denen sich Partner, Mitbewohner und andere Familienmitglieder nicht mit SARS-CoV-2 infizieren. Wie ist das möglich? Forscher haben mehrere potenzielle Antworten auf diese Frage gefunden.

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Die wichtigsten Fakten über dieses Phänomen haben wir für dich zusammengetragen – ebenso wie 3 Tipps, wie du das Risiko einer Ansteckung im eigenen Haushalt verringern kannst.

Beeinflussende Faktoren: infizierte Person

1. Viruslast

Nicht jede infizierte Person ist in gleichem Maße ansteckend. Der CT-Wert gibt – vereinfacht dargestellt – an, wie viel Viruslast eine Person in sich trägt bzw. in welcher Konzentration das Virus in der Probe des PCR-Tests vorhanden ist. Ein hoher CT-Wert bedeutet, dass nur eine geringe Konzentration von SARS-CoV-2 festgestellt werden konnte. Weniger Viruslast bedeutet auch, dass die an Covid-19 erkrankte Person das Virus schwerer an Kontaktpersonen weitergeben kann.

2. Niesen und husten

Das Coronavirus kann durch Aerosole in der Luft, aber auch durch eine Tröpfcheninfektion übertragen werden. Muss die erkrankte Person nur wenig husten und niesen, wird das Risiko durch eine Übertragung der Viren auf diesem Wege verringert.

Mann sitzt krank auf dem Sofa.
Manche Menschen scheinen immun zu sein. Oder doch nicht? Foto: Getty Images

Beeinflussende Faktoren: Kontaktpersonen

1. Impfung

Eine Schutzimpfung kann das Risiko für eine Ansteckung vermindern. Studien zeigen, dass das Risiko, sich anzustecken, bei ungeimpften Personen bei 38 % und bei geimpften bei 25 % liegt. Diese Zahlen beziehen sich noch auf Infektionen mit der Delta-Variante des Virus. Das RKI schätzt das Ansteckungsrisiko der aktuell grassierenden Omikron-Variante jedoch weitaus höher ein, genaue Zahlen gibt es aber noch nicht.

Dies mag für speziell für geimpfte Personen wenig ermutigend erscheinen, jedoch ist das Hauptziel der Impfung ohnehin nicht das Verhindern einer Infektion mit SARS-CoV-2, sondern das Verhindern eines schweren Krankheitsverlaufs.

2. Immunität durch eine vorangegangene Infektion

Eine Studie des Imperial College London bestätigte, dass Menschen, die bereits mit einer früheren Corona-Variante infiziert waren und die Symptome einer gewöhnlichen Erkältung gezeigt hatten, weniger anfällig dafür sind, sich mit einer neuen SARS-CoV-2-Variante anzustecken. Die sogenannten T-Zellen, eine Gruppe von weißen Blutkörperchen, haben die Information zur Abwehr gegen diesen Erreger gespeichert und schützen den Körper, sodass es nicht zu einer Infektion kommt.

3. Angeborene Immunität

Forscher des Trinity College in Dublin fanden heraus, dass einige Menschen eine angeborene Immunität gegen das  Coronavirus aufweisen. „Es hat sehr viel damit zu tun, wie Menschen sich verhalten, aber es gibt auch einen gewissen Prozentsatz an Menschen, die eine angeborene Immunität haben“, erklärt Dr. Cliona O’Farrelly das Phänomen. Zurzeit ist die Forschungsgruppe um die Immunbiologin und Biochemikerin auf der Suche nach Probanden, um diese angeborene Immunität zu erforschen. Mithilfe der Erkenntnisse könnte man bessere Heilmethoden gegen COVID-19 entwickeln.

 

Zwei Coronaschnelltests.
Was beeinflusst eine Infektion? Foto: Pixabay/Alexandra_Koch

Infektionsrisiko minimieren

Wenn man folgende Tipps befolgt, kann man das Risiko einer Ansteckung im eigenen Haushalt verringern:

  • Regelmäßiger Austausch der Luft. Experten raten dazu, die Luft in der Wohnung durch Stoß- oder Querlüften mindestens dreimal pro Stunde austauschen. Im Winter reichen durch den Unterschied zwischen Außen- und Innentemperatur 5 Minuten, im Sommer sollten es mindestens 20 Minuten sein. Noch besser sei es, in den wärmeren Monaten dauerhaft zu lüften.
  • Wenn möglich, sollte man Abstand zu den erkrankten Personen halten. Am besten ist es, wenn diese sich in einem anderen Zimmer isolieren.
  • Wenn sich kranke und nichtkranke Personen in einem Raum aufhalten (müssen), sollten alle eine FFP2-Maske tragen. Außerdem rät das RKI (Robert-Koch-Institut), die Zeit in einem gemeinsamen Raum so kurz wie möglich zu halten.

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Das Risiko, in einem gemeinsamen Haushalt mit SARS-CoV-2 infiziert zu werden, ist zwar hoch, aber die verschiedenen Forschungsergebnisse zeigen, dass nicht jeder Mensch sich zwangsläufig ansteckt. Mit den Empfehlungen der Experten kann man das Risiko zudem noch weiter minimieren. Hatte ein Angehöriger von dir schon COVID-19? Wenn ja, hast du dich angesteckt oder bist du verschont geblieben?

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Quellen: desired, ladbible, rki, umweltbundesamt, wikipedia
Vorschaubild: ©Pixabay/Alexandra_Koch, ©GettyImages