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3 Gründe, weshalb Polizei zu „Familien-Codewort“ rät

Die Polizei rät zu einem simplen Trick, um sich besser gegen Schockanrufe oder die WhatsApp-Betrugsmasche zu schützen: ein Familien-Codewort.

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Unter Schock setzt der Verstand aus. Diesen Umstand nutzen Kriminelle immer häufiger aus – ob mit der WhatsApp-Betrugsmasche, durch Schockanrufe oder gegenüber Kindern. Die Polizei rät daher dringend zu einem „Familien-Codewort“, um sich selbst und seine Kinder zu schützen. Doch was hat es damit auf sich? Und was sollte man unbedingt beachten?  

Schockanrufe und WhatsApp-Betrugsmasche nehmen zu

Es klingt wie eine Szene aus einem schlechten Film: „Mama, ich habe gerade zwei Menschen totgefahren! Ich brauche jetzt ganz dringend Geld für die Kaution, sonst nimmt mich die Polizei fest!“ Mit perfiden Mitteln erzeugen Kriminelle innerhalb von Sekunden einen emotionalen Ausnahmezustand, der die Betroffenen unfähig macht, logisch zu denken oder Nachfragen zu stellen. Die Fälle nehmen in den letzten Jahren immer stärker zu. Besonders betroffen: ältere Menschen und Kinder.

Um potenzielle Gefahren und Betrugsversuche sofort zu erkennen, empfiehlt die Polizei daher, ein Familien-Codewort festzulegen. Ein simpler Trick, der nur Sekunden dauert, aber vor großem Schaden bewahren kann.

Links liegt der Hörer eines alten Schnurtelefons auf dem Tisch. Rechts weint eine Frau in sichtlicher Verzweiflung nach einem Schockanruf.
Schockanrufe sind eine brutale Variante der WhatsApp-Betrugsmasche. / ©AdobeStock Foto: Schockanrufe sind eine brutale Variante der WhatsApp-Betrugsmasche. / ©AdobeStock

Wie funktioniert ein Familien-Codewort?

Die Idee eines Familien-Codeworts ist nicht neu. Polizei, Kinderschutzbeauftragte und Verbraucherschützer empfehlen die Maßnahme schon seit vielen Jahren. Allerdings ist der Trick noch wenig verbreitet. Umso wichtiger ist es, darüber aufzuklären, wie man sich und seine Kinder damit schützen kann.

Der Trick ist simpel: Eltern vereinbaren mit ihren Kindern ein bestimmtes Codewort, das nur ihnen bekannt ist. In ernsten Situationen, wenn ein Fremder das Kind anspricht oder die Eltern ein Anruf von einer unbekannten Nummer erreicht, muss erst das Codewort genannt werden. So können alle in der Familie sofort sicher sein, dass es sich wirklich um eine Notlage handelt und sie dem anderen vertrauen können.

Dreifacher Nutzen für Kinder und Eltern 

Das Codewort hat mehrere Vorteile. Es ermöglicht Kindern, in einer potenziell gefährlichen Situation schnell und einfach zu handeln. Zum Beispiel, wenn sie von Fremden angesprochen werden, die sich als Freund der Familie ausgeben. Das Codewort gibt dem Kind ein gewisses Maß an Kontrolle über die Situation, was dazu beitragen kann, sein Selbstvertrauen zu stärken und richtig zu reagieren.

Kind in gelber Jacke und mit olivfarbenem Rucksack geht durch unheimliche Unterführung.
Mit einem Familien-Codewort können Kinder Situationen richtig einschätzen. / ©AdobeStock Foto: Mit einem Familien-Codewort können Kinder Situationen richtig einschätzen. / ©AdobeStock

Gerade Eltern von erwachsenen Kindern hilft das Familien-Codewort, bei Schockanrufen oder der bekannten WhatsApp-Betrugsmasche sicherzustellen, dass eine Nachricht tatsächlich von einem Familienmitglied stammt und nicht von einem Betrüger, der versucht, Geld zu erpressen

Nicht zuletzt schafft ein Familien-Codewort Vertrauen, wenn wirklich einmal über ungewöhnliche Wege schnelle Hilfe nötig ist.

Lesetipp: Die neuesten Betrugsmaschen über WhatsApp & Co.

Was sollte man unbedingt beachten?

Glücklicherweise benötigt man das Familien-Codewort nur äußerst selten – und hoffentlich nie! Gerade deshalb ist es aber wichtig, dass Eltern und Kinder ein Codewort wählen, das leicht zu merken ist. Gleichzeitig sollte es für Fremde schwer zu erraten sein. Das Familien-Codewort muss unbedingt geheim bleiben und darf nur innerhalb der Familie bekannt sein. Zusätzlich ist es sinnvoll, die Verwendung des Codeworts regelmäßig zu üben, damit es präsent bleibt.

Sicherheit geht vor. Das Vereinbaren eines Familien-Codeworts kann einen kleinen Beitrag dazu leisten. Denn Kriminellen fallen auf diese Weise die WhatsApp-Betrugsmasche, Schockanrufe und Kindesentführungen erheblich schwerer. 

Quellen: ndr, rtl, mdr
Vorschaubilder: ©AdobeStock