10 Life Hacks für das Auto - mit Haushaltsartikeln.

Das eigene Auto ist vielen heilig. Das weiß auch die Industrie und bietet eine unüberschaubare Auswahl an Accessoires und Pflegeprodukten an – zu teils horrenden Preisen. Wenn man genau hinschaut, kann man allerdings einige dieser Produkte durch genauso gute, dafür aber weitaus günstigere Alternativen ersetzen. Oft hat man diese sogar bereits zuhause. In so manchem Haushaltsartikel steckt nämlich mehr, als man denkt. Eine kleine Auswahl gefällig? Hier sind 10 Life Hacks für das Auto:

1. Katzenstreu

Jeder, der einen Stubentiger bei sich wohnen hat, weiß um die wahre Zauberkraft dieses Granulats: Es hält nicht nur unangenehme Gerüche fern, sondern bindet auch hochwirksam Flüssigkeit. Diese Eigenschaft kann man auch für sein Auto nutzbar machen. Denn gerade im Frühjahr und im Herbst, wenn es kalt und nass wird und die Luftfeuchtigkeit entsprechend hoch ist, „schwitzen“ schnell die Fensterscheiben – unzählige Wassertröpfchen setzen sich an der kalten Glasoberfläche ab. Das behindert die Sicht und ist darüber hinaus ein Schimmel-Paradies. Zum Glück gibt es dagegen einen raffinierten Trick: Man nehme eine Socke, befülle sie mit Katzenstreu und krempele das offene Ende so um, dass nichts herausrieselt. Legt man diesen Sockenwurm während der Parkzeit aufs Armaturenbrett, wird die Luftfeuchtigkeit aufgesogen – und die Scheibe beschlägt nicht.

pint1

Solange man fährt, legt man die Katzenstreu-Socke einfach unter den Sitz. Auch da erfüllt sie ihren Zweck, schließlich sammelt sich in den Fußmatten genau die Nässe, die wir mit unseren Schuhen ins Fahrzeug tragen.

2. Babyöl

Für die Pflege der Armaturen und Oberflächen gibt es im Handel reichlich „Stoff“: Sprays, Schaum, Politur. Dabei reicht zum Putzen meist schon klares Wasser. (Vorsicht bei Reinigungsmitteln, die können dem Kunststoff schaden.) Damit der Fahrzeuginnenraum zudem noch schön glänzt, braucht es lediglich ein wenig Babyöl. Das ist nicht nur besonders zart zu empfindlicher Babyhaut, sondern lässt auch den Innenraum deines geliebten Stadtflitzers wie neu erstrahlen. Etwas Babyöl auf ein weiches Tuch tröpfeln und dann in kreisenden Bewegungen einreiben. Bei echtem Leder sollte man von diesem cleveren Hilfsmittel allerdings die Finger lassen.

pint1

3. Kriechöl („Caramba“ bzw. „WD-40“)

Noch ein weiteres Öl gehört zu den Vielseitigkeits-Spezialisten: das Kriechöl – wohl besser bekannt unter den Markennamen „Caramba“ oder „WD-40“. Das lässt sich nicht nur prima als Rostlöser für festsitzende Schrauben verwenden. Kriechöl ist auch bei leichteren Kratzspuren im Fahrzeuglack ein geeignetes Mittel. Denn wie ärgerlich ist das: Man kommt vom Einkauf und auf dem Parkplatz entdeckt man, dass der Nebenmann seine Autotür zu weit aufgerissen hat! Und ringsumher ist natürlich niemand mehr zu sehen. Solche Kratzer kann man jedoch wunderbar „verschwinden“ lassen, indem man sie ordentlich mit Kriechöl einsprüht und dann mit Küchenkrepp kräftig nachpoliert. Ruhig mehrere Durchgänge ansetzen. Durch das Öl lösen sich Fremdpartikel und über das Polieren werden kleinere Vertiefungen im aufgerauten Lack wieder verschlossen. Als kleines Extra dient das Kriechöl darüber hinaus als Korrosionsschutz. Zugegeben: Ganz bekommt man die Kratzspuren mit dieser Technik nicht beseitigt. Aber dafür spart man sich die Kosten fürs Lackieren.

pint1

4. Trocknerflusen

Glücklich, wer einen Wäschetrockner hat, denn damit werden Handtücher flauschig weich. Gerade im Winter ist das ein herrliches Gefühl auf der Haut! Nach jedem Trockengang der Maschine folgt allerdings dasselbe Ritual: Das Flusensieb muss gesäubert werden. Die Flusen aber nicht wegwerfen! Denn die sind wie geschaffen, um zäh festsitzenden Vogelkot vom Auto zu entfernen. Vogelkot sieht nicht nur unschön aus, er kann den Lack richtiggehend verätzen. Sobald man einen weißen Klecks auf seinem fahrbaren Untersatz entdeckt, sollte man daher unverzüglich handeln: Die Flusen mit sauberem Wasser vollsaugen lassen und auf die betroffene Stelle legen. Schon nach ein paar Minuten kann man das Corpus Delicti wegwischen. Lack gerettet.

Trocknerflaum #12 20.07.2011

5. Zahnputzbecher

Manchmal gewinnt man den Eindruck, als ob mit zunehmender Sicherheitsausstattung und Technik ein wesentliches Detail aus dem Fahrzeugraum verbannt würde: der Platz, um Kleinkram abzulegen. Hier kann ein Zahnputzbecher Abhilfe schaffen. In den Getränkehalter gestellt, bietet er Platz für Stifte, Einkaufschips, Kaugummipackungen und mehr.

6. Wäscheklammer 

In den Zahnputzbecher passt schon eine ganze Menge. Bleibt nur noch die Frage, wo man seine Sonnenbrille ablegen soll. Denn deren Gläser sollen ja nicht verkratzen. Zum Glück gibt es auch dafür einen supereinfachen Trick: Mit einer gewöhnlichen Wäscheklammer lässt sich die Sonnenbrille nämlich kinderleicht an die Sonnenblende klemmen. Da hat man sie immer griffbereit und muss nicht erst lange im Handschuhfach herumwühlen, sobald die Sonne blendet.

pinte

7. Zahnpasta

Zahncreme fürs Auto? Tatsächlich kann man die weiße Paste auch zur Autopflege verwenden. Insbesondere bei trüben Scheinwerfern ist sie ein perfektes Schleifmittel. Denn Umwelteinflüsse und Materialermüdung können der Abdeckung der Scheinwerfer mit der Zeit ziemlich zusetzen. Gerade Scheinwerfer aus Kunststoff „vergilben“: Sie wirken matt bis gelblich und lassen das Licht nur eingeschränkt durch. Das kann zu einem Sicherheitsrisiko werden. Fühlt sich die Oberfläche daher rau an, liegt das Problem an der Außenseite – und deine Zahnpasta kommt zum Einsatz. Prüfe vorab durch leichtes Dagegenklopfen das Material deiner Scheinwerfer. Sind sie aus Glas, funktioniert der Trick leider nicht; es kann aber auch nichts Schlimmes passieren. Sind deine Scheinwerfer aus Kunststoff, hast du Glück: Zahnpasta auf die Zahnbürste drücken und dann mit leichten, kreisenden Bewegungen einreiben.

pint1

Das dauert eine ganze Weile und man sollte mit der Zahnpasta nicht zu sparsam sein. Um die Schleifwirkung zu erhöhen, kann man der Zahncreme vorab auch etwas Backpulver beimengen. Sobald sich der Scheinwerfer glatt anfühlt, alles mit Wasser abspülen und mit ein wenig Autowachs zur Versiegelung nachbehandeln.

8. Wasserflasche

Eine Wasserflasche im Auto ist natürlich immer sinnvoll. Sei es, um gegen den Durst anzukämpfen, oder als Notbehelf, falls unterwegs das Kühl- oder das Scheibenwischwasser ausgeht. Gerade in dünn besiedelten Gebieten kann die Wasserflasche indessen auch als Handy-Antenne herhalten – und den Empfang deutlich verbessern. Das kann manchmal entscheidend sein, wenn man sich etwa verirrt hat oder gar medizinische Hilfe benötigt. Zeigt dein Handy keinen Netzbalken an, so musst du es einfach mit der Kopfseite (dort, wo der Empfänger sitzt) an die Wasserflasche halten, den Flugmodus an- und nach wenigen Sekunden wieder ausschalten. Das Handy schaltet jetzt automatisch vom schwächeren UMTS-Empfang (Mobilfunkstandard der 3. Generation) auf den stärkeren LTE-Empfang (4. Generation) um. Mit diesem Kniff bekommst du den neuesten Funkstandard.

9. Poolnudel

Die bunten Schaumstoff-Nudeln sind für wenige Euro erhältlich und sorgen bei Kindern für großen Badespaß. Doch auch in der Garage können Poolnudeln das Herz erfreuen: nämlich das der Autobesitzer. Markiere die Höhe, an der deine Autotür beim Öffnen an die Garagenwand stoßen würde; nun schneide die Poolnudel der Länge nach mit einem scharfen Messer entzwei und klebe (bzw. schraube) die Hälften entlang der Markierung an die Wand. Jetzt brauchst du keine Angst mehr haben, beim Aussteigen ans Mauerwerk zu schrammen!

brille

10. Alkohol

Für Pendler ohne Garage ist das folgende Szenario blanker Horror: Über Nacht sind die Temperaturen in den Keller gestürzt und das Auto blickt einen aus fest zugefrorenen Scheiben an. Was also tun, wenn man die Abdeckfolie vergessen hat? Von dem berühmten Eiskratzen raten Experten dringend ab, denn das hinterlässt auf der Scheibe unzählige feine Kratzspuren, die einem bei tief stehender Sonne die Sicht rauben. Auch von heißem Wasser sollte man die Finger lassen: Im schlimmsten Fall kann durch den Hitzeschock nämlich die Scheibe reißen; abgesehen davon gerät das gefrierende Tropfwasser auf dem Boden zu einer gefährlichen Rutschfalle. Die Lösung heißt Enteisungsspray, das man sich mithilfe von Alkohol spielend leicht selbst herstellen kann. Hierfür eignet sich unter anderem Spiritus – einen besseren Effekt erzielt man allerdings, wenn man 2 Teile Isopropanol (gibt es in jeder Apotheke für wenig Geld) mit 1 Teil Wasser mischt. Das Ganze in eine Sprühflasche füllen und man hat einen Vorrat selbst für den härtesten Winter.

Isopropanol ist übrigens für vieles brauchbar: Es bietet sich als schonendes Reinigungsmittel gegen Schmutz, Fett und Schimmel an und kommt als Flächendesinfektionsmittel (zum Beispiel in Krankenhäusern) zum Einsatz. Die Anschaffung lohnt sich.

Selbst wenn einem das Auto nicht das Ein und Alles ist – es ist immer ein bisschen mehr als nur ein Gebrauchsgegenstand. Die oben genannten Beispiele zeigen dabei ganz gut, dass man sich für seinen „vierrädrigen Freund“ keineswegs mit Spezialprodukten eindecken muss. In vielen Fällen kann man sich ganz simpel mit Artikeln behelfen, die man sowieso schon im Haus hat. Das spart Geld und unnötigen Müll. Also mach mit und teile diesen Beitrag mit anderen!

Kommentare

Auch interessant